Sven Lanwer: Urlaubsgeld für den Gardasee
Leichtathletik - Sven Lanwer hatte eine schönes Plätzchen gefunden. Den Platz an der Sonne. Während des Wettkampfs ließ sich der Hochspringer der TSG 1845 Heilbronn schon mal auf dem Siegertreppchen nieder und streckte lässig seine Beine aus.

Leichtathletik - Sven Lanwer hatte eine schönes Plätzchen gefunden. Den Platz an der Sonne. Während des Wettkampfs ließ sich der Hochspringer der TSG 1845 Heilbronn schon mal auf dem Siegertreppchen nieder und streckte lässig seine Beine aus − ganz oben natürlich, wo normalerweise die Besten zu Hause sind, auf Position eins. Keine Stunde später, nach dem 14. Nationalen Meeting des TV Eppingen, kehrte Lanwer auf das Siegertreppchen zurück. Nicht sitzend, sondern stehend und eine Stufe drunter. Als Drittplatzierter.
"Wahnsinn! Richtig toll!", strahlte Lanwer. Am Tag seines 30. Geburtstages hatte sich der TSG-Athlet selbst beschenkt. 2,02 Meter war er gesprungen − höher, als er erwartet hatte. Vergangene Woche hatte er sich noch mit 1,94 Metern begnügt, nun knackte er zu Beginn der Freiluft-Saison gleich mal die Zwei-Meter-Marke. Nein, im Feld der jungen Hüpfer, die um das Ticket für die U20-WM in Moncton/Kanada kämpften, hatte der Routinier nicht alt ausgesehen.
Begeisterung
Möglich, dass es an Eppingen liegt. Dem besonderen Höhenort, wenn es um den Hochsprung geht. "Die Anlage hier ist grandios. Es gibt wenig bessere. Der Belag ist klasse, die Atmosphäre toll, es ist hier windgeschützt. Deshalb fand ich es schade, dass das Meeting die letzten beiden Jahre ausfiel", sagte Lanwer.
Nur zwei waren besser als er. Platz zwei ging an Sven Tarnowski (TV Rheinfelden), der nach seinem zweiten Sprung verletzungsbedingt aufgeben und sich mit 2,02 Metern begnügen müsste. Auf Platz eins landete Sebastian Schultz vom TV Rheinzabern, der seine Bestleistung um neun Zentimeter steigerte und mit 2,09 Metern die Nase vorn hatte.
Es gab niemanden, der es Schultz nicht gegönnt hätte. Der junge Mann, der so locker-leicht in die Luft geht, als habe er ein integriertes Trampolin in seinen Schuhen, war immer wieder vom Pech verfolgt. Verletzungen warfen ihn zurück, im vergangenen Jahr hatte ihn ein Fußbruch ausgebremst. Nach seinem Höhenflug in Eppingen unterhielt sich Brigitte Kurschilgen ausgiebig mit ihm, immer wieder machte sie sich Notizen. Schultz steht nun ganz fest im Block der Bundestrainerin.
Ferien
Und Sven Lanwer? Der Mann, der so wundervoll für Stimmung sorgen und das Publikum mitreißen kann, genoss seinen 30. Geburtstag in vollen Zügen. Klatschte bei der Siegerehrung alle Teilnehmer ab. Und nahm die Geschenke entgegen. Eine Urkunde. Ein T-Shirt. Pralinen. Und eine kleine Prämie für Platz drei. Die Prämie nutzte er als Urlaubsgeld. Nach dem Meeting in Eppingen fuhr Lanwer gleich in Richtung Süden − nach Italien. "Die Koffer sind im Auto, die Fahrräder auf dem Dach", sagte Lanwer. "Ich habe jetzt eine Woche frei."
Wohin es ging? An den Gardasee. Auch das ein schönes Plätzchen. Und ein Platz an der Sonne.
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