Motorradlegende Werner Sautter wird 80

Motorsport - Seine Blütezeit ist schon lange her, vergessen ist Werner Sautter aber noch lange nicht. In den fünfziger Jahren war er einer der besten Geländefahrer der Welt. Heute feiert der Böckinger seinen 80. Geburtstag.

Werner Sautter

Motorsport - Seine Blütezeit ist schon lange her, vergessen ist Werner Sautter (Foto: privat) aber noch lange nicht. In den fünfziger Jahren war er einer der besten Geländefahrer der Welt. Heute feiert der Böckinger seinen 80. Geburtstag.

Gerade die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg prägte Werner Sautter sportlich im Unterland. Zusammen mit seinem Beifahrer Karlheinz Piwon holte er sich von 1955 bis 1957 drei Mal den Titel deutscher Geländemeister der Seitenwagenklasse bis 250 ccm. Zudem erkämpfte er sich von 1951 bis 1958 bei 85 Starts 75 Goldmedaillen. Dabei sprangen auch noch 22 Klassensiege heraus.

Straffrei

Sein größter Erfolg datiert aus dem Jahr 1954, als er bei der DMB-Zweitagesfahrt nicht nur gewann, sondern auch noch als einziger von fast 200 Fahrern ohne Strafpunkt blieb. 1955 gelang ihm zudem noch das Kunststück, bei der österreichischen Alpenfahrt mit der schnellsten Bergzeit das begehrte Edelweiß zu gewinnen. Mit seinem NSU-Max-Gespann war Sautter damals eine Klasse für sich. Auch international. Vier mal startete er bei internationalen Sechs-Tages-Fahrten, drei Mal gab es Gold. Den vierten Triumph verpasste er 1954 nur, weil er sich als äußerst fairer Sportskamerad erwies. Als ein Fahrer direkt vor ihm in einem engen Hohlweg stürzte, riss Sautter seine Maschine geistesgegenwärtig zur Seite. Dabei wurde das Motorgehäuse beschädigte, was ihm den sicheren Sieg kostete. Dieses faire Verhalten brachte ihm aber eine Menge Anerkennung bei den Kollegen ein.

Oldtimerfan

Sautter ist noch immer ein Motorradfan. Gerade alte Fabrikate haben es dem Böckinger angetan, von denen er mehrere in seiner Garage stehen hat. Sein Prunkstück ist eine Gelände-Supermax, die er nach alten Plänen und Fotos selbst zusammengebaut hat. Nach zwölf Jahren Bauzeit war sie 1991 fertig- gestellt. Zur Feier des Anlasses streifte Sautter noch einmal seinen alten, blauen Overall über und setzte sich seine seine alte italienische Fospaic-Brille auf, um noch einmal auf große Fahrt über die Feldwege rund um Böckingen zu gehen.

An das Jahr 1960 erinnert sich Werner Sautter sehr gerne. Der ADAC hatte sich überlegt, zur Ehrung verdienter Persönlichkeiten ein Sportabzeichen in Gold mit Brillianten zu erfinden. Und keine Frage: Als einer der ersten überhaupt erhielt der Böckinger Werner Sautter diese Auszeichnung. Die hatte sich der 80-Jährige vollauf verdient. Daran bestand und besteht kein Zweifel. red