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Martin Milde will es noch mal wissen

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Leichtathletik - Martin Milde war vor 20, 25 Jahren Hochleistungssportler. Dann ließ er es auslaufen. Jetzt ist der Bad Rappenauer wieder da. Läuft Zehner oder Halbmarathons. Aber nicht zum Spaß, sondern unter dem Aspekt bestmöglicher Zeiten. "Früher wollte ich immer oben auf dem Treppchen stehen, jetzt geht es mir darum zu sehen, was ich noch leisten kann", sagt der mittlerweile 46-Jährige dazu.

Von Klaus Apitz
"Früher wollte ich aufs Treppchen. Jetzt geht es darum zu sehen, was ich noch leisten kann."
          Martin Milde
"Früher wollte ich aufs Treppchen. Jetzt geht es darum zu sehen, was ich noch leisten kann." Martin Milde

Leichtathletik - Martin Milde war vor 20, 25 Jahren Hochleistungssportler. Dann ließ er es auslaufen. Jetzt ist der Bad Rappenauer wieder da. Läuft Zehner oder Halbmarathons. Aber nicht zum Spaß, sondern unter dem Aspekt bestmöglicher Zeiten. "Früher wollte ich immer oben auf dem Treppchen stehen, jetzt geht es mir darum zu sehen, was ich noch leisten kann", sagt der mittlerweile 46-Jährige dazu.

Milde war einst Leichtathlet mit den Schwerpunkten Speerwurf und Zehnkampf. Mit 18 deutscher Jugendvize im Speerwurf und danach als Aktiver mehrmals Badenmeister in verschiedenen Disziplinen. Deutschlandweit stieß er im Zehnkampf an seine Grenzen, denn er hatte Asse wie den Weltrekordler Guido Kretschmer, Jürgen Hingsen und Siggi Wentz vor sich. Die kamen allesamt in Richtung 8500 Punkte, während er am Ende bei knapp 7800 gelandet war.

Ob mehr drin gewesen wäre, wenn er sich wie die Konkurrenten voll auf den Sport konzentriert hätte? Die Frage stellte sich dem damaligen Studenten der Betriebswirtschaft nicht, ihm fehlten halt die Geldgeber. Gern denkt er an einen Abstecher in den Bobsport zurück. In der Wintersaison 1988/89 war er Anschieber im Winterberger Vierer, "da sind wir deutscher Vizemeister geworden."

Schwerpunkt

Beruf Mit erst 27 Jahren hat er dann 1990 seine Karriere beendet: "Das machte auf Dauer keinen Sinn." Und vor allem galt jetzt die Hauptkraft dem Beruf. Martin Milde arbeitete bei einigen Firmen im Rechnungswesen und Controlling. Nebenher trat er für die TG Heilbronn bei Regionalligawettkämpfen an. Und war im Verein Techniktrainer für das Speerwerfen, das Kugelstoßen, den Hürdenlauf und den Zehnkampf. Auch damit war irgendwann Schluss, in den vergangenen zehn, 15 Jahren hielt Milde sich beim Mountainbiken und Bergsteigen einigermaßen fit. Seit 2004 ist er freiberuflich unterwegs und hat gemerkt, wie schnell man Pfunde ansetzt, wenn vor lauter Stress kein Training mehr möglich ist. "Ich wog zeitweise 95 Kilo, jetzt bin ich wieder bei 80." Das wäre bei seiner athletischen Figur und 1,83 Metern Größe okay, ist allerdings immer noch ein Handicap, wenn es um die langen Laufdistanzen geht. "Das Gewicht schleppt man mit sich rum", sagt Milde.

Das hat er gespürt, als er im vergangenen Sommer mit dem Ausdauertraining begann und im Herbst die ersten Volksläufe bestritt. Seine erste Herausforderung war dann Anfang Mai der Ottilienberglauf in Eppingen. Nach 45,12 Minuten war er auf der welligen 10-Kilometer-Strecke im Ziel. Fünf Wochen später folgte der Obersulmer Volkslauf, da war das Profil flacher und die Zeit um fast drei Minuten besser. Vor knapp zwei Wochen wagte er sich dann beim Philippsburger Festungslauf an den Halbmarathon, den er als Dritter der Altersklasse M45 in 1.34,33 Stunden beendete.

Motivation

"Der Ehrgeiz ist immer noch da", antwortet Milde auf die Frage, warum er auch mit Mitte vierzig das Laufen nach dem Leistungsprinzip betreibt. "Über zehn Kilometer will ich unter 40 Minuten bleiben", sagt er. Rücksicht nehmen muss er als Lediger auf niemanden. Er gönnt sich in der Freizeit sogar noch Touren auf dem Rad, klettert in den Bergen, betreibt Yoga und Heilfasten. Demnächst macht Martin Milde im Ötztal bei einem Kletter- und Gletscherkurs mit. Im Herbst peilt er einen Trip nach Nepal an − oder es geht in Afrika auf den Kilimandscharo.

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