Luxus im gelben Zelt
Motorsport - Uli Reinecke, Leiter des Teams und Besitzer eines Motorradgeschäfts in Heilbronn, hat die am professionellsten aufgestellte Mannschaft innerhalb des MCC Frankenbach. Beim Winter-Motocross-Rennen schickt er sieben Fahrer an den Start.
Motorsport - Draußen ist es kalt und windig. Drinnen, im gelben Zelt, verströmt eine Gaskanone angenehme Wärme. Es riecht nach Essen und das Team sitzt gemütlich beisammen. Das ist das Fahrerlager des Heilbronner Teams Suzuki Reinecke.
Uli Reinecke, Leiter des Teams und Besitzer eines Motorradgeschäfts in Heilbronn, hat die am professionellsten aufgestellte Mannschaft innerhalb des MCC Frankenbach. Beim Winter-Motocross-Rennen schickt er sieben Fahrer an den Start. Fünf davon in der Hauptklasse eins. "Je mehr ich die Fahrer entlaste, desto besser werden ihre Ergebnisse", sagt Reinecke und erklärt damit den relativen Luxus − wie eigenen Mechaniker − im Zelt.
Die Fahrer finden hier nicht nur Zeit sich auszuruhen, sondern es gibt auch etwas für den Magen: Spaghetti. "Ein paar Kohlenhydrate zur Stärkung vor dem Rennen", erklärt der Mechaniker Matthias Greidenweis aus Sinsheim. Der Gaskocher und die Plastikstühle − irgendwie hat das etwas von Camping. Ständig lüftet sich die gelbe Zeltplane und ein verschwitzter Fahrer − so muss man unter der lehmverschmierten Kleidung mutmaßen − schiebt eine dreckige Maschine ins Zelt. Das beste Pferd im Stall ist Daniel Siegl. Der 26-Jährige kommt aus Apolda bei Jena und fährt seit diesem Jahr im Heilbronner Team.
Fahren statt schrauben
2005 war er deutscher Meister, bei der Super-Cross-Serie in Dortmund hat er sich im Januar den zweiten Platz gesichert. Das Rennen in Frankenbach ist für ihn ein Vorbereitungsrennen für die deutsche Meisterschaft. "Hier sehe ich, wie die anderen Fahrer so drauf sind. Ich kann mich selbst einordnen und gegebenenfalls mein Training noch modifizieren", sagt Siegl. Seit drei Jahren betreibt der 26-Jährige den Sport professionell. Vorher hat er als Zweiradmechaniker gearbeitet. "Auf den Maschinen fahren macht aber mehr Spaß als an ihnen zu schrauben", sagt er und lacht.
Teamkollege Benedikt Hauck aus Bretzfeld hat gerade noch ein paar Worte mit seinem Privat-Mechaniker − seinem Vater − gewechselt. Der 17-jährige amtierende deutsche Jugendmeister Hauck ist ganz heiß auf das Rennen. "Ich war in Grevenbroich und in Italien am Gardasee zum Training," erzählt er. Nach dem Qualifikationstraining ist die Stimmung dann allerdings gedrückt: "Meine Hinterbremse hat nicht funktionert, jetzt habe ich eine schlechte Position für das Rennen morgen", sagt er.
Tatsächlich wird es beim Rennen am Sonntag dann auch nur ein 19. Platz und nicht, wie erhofft, eine Position unter den ersten zehn. Teamkollege Siegl belegt dafür Platz vier in seiner Klasse. Und auch Jens Wiedemann und (Platz acht) und Steffen Leopold (Platz zehn) können sich unter den Top Ten der Klasse eins platzieren. Der 15-jährige Tim Ebinger aus Großaspach, der für Reinecke in der Klasse drei an den Start geht, hat sich im Trainingslauf bei einem Sturz die Hand verletzt. Er startet trotzdem, auch mit Verletzung reicht es noch für Rang elf. Wie in einer Familie gehe es zu im Team Reinecke, meint Hauck. "Wir sind eine Mannschaft. Man freut sich über Erfolge der Kollegen genauso wie über die eigenen", sagt er.
Für Uli Reinecke ist Motocross sowohl Leidenschaft als auch Werbung: "Wenn wir bei einem Rennen vorne mit dabei sind, gibt das Vertrauen in unsere Maschinen und Mechaniker." Ein mechanischer Ausfall wäre schlecht fürs Geschäft. Doch das Prestige kostet. "Wir brauchen natürlich Sponsoren. Alleine für die Top-Fahrer Daniel Siegl und Jens Wiedemann brauchen wir in einer Saison rund 50.000 Euro. Aber ich kann mich nicht beklagen. Uns geht es gut", sagt Reinecke.
Vom Team Reinecke landete Daniel Siegl in der Klasse 1 auf dem vierten Platz. Auch Jens Wiedemann (acht) und Steffen Leopold (zehn) konnten sich unter den Top Ten der offenen Klasse (bis 500/650 ccm) platzieren. Manuel Wagner wurde 20. und Sebastian Melchinger-Lackner 25. In der Klasse 2 ( 125/250 ccm) erreichte Benedikt Hauck Platz 19 und in der Klasse 3 (85/150 ccm) wurde Tim Ebinger Elfter. Die Fahrer des MCC punkteten vor allem in der Klasse 2. Lars Reuther siegte vor Marco Krauth auf Platz zwei. Philipp Börsch wurde 20. In der Klasse 1 wurde Tim Winkler vom MCC Frankenbach 30. und sein Vereinskamerad Marcel Reuther 31. red

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