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Frisches Schützen-Blut in Waldenburg

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Schiessen - Großes Stühlerücken bei der Schützengilde Waldenburg: Aus dem bisherigen Bundesliga-Team gehen in der nächsten Saison nach fünf Abgängen nur noch zwei Luftpistolen-Asse für den deutschen Meister auf die Jagd nach Ringen. Günter Wüstemeyer reagierte auf den personellen Aderlass mit der Verpflichtung von sechs neuen Pistoleros und eines neuen Trainers.

Von Andreas Eberle
Günter Wüstemeyer präsentiert fünf der sechs Waldenburger Neuzugänge: Abdullah Ustaoglu, Markus Barth, Andreas Reger sowie die Zwillinge Michael und Andreas Heise (von links). Der russische Topschütze Vladimir Isakov fehlt.Foto: Andreas Eberle
Günter Wüstemeyer präsentiert fünf der sechs Waldenburger Neuzugänge: Abdullah Ustaoglu, Markus Barth, Andreas Reger sowie die Zwillinge Michael und Andreas Heise (von links). Der russische Topschütze Vladimir Isakov fehlt.Foto: Andreas Eberle
Schiessen - Großes Stühlerücken bei der Schützengilde Waldenburg: Aus dem bisherigen Bundesliga-Team gehen in der nächsten Saison nach fünf Abgängen nur noch zwei Luftpistolen-Asse für den deutschen Meister auf die Jagd nach Ringen. Günter Wüstemeyer reagierte auf den personellen Aderlass mit der Verpflichtung von sechs neuen Pistoleros und eines neuen Trainers. „Wir haben an Leistungsstärke nicht verloren, sondern eher noch dazugewonnen“, erklärte der Teamchef bei der Präsentation der künftigen Waldenburger Equipe.

Aussteiger

An die Mannschaftssitzung am 20. März denkt Wüstemeyer nur ungern zurück: Gleich fünf Schützen verkündeten ihren Weggang – aus unterschiedlichsten Motiven und trotz des im Februar in Paderborn errungenen deutschen Meistertitels: Leo Braun und Patrik Lengerer sahen bei den Sportschützen des Bundesliga-Rivalen TSV Ötlingen eine neue Herausforderung und erhoffen sich dort einen Leistungsschub; der in Coesfeld (Westfalen) wohnende Michael Peirick wechselt zum Vizemeister SB Broistedt, weil ihm die fast 500 Kilometer lange Anfahrt nach Waldenburg auf Dauer zu stressig und umständlich ist, Ersatzschütze Franz Möndel will sich mehr um seine Funktionärsämter im Bezirk Mittelschwaben kümmern und befand, der Schützengilde in der Bundesliga mit seinen Leistungen ohnehin nicht mehr weiterhelfen zu können, und Marcus Eichfelder, der im Fach Physik gerade an seiner Promotion schreibt, legt eine Schießpause ein.
„Die Kameradschaft und der Teamgeist müssen jetzt noch wachsen.“
          Jürgen Gräfe
„Die Kameradschaft und der Teamgeist müssen jetzt noch wachsen.“ Jürgen Gräfe

Für Wüstemeyer war die Entwicklung ein Schock, denn plötzlich stand er ohne Mannschaft da. Doch der 61-jährige Unternehmer krempelte die Ärmel hoch und bastelte mehrere Wochen lang an einem neuen schlagkräftigen Kader. Mit Erfolg. Mit dem auf Position zwei eingeplanten Abdullah Ustaoglu lotste die Schützengilde einen der besten deutschen Schützen nach Waldenburg. Der gebürtige Türke mit dem deutschen Pass ist Mitglied des Nationalteams und schoss von 1999 bis 2008 für den Bundesliga-Konkurrenten ESV Weil am Rhein. Mit dem Verein gewann der in Karlsruhe lebende Ustaoglu im Jahr 2007 sogar den Titel. Außerdem nahm der 38-jährige Diplomingenieur 2004 an den Olympischen Spielen von Athen teil. „Ich will mal etwas Neues ausprobieren“, sagt Ustaoglu und freut sich vor allem auf seinen künftigen Vereinskollegen Vladimir Gontcharov, Waldenburgs Nummer eins: „Es motiviert mich, mit ihm in derselben Mannschaft zu schießen. Ich hoffe, dass ich mich an seinen Leistungen orientieren kann.“

Auch als Ersatzmann für Gontchrov hat Wüstemeyer einen Hochkaräter geholt: den Weltranglistenersten Vladimir Isakov aus Russland. Auf den Positionen vier und fünf treten künftig die 16 Jahre alten Zwillinge Andreas und Michael Heise an, die zuletzt für den SV 1893 Leubas in der Bayernliga geschossen haben. Beide gelten als große Talente. „Es ist in der Bundesliga einmalig, zwei 16-Jährige als Stammschützen einzusetzen – und auch ein Risiko“, sagt der neue Trainer Jürgen Gräfe. Der 67-Jährige ist Nachfolger des aus beruflichen und privaten Gründen zurückgetretenen bisherigen Übungsleiters Rolf Diesem. Das Waldenburger Aufgebot komplettieren Andreas Reger und Markus Barth, die bisher beim GSV 1900 Asbach-Bäumenheim (Bayernliga) und beim Schützenverein Horkheim (Bezirks-Oberliga) aktiv waren.

„Von den Charakteren her passt die Mannschaft gut zusammen. Kameradschaft und Teamgeist müssen jetzt noch wachsen“, sagt A-Schein-Inhaber Gräfe und glaubt, mit dem Team Großes bewirken zu können: „Platz eins bis drei ist machbar.“


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