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Die Enttäuschung des Siegers

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Gäste dominieren bei den baden-württembergischen Triathlonmeisterschaften rund um die Ehmetsklinge

Von Werner Tewes
Veit Hönle führt das Feld der A-Jugend an – allerdings nur in der Landeskonkurrenz. Den Sieg im Zabergäu holt sich der Saarländer Michael Wocker.Foto: Guido Sawatzki
Veit Hönle führt das Feld der A-Jugend an – allerdings nur in der Landeskonkurrenz. Den Sieg im Zabergäu holt sich der Saarländer Michael Wocker.Foto: Guido Sawatzki

Kurz nach dem Zieleinlauf war die Enttäuschung groß: Matthias Niekrenz sank zu Boden und schlug die Hände über den Kopf. Unzufrieden war der junge Neckarsulmer, unzufrieden über seine Leistung und über das Ergebnis. Dass er soeben baden-württembergischer Triathlonmeister der B-Jugend wurde, er ließ es sich nicht anmerken. Dass er soeben den größten Triumph seiner noch jungen Karriere feiern durfte, es war ihm egal. Zu groß war der Vorsprung auf die im Zabergäu außer Konkurrenz gestarteten Läufer aus dem Saarland und Nordrhein-Westfalen – nicht nur in seiner Disziplin.

Starke Gäste Sieben von insgesamt 15 Podestplätzen gingen an die auswärtige Konkurrenz, obwohl sie gerade Mal 18 von 137 Teilnehmern stellte. Besonders in den B- und A-Jugendklassen lief der baden-württembergische Nachwuchs hinterher: Niekrenz zum Beispiel ganze 1:08 Minuten hinter dem Sieger Marcel Albrecht aus Köln. „Das ist definitiv zuviel“, sagte der 15-Jährige selbstkritisch. „Ehrlich gestanden, hab’ ich mir im Vorfeld wesentlich mehr erhofft. Wenn man bedenkt, dass die Läufer aus den anderen Bundesländern auch bei der deutschen Meisterschaft starten, muss man sagen, dass meine Leistung einiges zu wünschen übrig lässt und, dass ich noch viel verbessern muss.“

Dabei hatte das Rennen viel versprechend begonnen: Beim Schwimmen setzte sich der Neckarsulmer früh mit einer Dreiergruppe vom Rest des Feldes ab. Doch beim Radfahren der Einbruch: Bereits während des ersten Anstiegs von Leonbronn nach Sternenfels verlor Niekrenz den Anschluss an das Spitzenduo Marcel Albrecht und dem Saarländer Marian Schmidt. Das Verfolgerfeld holte ihn ein. Auf der abschließenden Laufeinheit musste der Neckarsulmer schließlich Valentin Lenz aus Ratingen vorbeiziehen lassen. „Da ich beim Radfahren kilometerlang alleine gefahren war, hat mir am Ende die Kraft gefehlt“, gestand Niekrenz.

Seine Teamkollegen von den Sportfreunden Neckarsulm, Diotima Berk und Hannes Wolpert, begannen ebenfalls stark, verloren auf der Radetappe aber gleichfalls an Boden. Berk ging als Fünfte der weiblichen B-Jugend ins Ziel. Da die beiden Erstplatzierten Anna Kempf aus Sankt Ingbert und Desiree Elting aus Bocholt außer Konkurrenz gestartet waren, sprang für sie der dritte Platz bei den Landesmeisterschaften heraus. Wolpert ergatterte als Gesamtfünfter die Bronzemedaille bei den A-Jugendlichen. Auch in seiner Altersklasse lag mit Michael Wocker ein Saarländer vorn – vor Veit Hönle aus Kirchzarten. Mareike Fiebig vom Tri-Team Heuchelberg errang bei den Juniorinnen als Gesamtvierte den dritten Platz der Landesmeisterschaft.

Läuferische Defizite „Die Konkurrenz – besonders die aus dem Saarland – war unheimlich gut drauf“, bilanzierte dann auch Lubos Bilek, Landestrainer Baden-Württembergs. Dennoch war der Coach nicht unzufrieden: „Unsere Leute haben eine gute Leistung gezeigt. Wir müssen zwar im läuferischen Bereich noch zulegen. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir das in den nächsten sieben Wochen bis zu den deutschen Meisterschaften noch hinbekommen werden.“

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