Arik Braun belegt bei der U20-WM Platz drei

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Schach - Ein langes und großartiges Turnier mit einem Wechselbad der Gefühle zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt endete für Arik Braun (Foto:Krüger) aus dem Bundesligateam des SC Eppingen mit einem dritten Platz bei der Weltmeisterschaft der U20 im türkischen Gaziantep.

Arik Braun
Arik Braun

Schach - Ein langes und großartiges Turnier mit einem Wechselbad der Gefühle zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt endete für Arik Braun (Foto:Krüger) aus dem Bundesligateam des SC Eppingen mit einem dritten Platz bei der Weltmeisterschaft der U20 im türkischen Gaziantep.

Zwei Mal – nach den Runden neun und elf – führte der 20-Jährige aus Allmersbach nahe Backnang sogar die Konkurrenz an. Zwei Mal wurde er durch Niederlagen jedoch wieder zurück geworfen und so schien es vor der Schlussrunde, als würde ihm der Medaillenrang bei der WM versagt bleiben.

Nervenstärke Aber Braun behielt die Nerven. Während am Spitzenbrett zwischen GM Howell und GM Gupta die Weltmeisterschaft entschieden wurde, kämpfte Arik Braun gegen den indischen Jungstar GM Negi um Silber. Es entwickelte sich ein erbitterter Kampf, bei dem auch die spätere Computeranalyse keinen der Kombattanten in entscheidendem Vorteil sah.

Nach dem 44. Zug von Braun war das Brett nahezu leer geräumt, so dass sich die Spieler auf ein Remis einigten. Parallel setzte GM Abhijeet Gupta, der Braun-Bezwinger vom Donnerstag, den entscheidenden Konterangriff, der ihm im 32. Zug den Weltmeistertitel bescherte.

Gupta ist bereits der dritte Inder nach Weltmeister Viswanathan Anand (1987) und Pentala Harikrishna (2004), der die „Allklasse“ des Jugendschachs gewann.

Für IM Arik Braun – den U18-Weltmeister von 2006 – ist der dritte Platz bei der U20-WM einer der größten Erfolge seiner Laufbahn. Seine 9 Punkte aus 13 Partien bedeuten eine sagenhafte Performance von 2.663. Immerhin ließ er heuer 22 Großmeister unter 109 Teilnehmern hinter sich und verbesserte sich von Startrang 23 auf Platz drei in der Endtabelle und das trotz zwischenzeitlicher Rückschläge. Es ist die beste Platzierung eines deutschen Teilnehmers in diesem Wettbewerb seit 1995.

Große Kampfmoral Der Soldat bei der Sportkompanie der Bundeswehr in Dillingen/Donau, der seit dem Jahre 2004 an Eppinger Bundesligabrettern spielt, hat in Gaziantep große Kampfmoral und Nervenstärke bewiesen, die er für die nächsten Turniere auch dringend braucht.

In der Bundesliga hat ihn der SCE an Brett 2 gemeldet. Wenn Europameister Sergei Tiviakov verhindert ist, wird er sogar am Spitzenbrett spielen müssen. An Brett 2 ist er auch im Juniorteam des DSB für die Schacholympiade in Dresden im November 2008 nominiert, wenn die Besten der Welt um Medaillen und Titel kämpfen.

Zunächst wird er in Dresden vom Weltschachbund bei dessen nächster Tagung zum Großmeister ernannt werden. Von den drei erforderlichen Normen stammen zwei aus Bundesligaspielzeiten für den SCE, dazu zählt die U18-WM als Norm. Dass auch das Abschneiden in Gaziantep eine GM-Norm darstellt, ist selbstverständlich, aber bereits überflüssig. dg

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben