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TV Bad Rappenau feiert mit dem 9:4 gegen Holzhausen den ersten Sieg seit Februar

Tischtennis - In den Pausen, als er selbst nicht spielte, tauschte Peter Beranek seinen Schläger gegen zwei Handklatschen ein. Mit den blau-weißen Lärminstrumenten von 1899 Hoffenheim feuerte der 44 Jahre alte Routinier des TV Bad Rappenau seine Teamkollegen an. "Klapp", "klapp", "klapp" machte es dann in der Kraichgauhalle, wenn Kai Kappe einen Punkt holte. "Klapp", "klapp", "klapp", wenn Alexander Krieger, Valerij Rakov und Christian Back Bälle schmetterten.
Es machte sehr viel "klapp", "klapp", "klapp" − weil auch viel geklappt hatte am Samstagabend. Mit 9:4 gewannen die Kraichgauer ihr Heimspiel in der Tischtennis-Regionalliga Süd gegen den TTC Holzhausen − ein Erfolg, der ein besonderer Triumph war. Es war der erste Sieg in dieser Saison. Und es war der erste Sieg seit langer, langer Zeit − seit dem 9:4 am 18. Februar gegen die TSG Steinheim. "Eigentlich müsste man jetzt die Anzeigetafel fotografieren", sagte Abteilungsleiter Jürgen Reichert. "Ich hätte nicht gedacht, dass es so deutlich wird", erklärte die Nummer eins, Alexander Krieger, und meinte: "Wichtig ist, dass wir jetzt den Anschluss haben. Es gibt Mannschaften, die nicht zu schlagen sind für uns. Aber es gibt ein breites Mittelfeld. Und da wollen wir dabei sein."
Dominanz Es war ein überzeugend, fast perfekt herausgespielter Heimerfolg. Aus den Doppeln nahm der TV nach Siegen von Alexander Krieger/Valerij Rakov und Sven Happek/Peter Beranek eine 2:1-Führung mit, die immer weiter ausgebaut wurde − von 5:3 über 7:3 bis auf 8:3. Zwei Asse fielen dabei besonders auf: Zum einen Spitzenmann Alexander Krieger, der die volle Punktzahl holte und in seinen beiden Einzeln gegen Jens Kurkowski und Roman Zavoral nicht einen Satz abgab; zum anderen Neuzugang Sven Happek, der sich einmal mehr als Fighter präsentierte und zwei 3:1-Siege gegen Hendrik Fuß und Philipp Hoffmann erkämpfte.
"Ich hatte ein guten Tag", sagte Krieger und freute sich vor allem für Kai Kappe: "Der Kai hat heute richtig einen rausgehauen." Der Kapitän durfte am dritten Spieltag seinen ersten Einzelsieg feiern. Gegen Gregor Meinel duellierte sich Kappe fünf Sätze lang und verwandelte den verflixten zweiten Matchball, der ihm in den Wochen zuvor zu schaffen gemacht hatte, zum alles entscheidenden 11:9. Es war ein Big-Point im Schlagabtausch mit Holzhausen.
Jetzt, mit dem ersten Sieg im Rücken, sieht die Lage schon wieder etwas freundlicher aus. Mit 2:4 Punkten steht der TV Bad Rappenau auf Platz sechs, auf einem Nichtabstiegsplatz. "Auch wenn wir mit zwei Niederlagen gestartet sind − wir haben uns nicht verrückt machen lassen. Wir hatten kein Problem damit", erklärte Christian Back.
Hoffnung Er und das Team sind guter Dinge, dass man auch am Ende der Saison unter den ersten Sechs sein wird − zumal noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Peter Beranek beispielsweise ist noch nicht da, wo er sein will. Wie schon im ersten Saisonspiel gegen den TSV Bad Königshofen verspielte der Neuzugang auch gegen Toni Heinichen vom TTC Holzhausen eine 2:0-Satzführung − und verlor mit 2:3. "Ab dem dritten Satz habe ich zehn Prozent schlechter gespielt. Und mein Gegner hat fast jeden Ball getroffen", sagte Beranek. "Zum Glück haben wir als Mannschaft gewonnen. So ärgere ich mich nur einen Tag über mich und nicht eine ganze Woche."
Wer Peter Beranek kennt, weiß: Er will in den nächsten Wochen nicht nur mit zwei "Hoffe"-Handklatschen für Stimmung sorgen beim TV Bad Rappenau. Sondern auch mit dem Schläger.
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