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Abschlag mit dem Alphorn

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Golf - Wer ihn sieht, wie er so da steht, könnte meinen, er ist ein Alphornbläser. Oder ein Stabhochspringer. Doch Karsten Maas hat weder ein Musikinstrument noch einen Stab in der Hand. Er hält einen Golfschläger fest, einen XXXXXXXL-Golfschläger – den "längsten spielbaren Golfschläger der Welt", wie er sagt.

Von unserem Redakteur Eric Schmidt

Begeistert: Viele Schaulustige sind zum Golfclub Sinsheim in den Buchenauerhof gekommen, um Karsten Maas beim Erlebnistag zu bestaunen.
Begeistert: Viele Schaulustige sind zum Golfclub Sinsheim in den Buchenauerhof gekommen, um Karsten Maas beim Erlebnistag zu bestaunen.

Golf - Wer ihn sieht, wie er so da steht, könnte meinen, er ist ein Alphornbläser. Oder ein Stabhochspringer. Doch Karsten Maas hat weder ein Musikinstrument noch einen Stab in der Hand. Er hält einen Golfschläger fest, einen XXXXXXXL-Golfschläger − den "längsten spielbaren Golfschläger der Welt", wie er sagt. 4,37 Meter ist dieser Driver lang, unheimlich schwer und ziemlich unhandlich. Doch Maas kennt kein Pardon. In weitem Bogen holt er aus und schwingt durch mit seiner Sense. Piiiing! Der Ball fliegt und fliegt und rollt und rollt, bis er nach 150 Metern liegen bleibt. "Gar nicht mal so schlecht", sagt er unter dem Applaus des Publikums.

Golfen ist ja ein ziemlich ernster und ernstzunehmer Sport, bei dem so manchem das Lachen vergehen kann. Golfen kann aber auch lustig sein − dank Karsten Maas. Der 48 Jahre alte Däne ist Trickgolfer von Beruf, eine Art Akrobat mit dem Eisen 7, ein Artist mit dem Putter, dessen Manege die Driving Range ist. Am Sonntag war er anlässlich des bundesweiten Golferlebnistags beim Golfclub Sinsheim im Buchenauerhof zu Gast.

Tüftler

Maas macht mobil. Mehr als 150 Schaulustige beobachten den fingerfertigen Abenteuergolfer bei seinen beiden Shows. Wie er kniend Bälle über 120 Meter weit schlägt. Wie er einbeinig auf einem Klotz ausholt. Wie er auf einem großen Gymnastikball steht und spielt. Maas macht das mit Esprit und Humor. Zu Gute kommt ihm dabei sein Geschick − nicht nur als Golfer, sondern auch als Schlägerbauer. Der ehemalige Profi ist ein Tüftler, Techniker und Trickser, der das Handwerkszeug des Golfers mit viel Fantasie bearbeitet. Schlägerköpfe? Sie haben ein etwas anderes Gesicht als die "Big Bertha" von Callaway,

Maas befestigt Gebrauchsgestände an den unteren Enden. Er kann seine Bälle mit dem Bügeleisen heiß abdampfen lassen, er kann aber auch mit dem Hammer draufhämmern. Manchmal kommt er auf die krumme Tour und beweist mit verbogenen und verbotenen Schlägern sein Können, bisweilen lässt er es mit Schlägern krachen, die Knallgeräusche von sich geben. Danish dynamite einmal anders.

"Kennen Sie ein Eisen 3?" Maas holt einen Schläger mit drei Schlagflächen aus seinem Bag. Nichts ist unmöglich. Er schlägt mehrere Bälle gleichzeitig ab, Bälle, die nebeneinander liegen oder übereinander geschichtet sind. Er spielt mit Vor- und Rückhand wie im Tennis und kann den Golf- zum Volley-Ball machen, indem er ihn dank einer Ballmaschine volley verwertet. "Luftschläge" nennt Maas das dann.

Weltlelite

Trickgolfer ist er seit zehn Jahren. Als er Golflehrer war, sollte er für seinen Club in Dänemark einen Golftag gestalten. Heraus kamen solche Ideen. Mittlerweile gehört Karsten Maas zu den weltbesten Golfartisten. Am vergangenen Dienstag hat er mit seinem alphornähnlichem 4,35-Meter-Riesenschläger in Berlin einen Weltkrekord aufgestellt − 165 Meter schlug er die Kugel weit. Wie er seinen XXXXXXXL-Schläger eigentlich in seinem Gepäck unterkriegt, wenn er auf Reisen geht? Maas zeigt auf sein Fahrzeug − und eine eigens konstruierte Spezialröhre auf dem Fahrzeugdach. Das ist Maas-Arbeit. "Das hab’ ich selbst gemacht", sagt er. "Das gibt’s sonst nirgends auf der Welt."

Eisen 3 einmal anders. Trickgolfer Karsten Maas hat für seine Show einen Schläger mit drei Schlagflächen konstruiert.Fotos: Eric Schmidt
Eisen 3 einmal anders. Trickgolfer Karsten Maas hat für seine Show einen Schläger mit drei Schlagflächen konstruiert.Fotos: Eric Schmidt
Nein, das sind keine Antennen − sondern die längsten Golfschläger der Welt.
Nein, das sind keine Antennen − sondern die längsten Golfschläger der Welt.
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