Hoffen auf den großen Wurf

Frisbee - Mit Frisbee ist es ein bisschen wie mit Federball – ein paar Mitspieler reichen, um auf der Wiese eine Partie zu starten. Wie es neben dem Freizeit-Federball das professionelle Badminton gibt, messen sich leistungsstarke Frisbee-Spieler in nationalen und internationalen Turnieren wie der Weltmeisterschaft vom 7. bis 14. Juli in Sakai, Japan.

Von unserem Redaktions- mitglied Anna Gögelein

Hoffen auf den großen Wurf

"Das Spiel ist berührungslos, es gibt keinen Schiedsrichter und die Spieler klären Fouls unter sich."

Philipp Vonhoff

Frisbee - Mit Frisbee ist es ein bisschen wie mit Federball − ein paar Mitspieler reichen, um auf der Wiese eine Partie zu starten. Wie es neben dem Freizeit-Federball das professionelle Badminton gibt, messen sich leistungsstarke Frisbee-Spieler in nationalen und internationalen Turnieren wie der Weltmeisterschaft vom 7. bis 14. Juli in Sakai, Japan.

Mit dabei sein wird die deutsche Mannschaft. Sieben der 25 Nationalspieler kommen aus dem Raum Heilbronn. "Unser Ziel ist, beste europäische Mannschaft zu werden", sagt Christoph Köble. Wie die anderen Nationalspieler aus der Region ist der 24-Jährige im Zusammenschluss Bad Skid − 2007 von Spielern aus Bad Rappenau, Massenbach, Heilbronn, Gemmrigheim und Bönnigheim beim TSV Massenbach gegründet.

Seit September 2011 ist Bad Skid deutscher Meister, bei den European Ultimate Championship Finals erreichte die Mannschaft Platz fünf.

Anders als Badminton ist Frisbee nicht olympische Disziplin und damit für viele eine unbekannte Nischensportart. Seit der ehemalige US-Nationalspieler Mark Kendall 1985 beruflich nach Baden-Württemberg kam und die Wurfscheibe mitbrachte, hat sich viel getan. 1991 baute er in Massenbach die erste Frisbee-Abteilung der Region auf.

Wurfgeschick

Als 2000 die Frisbee-WM in Heilbronn stattfand, 2008 die deutsche Meisterschaft und 2010 die Junioren-WM, konnte Nachwuchs begeistert werden. Schnelligkeit, Athletik, Wurfgeschick und der Fairnessgedanke sind wichtig, erklärt Bad Skid-Spieler Philipp Vonhoff (31). "Das Spiel ist berührungslos, es gibt keinen Schiedsrichter und die Spieler klären Fouls unter sich." Der frühe Aufbau von Jugendteams hat Heilbronn zur Frisbee-Schwerpunktregion gemacht. "Heute gibt es 20 Mannschaften und 300 Aktive", sagt der 52-jährige Pionier Kendall.

Viele der Bad Skid-Spieler sind als Trainer aktiv, hinzu kommen Einheiten mit der Mannschaft und privates Konditionstraining. "Wir sehen uns als Leistungssportler", sagen Vonhoff und Köble. Bisher gebe es im Umkreis wenige hochklassig spielende Teams, "noch gibt es keine Profiliga wie in den USA, noch ist Frisbee nicht wie in Japan Betriebssportart".

Entsprechend häufig fährt Bad Skid zu mehrtägigen Auswärtsturnieren. Finanziert wird fast ausschließlich aus eigener Tasche. "Sponsoren sind selten", sagt Köble, was so manchen schon in die Bredouille gebracht hat: "Für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft habe ich meinen Studienabschluss verzögert, um Geld für die Reise verdienen zu können."

Schon 2008 war Christoph Köble als Nationalspieler für die WM in Kanada nominiert, musste aber wegen der hohen Kosten verzichten. Umso mehr freut er sich nun auf auf das Turnier in Japan.

Schweden besiegt

"Die Favoriten USA, Kanada, Australien und Japan sind nicht ohne", weiß Köble. Doch auch das deutsche Team hat Chancen: "Im Vorbereitungsturnier haben wir Europameister Schweden besiegt." Nach der WM steht für die Bad-Skid-Spieler die Qualifikationzur deutschen Meisterschaft auf dem Programm. "Im September werden wir unseren Titel verteidigen", sagt Köble.

Frisbee-Spieler aus der Region, die bei der Weltmeisterschaft in Japan dabei sind: Jan Rether, Holger Beuttenmüller, Martin Cronacher, Christoph Köble, Nico Müller, David Schall, Marvin Waldvogel.


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