Dominik Britsch siegt nach zehn Runden

Boxen - Dominik Britsch ist vielseitig. Am Samstagabend trumpfte der Neckarsulmer in seinem Junioren-Weltmeisterschaftskampf gegen den Belgier Michael Recloux mit einem klaren Punktsieg in der Berliner O2 World auf. Am Sonntag führte er schließlich seine 15-köpfige Reisegruppe aus dem Unterland durch die Hauptstadt.

Von Marco Scheinhof

Strahlemänner mit Kranz: Dominik Britsch (rechts) verteidigte am Samstag seinen Junioren-Weltmeistertitel ohne große probleme. Auch Trainer Ulli Wegner war zufrieden mit seinem Schützling.  
Boxen - Dominik Britsch ist vielseitig. Am Samstagabend trumpfte der Neckarsulmer in seinem Junioren-Weltmeisterschaftskampf gegen den Belgier Michael Recloux mit einem klaren Punktsieg in der Berliner O2 World auf. Am Sonntag führte er schließlich seine 15-köpfige Reisegruppe aus dem Unterland durch die Hauptstadt. „Es sind viele Freunde zu Besuch, die noch nie in Berlin waren“, erzählte Britsch. Sowohl als Boxer als auch als Reiseleiter machte der 21-Jährige eine mehr als überzeugende Figur.

Britsch hatte am Samstag mit dem Problem zu kämpfen, dass er sich bis eine Woche vor dem Kampf auf den ehemaligen Junioren-Weltmeister Adriano Cardarello vorbereitet hatte. Also auf einen Kontrahenten, der größer als Britsch selbst ist. Cardarello musste allerdings kurzfristig absagen, mit Recloux war schnell ein Ersatz gefunden. Das Problem: Recloux ist gleich groß wie Britsch. Ein Umstand, der zu Problemen hätte führen können. Tat er aber nicht. Ab der ersten Runde hatte Britsch alles im Griff. „Ich hatte einen schwereren Kampf erwartet“, sagte der Neckarsulmer.

Schon in der ersten Runde hatte er Recloux mit einer rechten Gerade auf den Ringboden befördert. Der Belgier kam aber rechtzeitig wieder in den Stand und hielt über die zehn Runden durch. In Runde drei musste er noch einen Cut an der Nase verkraften. Britsch kam dagegen fast ohne Blessuren davon. Nur eine leichte Schwellung unter dem linken Auge erinnerte am Sonntag daran, dass Britsch am Abend zuvor einen Boxkampf bestritten hatte.

Taktisch klug

Auch Trainer Ulli Wegner war letztlich mit dem Auftritt seines Schützlings zufrieden. „Alle meine Boxer haben taktisch sehr gut geboxt“, lobte der Routinier. Auf Britsch trifft das in jedem Fall zu. Von Beginn an hatte er seinen Gegner im Griff. „Ich hatte überhaupt keine Probleme“, erzählt Britsch. Sehr zur Freude seiner zahlreichen Fans, die aus dem Unterland in Richtung Berlin gereist waren. Neben Eltern und Großeltern waren zahlreiche Freunde in der O2 World dabei. Neben dem Kampf erlebten sie eine lange Nacht in Berlin.

Erst um 4 Uhr kam Britsch ins Bett, zuvor hatte er seine Freunde zum Essen eingeladen. Hierfür ließ er sogar seine Vip-Tickets für die Party nach dem Hauptkampf von Arthur Abraham verfallen. „Ich hatte nur vier Karten bekommen. Nach zehn Minuten bin ich dann wieder gegangen“, sagte Britsch.

Um 8 Uhr am Sonntagmorgen war Britsch schon wieder wach. Um 9 Uhr stand schon wieder Jogging auf dem Programm. „Nach einem Kampf ist das immer gut“, sagt er. Zur Erholung. Zumal zunächst kaum eine Pause ansteht. Am 5. Dezember wird er schon wieder gefordert sein. In Ludwigsburg wartet ein Kampf vor heimischem Publikum. Ein Auftritt, auf den sich der 21-Jährige besonders freut.

Wieder daheim

Allerdings wird er dann auf ein Engagement als Reiseleiter verzichten müssen. In Ludwigsburg kennen sich Freunde und Fans bestens aus. In Berlin hatte ihnen Dominik Britsch am Sonntag noch im Regen das Brandenburger Tor oder den Fernsehturm gezeigt, bevor es mit mehreren Autos auf die Heimreise ins Unterland ging. „Ich freue mich, jetzt wieder daheim zu sein“, sagte Britsch. Auch wenn Ausruhen kaum auf dem Programm stehen wird. Es gilt, die Form weiterhin zu halten. Schließlich soll seine Bilanz makellos bleiben. Bislang hat er 16 Profikämpfe bestritten – und alle 16 souverän gewonnen.

Neues Einlauflied geplant

Bislang fehlt Dominik Britsch noch ein festes Lied, das bei seinem Gang zum Ring gespielt wird. „Ich habe immer ein anderes Einlauflied“, sagt der Neckarsulmer. Bald könnte sich das ändern. Trainer Ulli Wegner hat in Aussicht gestellt, dem 21-Jährigen ein Einlauflied komponieren zu lassen. „Er hat da sehr gute Kontakte, noch weiß ich aber nicht, in welche Richtung das Lied gehen könnte“, sagt Britsch. Sollte er irgendwann einmal einen Hauptkampf des Abends bestreiten, hätte sich das Problem eh gelöst. Dort sind oft Liveauftritte geboten. Bei Arthur Abrahams Kampf am Samstag spielten die Scorpions.



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