TSB Horkheim ist breiter aufgestellt

Handball - Wegen des Umbaus in der zweiten Liga von zwei zu einer Staffel wird auch die 3. Liga Süd in der kommenden Saison noch einmal deutlich stärker besetzt sein als bisher. Denn aus der bisherigen 2. Liga Süd sind gleich vier Clubs abgerutscht.

Von Klaus Apitz

Handball - Wegen des Umbaus in der zweiten Liga von zwei zu einer Staffel wird auch die 3. Liga Süd in der kommenden Saison noch einmal deutlich stärker besetzt sein als bisher. Denn aus der bisherigen 2. Liga Süd sind gleich vier Clubs abgerutscht. Dies wird auch für den TSB Horkheim zur Herausforderung. Dieser war zuletzt zweimal Vizemeister, doch an eine Wiederholung dieses Erfolgs ist in der jetzt beginnenden Saison nicht zu denken. "Es gilt zu allererst, die Liga zu halten", sagt Trainer Volker Blumenschein. Dieser hat den ersten Härtetest an diesem Samstag mit dem Erstrunden-Pokalspiel im nationalen Pokalwettbewerb gegen HSC 2000 Coburg zu absolvieren.

Die Horkheimer können mit breiter Brust ins Spiel gehen (20 Uhr, Stauwehrhalle), denn sie haben im Vorfeld zwei Pflöcke eingeschlagen. Da war einmal der Sieg in Lauffen gegen den Erstliga-Absteiger TSG Friesenheim. Und auch am vergangenen Sonntag wurde mit der SG Bietigheim im Finale des Bönnigheimer Turniers ein Zweitligist geschlagen. "Da kann man nicht meckern", ist Blumenschein zufrieden.

TSB Horkheim ist breiter aufgestellt
Evgeni Prasolov: Hat Zug nach vorn und ist ein torgefährlicher Spieler.

Umschichtungen

Denn der Verein muss mit dem gleichen Etat auskommen wie in der vergangenen Saison. Das sind etwa 400 000 Euro, und damit stehen die Horkheimer nicht im Vorderfeld der Liga. Deshalb wurde versucht, die Qualität des Kaders durch Umschichtungen leicht anzuheben. Und im Falle von Evgeni Prasolov scheint diese Rechnung aufzugehen. Er ersetzt den Routinier Matthias Polifka, der in seine nordbadische Heimat zurückkehrte. Er war ein wertvoller Spieler, aber eben nicht mehr einer, der ein Spiel allein entscheiden kann.

Da erhoffen sie sich in Horkheim von Prasolov mehr, vor allem auch wegen dessen jugendlichem Elan. Prasolov ist erst 23, hat also noch die Kräfte, um jeden Gegenstoß und jedes Rückzugsmanöver mitzugehen. Ist einer, der die gegnerische Abwehr attackiert. Er war mit 19 und 20 Außenstürmer beim Zweitligisten TV Bittenfeld, ehe er sich dazu entschloss, auf sein Studium zu setzen und handballerisch kürzerzutreten. Nach zwei Jahren in seiner Schmidener Heimat nun also der Sprung in Liga drei.

Er ist auch einer, der nicht nur im zentralen Rückraum spielen wird, sondern vielseitig einsetzbar ist. Das gilt auch für Aaron Blessing. Der Ex-Bietigheimer soll Markus Schumacher auf der linken Seite entlasten. Auch der vom Bezirksligisten Frankenbach gekommene Daniel Frank ist Distanzschütze.

"Wir haben im Rückraum mehr Möglichleiten, sind variabler", sagt Michael Löbich, der abseits von Blumenscheins Aufgaben für die Mannschaft zuständig ist. "Wir haben unser Spiel analysiert, dabei kam heraus, dass es zu berechenbar war", sagt der Trainer. Frank und Blessing sind quasi der Ersatz für Damir Marjanovic, der in Horkheim nicht in Tritt kam.

TSB Horkheim ist breiter aufgestellt
Aaron Blessing: Im Horkheimer Rückraum ist er vielseitig einsetzbar.

Abwehr trainiert

Künftig also werden seine Rückraumspieler immer wieder an anderen Stellen den Gegner bearbeiten. Lediglich Philipp Kroll als Linkshänder wird meist von der rechten Seite aus agieren. Und dann hat das Trainerteam intensiv daran gearbeitet, in der Abwehr ebenfalls flexibler auf Gegner reagieren zu können. Mit sechs Mann auf einer Linie, das wird nicht mehr die Regel sein. "Wir haben auch offensive Varianten eingeübt", so Blumenschein. Damit soll das Konterspiel aktiviert werden, um die schnellen Außen viel mehr als vergangene Saison mit Steilvorlagen auf die Reise zu schicken.

Der Horkheimer Kader Torhüter: Nr. 17 Timo Hirschmann, 16 Wojciech Honisch.

Kreisläufer: 4 Felix Günthner, 17 Stefan Fähnle.

Rückraum: 9 Felix Knoll, 10 Philipp Kroll, 18 Markus Schumacher, 21 Evgeni Prasolov, 22 Daniel Frank, 24 Aaron Blessing, 26 Michael Hau.

Außen: 7 MichaelKaupert, 60 Jan König, 2 Valentin Weckerle, 9 Philipp Maurer.