Dino will endlich den Absprung schaffen

Handball - Der TSV Weinsberg ist wer im württembergischen Handball. Seit 13 Jahren sind die Handballer auf dem Sprung, die Verbandsebene zu verlassen. Das ist dem Dino der Liga aber immer verwehrt geblieben.

Von Klaus Apitz

Dino will endlich den Absprung schaffen
Da wollen Bernd Bordon und seine Weinsberger endlich mal hin, nach oben in die Oberliga. Sie hatten seit 1998 in der Württembergliga etliche Male die Chance dazu, sind aber immer knapp gescheitert.Foto: Archiv/Veigel

Handball - Der TSV Weinsberg ist wer im württembergischen Handball. Seit 13 Jahren sind die Handballer auf dem Sprung, die Verbandsebene zu verlassen. Das ist dem Dino der Liga aber immer verwehrt geblieben. Jetzt nimmt man einen neuen Anlauf, hatte aber bereits zwei Stolperer. Und so wird das Kräftemessen mit dem Württembergliga-Tabellenführer TSB Schwäbisch Gmünd an diesem Samstag (20 Uhr, Weibertreuhalle) zu einer frühen Weichenstellung in Sachen Meisterschaft.

1994 machten sich die Weinsberger daran, die sportlichen Niederungen der Bezirksliga zu verlassen. Wobei der damalige Spieler Holger Wahl die treibende Kraft war. Er putzte Klinken, bemühte sich mit großem Elan und Einsatz um Sponsoren.

Geburtshelfer

Die sportliche Leitung übernahm Thomas König, der vom TSB Horkheim kam. Diesen hatte zuvor schon Peter Baumann verlassen, so dass praktisch ein ehemaliges Horkheimer Trio zum Geburtshelfer des Aufschwungs in Weinsberg wurde. "Wir sind sofort von der Bezirksliga in die Landesliga aufgestiegen", erinnert sich König. 1998 war über die Zwischenstation Verbandsliga die Oberliga erreicht, die inzwischen Württembergliga heißt.

"Damals hatte ich die Überzeugung, es bis in die Regionalliga zu schaffen", sagt König. Und mit derErfahrung von heute hätte es womöglich auch geklappt. Doch trotz starker Spieler wie Hadzimuhamedovic, Pejic, Bartels, Baumann und Toskic gelang es nicht, die ganz große Mannschaft zu formen. Bis auf Baumann spielten alle später in der 2. Liga. Der TSV hatte auch das Pech, praktisch in jedem Jahr einen Club vor der Nase zu haben, der besser war. Mal war es Balingen, mal Neuhausen/Filder, mal Bietigheim, mal Bittenfeld − alle sind bis in die 2. Liga marschiert, Balingen sogar ins Oberhaus. "Wir sind dann auch an unsere finanziellen Grenzen gestoßen", sagt König, der im Sommer 2003 zum Zweitligisten TV Kornwestheim wechselte und mittlerweile die TSG Friesenheim in Liga eins geführt hat.

Aus dem Effeff

Für Kontinuität war freilich gesorgt, denn der Nachfolger kam aus dem eigenen Stall. Axel Mayer war in der Ära König erst Spieler, dann als Co-Trainer dessen rechte Hand. Er kannte den Laden aus dem Effeff. "Wir haben damals einen großen Schnitt gemacht und es mit jungen Spielern versucht", sagt Mayer. Das Experiment glückte, denn selbst in dieser Konstellation reichte es zu Rang drei. In jenen Jahren war es dann Erwin Deininger, der als erster Mann des Fördervereins die Fäden hinter den Kulissen zog. "Mit ihm habe ich immer die Mannschaften zusammengestellt", so Mayer.

Ein Bernd Bordon schaffte den Durchbruch und bildet inzwischen mit Tim Landenberger (aus Mosbach) und dem Spielmacher Markus Kübler (aus Bietigheim) ein Trio infernale. Die Weinsberger Rückraumschützen sind die effektivsten der Liga. Doch auch Mayer gelang der ersehnte Sprung nach oben nicht, in den vergangenen beiden Jaren fehlte jeweils ein Törchen. "Ich fiebere mit und bin optimistisch, denn die Mannschaft ist zuletzt gut in Form gekommen."

Mayer wurde im Sommer von Baumann beerbt. Wäre im Falle einer Niederlage, es wäre bereits die dritte, der Absprung ein weiteres Mal verpasst? "Das sehe ich nicht so, auch unsere Konkurrenten werden noch Punkte abgeben", sagt der Trainer. Die andere Variante wäre freilich schöner: "Dann sind wir wieder ganz vorne dabei."

Dino will endlich den Absprung schaffen
Von der Bezirks- in die Württembergliga: Trainer Thomas König.Foto: Archiv/Veigel
Dino will endlich den Absprung schaffen
Zwei Mal den Aufstieg knapp verpasst: TrainerAxel Mayer.Foto: Archiv /Bertok
Dino will endlich den Absprung schaffen
Sagt seit dieser Saison, wo es langgeht: Peter Baumann.Foto: Archiv/Bertok