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Sich durchgebissen und die Zähne gezeigt

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Eine wegen Personalproblemen schwierige Saison hat für Handballfrauen der HSG Kochertürn/Stein ein Happy End

Von Klaus Apitz
Die Kochertürnerinnen kämpften stark und standen auch sicher in der Abwehr. Von links: Die in der Schlussphase eingesetzte Torhüterin Marie-Katrin Zentler, Linda Hoffmann, Stefanie Brunner und Carolin Reber. (Foto: Schmerbeck)
Die Kochertürnerinnen kämpften stark und standen auch sicher in der Abwehr. Von links: Die in der Schlussphase eingesetzte Torhüterin Marie-Katrin Zentler, Linda Hoffmann, Stefanie Brunner und Carolin Reber. (Foto: Schmerbeck)

Es stand 26:24, noch sechs, sieben Minuten waren zu spielen, die Partie noch umkämpft. Da entschied sich Trainer Volker Waffenschmidt für einen Wechsel im Tor, Marie-Katrin Zentler kam für Karolin Bubeck. Der Rest ist bekannt, Metzingen gelang kein Tor mehr, Kochertürn entschied mit drei weiteren Treffern das Spiel. Und so hatte Zentler, die so lange hatte auf der Bank ausharren müssen, wie zuvor Bubeck ihren Anteil am erreichten Erfolg. Hinterher wurde erst vor der Neuenstadter Helmbundhalle gefeiert, dann drinnen mit Pizza und so manchem Gläschen Sekt.

"Aggressiv", hatte es zuvor aus vollen Kehlen geschallt. Dies ist der Schlachtruf der HSG-Handballerinnen, wenn sie vor dem Spiel und nach den Auszeiten die Köpfe zusammenstecken. Und es passt, denn die bedinungslose Kampfeslust ist ihre große Stärke. "Sie können sich durchbeißen", sagt Waffenschmidt, der sich in dieser Hinsicht auch im alles entscheidenden letzten Spiel darauf verlassen konnte: "Sie haben sich zusamengerauft und die Zähne gezeigt."

Waffenschmidt hatte den Trainerjob im vergangenen Sommer übernommen, und sagt: "Es war ein Problem für mich, die Mannschaft zusammenzuführen." Und das war nicht nur deshalb so, weil er alle erst näher mit ihren Stärken und Schwächen kennenlernen musste. Hauptgrund war ein Personalproblem. Nina Heck hatte sich studienbedingt zurückgezogen, für sie war erst ab der Rückrunde mit der aus Oßweil gekommenen Linda Hoffmann hochkarätiger Ersatz auf der halblinken Rückraumpostion da. Wiebke Schabbel schied in der Winterpause aus, und Pamela Fritz hatte schon nach den ersten Spielen vom Arzt wegen ihrer Hüftprobleme aussteigen müssen.

Und so geriet Kochertürn gleich unter Druck, von den ersten sechs Spielen wurde nur eines gewonnen, es gab drei Unentschieden und zwei knappe Niederlagen ganz zu Beginn. Es folgte dann noch eine Durststrecke Anfang des Jahres. "Doch zum Ende hin hat sich alles gebessert", sagt Linda Hoffmann. Auch sie war inzwischen integriert. Und dann half die erfahrene Pamela Fritz in der Not doch mit Kurzeinsätzen aus. Und zwar äußerst effektiv, denn gegen Metzingen machte sie sieben Tore.

Wie es weitergeht? "Wir brauchen einen größeren Kader", sagt Waffenschmidt, deshalb sollen noch zwei, drei Spielerinnen geholt werden. Für ein Team, in dem laut dem bisherigen Abteilungsleiter Volker Gertig "es alle aus Spaß machen und sich wohlfühlen." Es ist also kein Geld im Spiel, sieht man mal vom verfahrenen Sprit bei längeren Anfahrtswegen ab.

Gertig hat seit vergangenem Freitag übrigens zwei Nachfolger, Markus Weichert und Klaus Blattner. Zwei, die für Kontinuität stehen, wenn es um die Unterstützung der Oberliga-Frauen geht.

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