NSU-Frauen machen Appetit auf mehr
Handball - Da staunten selbst die mitgereisten Fans von Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen nicht schlecht. Sätze wie "Wahnsinn, was die junge Torhüterin hält" oder "Ein tolles Talent" machten auf der gut gefüllten Tribüne in der Ballei immer wieder die Runde.

Handball - Da staunten selbst die mitgereisten Fans von Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen nicht schlecht. Sätze wie "Wahnsinn, was die junge Torhüterin hält" oder "Ein tolles Talent" machten auf der gut gefüllten Tribüne in der Ballei immer wieder die Runde. Die Komplimente gingen allesamt an die Adresse von Vanessa Steinhoff. Und das verdientermaßen: Denn die 16 Jahre junge Torhüterin der Neckarsulmer Sport-Union dürfte beim Spiel um Platz drei des TDS-Handball-Cups gegen West-Drittligist TSG Ketsch eine Hälfte ran − und parierte in diesen 20 Minuten zehn Würfe, darunter einen Siebenmeter. Am Ende sicherten sich die Schützlinge von NSU-Trainer Emir Hadzimuhamedovic durch einen 29:19 (14:8)-Erfolg gegen den gleichklassigen Kontrahenten den dritten Platz − auch dank Vanessa Steinhoff.
Hadzimuhamedovic war nach der starken Vorstellung seiner Mannschaft zufrieden. "Wir wollten den Zuschauern gute Leistungen zeigen und Ketsch schlagen − das haben wir geschafft. Ich glaube, wir sind gut vorbereitet für die Saison", sagte der NSU-Trainer, der schon im Halbfinale gegen das favorisierte Frisch Auf Göppingen, das später das Finale mit 20:23 (8:12) gegen den anderen Erstligisten TuS Metzingen verlor, eine starke Vorstellung seines Teams zu sehen bekam. Auch wenn unter dem Strich eine knappe 18:20 (8:10)-Niederlage stand.
Vielversprechend Gegen den Tabellensiebten der vergangenen Bundesliga-Saison war während der verkürzten 40-minütigen Spielzeit lange kaum ein Klassenunterschied zu sehen. Aus einer gut abgestimmten 6:0-Deckung, die phasenweise lediglich Probleme mit der Göppinger Kreisläuferin Anika Leppert offenbarte, wurden immer wieder erste und zweite Welle initiiert. Und auch im gebundenen Angriffsspiel sahen die Aktionen wenige Tage vor dem Saisonstart zumeist vielversprechend aus. "Wir haben viel gewechselt, ohne dass wir qualitativ abgefallen sind. So konnten wir das Tempo mit Göppingen lange mitgehen", erklärte Hadzimuhamedovic.
Noch mehr habe ihn jedoch gefreut, "dass wir auch bei höheren Rückständen nicht aufgesteckt und frech weitergespielt haben. Das gibt der Mannschaft Selbstvertrauen". Der NSU-Übungsleiter spielte damit vor allem auf die Phase an, in der aus einem 5:5 (10. Minute) innerhalb von sieben Minuten ein 5:9-Rückstand wurde. Dass die Neckarsulmerinnen die Partie in der Folge dennoch bis vier Minuten vor Schluss offen gestalten und an einer faustdicken Überraschung schnuppern konnten (16:17), nötigte auch Göppingens Trainer Aleksandar Knezevic Respekt ab. "Die haben uns Probleme gemacht. Ich denke, die NSU wird in der dritten Liga oben mitspielen."
Nur dabei statt mittendrin beim Turnier war Helena Odenwald. Die 17 Jahre alte Linksaußen, die sich vor etwa zwei Wochen im Training das Knie verdrehte, konnte ihrem Team nur auf der Bank die Daumen drücken. "Die Mannschaft hat super gespielt. Ich wäre gern auf dem Feld dabei gewesen", sagte Odenwald, die sich bereits im vergangenen November das Kreuzband gerissen und sich gerade erst wieder herangekämpft hatte. "Das ist ein bitterer Rückschlag, aber ich habe in den letzten Monaten gelernt, dass es nichts bringt, zu hadern. Ich will einfach so schnell wie möglich wieder fit werden", sagte Odenwald, die momentan nur Radfahren darf.
Dabei ist über die Schwere der Verletzung noch nicht viel bekannt. Bei den MRT-Aufnahmen sei wegen der Schwellung im Knie nur wenig zu erkennen gewesen, erklärte die 17-Jährige. "Es sieht so aus, als ob das Kreuzband wieder etwas abbekommen hat. Aber um eine Operation werde ich wohl herumkommen." Eine weitere MRT-Untersuchung in vier Wochen soll nun Aufschluss geben. Odenwald: "Ich hoffe, dass ich in drei Monaten wieder dabei bin." Nicht nur dabei, sondern wieder mittendrin.
NSU gegen Göppingen: Hanna Kümmerlen, Susanne Anker, Vanessa Steinhoff (n.e.) - Isabell Tissekker (5 Tore, 2 Siebenmeter), Martina Fritz (5/1), Hannah Breitinger (1), Lena Hoffmann (3), Luisa Gerber (2), Kathrin Fischer (2), Svenja Kaufmann, Maria Odenwald, Tanja Brunn; Julia Ost, Julia Perger (n.e.)
NSU gegen Ketsch: Steinhoff, Kümmerlen, Anker (n.e.) - Tissekker (5/2), Fritz, Breitinger (4), Hoffmann (4/2), Gerber (6/1), Fischer (3), Kaufmann (3), M. Odenwald (3), Brunn, Ost (1), Perger.



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