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Mit dem essbaren Schuh nach oben

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Erst Sahnetore, dann Sahnetorte: TV Bad Rappenau feiert den Aufstieg in die Handball-Kreisliga 1

Von Marc Schmerbeck
Sahnehäubchen zum Saisonabschluss: Nach dem 25:12-Heimsieg gegen die SG Abstatt/Untergruppenbach vernaschen Mark Rubey (Mitte) und der TV Bad Rappenau eine Schuhtorte. (Foto: Marc Schmerbeck)
Sahnehäubchen zum Saisonabschluss: Nach dem 25:12-Heimsieg gegen die SG Abstatt/Untergruppenbach vernaschen Mark Rubey (Mitte) und der TV Bad Rappenau eine Schuhtorte. (Foto: Marc Schmerbeck)
 Die Freude blieb am Ende verhalten. Ein paar kurze Umarmungen, die Welle vor den Fans - und ab ging’s unter die Dusche. Das war’s für diese Saison. Zu klar war die Angelegenheit im letzten Spiel. Zu tief saß der Frust über das unnötige Unentschieden eine Woche zuvor gegen die TGV Beilstein 3, das dem TV Bad Rappenau die Meisterschaft in der Handball-Kreisliga 2 gekostet hatte. „Das war schon ärgerlich“, meinte TV-Spieler Marc Rubey.

15:3 führte der TV Bad Rappenau bereits zur Halbzeit gegen den Absteiger SG Abstatt/Untergruppenbach 2. Am Ende hieß es 25:12. Der zweite Platz war gesichert und damit wohl auch der Aufstieg in die Kreisliga 1. „Es kommt noch drauf an, wer aus der badischen Landesliga absteigt. Aber ich gehe davon aus, dass wir es geschafft haben“, sagte Trainer Klaus Kirrstetter. „Eigentlich schwebt keine Mannschaft, die zu uns in den Bezirk kommen würde, in Abstiegsgefahr.“

Es war das Sahnehäubchen einer gelungenen Saison. Und alles war für ein Festmahl bereitet. Tisch und Stuhl standen im Foyer der Mühltalhalle bereit. Dazu Messer und Gabel sowie eine Serviette. Doch einer schien sich nicht wohl in seiner Haut zu fühlen: Mark Rubey. Etwas verzweifelt schaute er auf das Besteck, ganz so, als sei es ein Folterinstrument. Doch er hatte sich die Sache selbst zuzuschreiben. „Wenn wir aufsteigen“, hatte Rubey vor der Saison gesagt, „dann esse ich einen Schuh.“

Seine Kameraden hatten das Versprechen wörtlich genommen. Es half nichts, Rubey musste zu Tisch. Mit bangem Blick wartete er. Doch es sollte sich als halb so schlimm erweisen. Der Schuh in der Hand des Trainers entpuppte sich als Sahnestück, als Torte mit viel Biskuit und Mandeln. Ein kleines süßes Bonbon für die Mannschaft. Rubey konnte kräftig zugreifen.

„Mit dem Aufstieg hätte vor der Runde keiner gerechnet. Das Ziel war der Klassenerhalt. Ein ausgeglichenes Punkteverhältnis wäre in Ordnung gewesen“, meint Kirrstetter. „Es hat einfach gepasst. Wir können uns nicht beklagen. Schade ist eben, dass wir die Meisterschaft leichtfertig verspielt haben.“ Zu gering sei die Trainingsbeteiligung nach Weihnachten gewesen, bemängelte er weiter. „Das hat uns die entscheidenden Punkte gekostet.“ Doch der Coach musste auch zugeben: „Hardheim steht verdient an der Tabellenspitze. Das war die stärkste Mannschaft. Wenn die nicht acht Punkte abgezogen bekommen hätten, wären sie ganz souverän vorne weg marschiert.“

Personell wird sich in der kommenden Runde nicht viel ändern. „Wir bleiben zusammen und werden wohl auch keine Neuzugänge haben. Wir werden sehen, ob es reicht. Aber alle haben ja bereits zwei Klassen höher gespielt.“ Seit sieben bis acht Jahren hat sich im Team des TV kaum etwas verändert. „Vor vier Jahren sind drei Spieler aus der Jugend hinzugekommen“, sagt Kirrstetter. „Das war’s.“

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