Kein Druck mehr, sondern Spaß

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Nach neun Jahren verlässt der Handball-Torjäger Dumitru Cartos den TSB Horkheim

Von kap

"Ich hatte eine schöne Zeit hier. Das Beste waren die drei letzten Jahre, als wir zwei Mal Dritter und einmal Vierter wurden", sagt der 31-Jährige. Er ist im Dezember 1994 nach Deutschland gekommen, hat dort zunächst im Training mitgemacht und war einen Monat später schon für den TSB im Einsatz. Als Rückraumschütze auf der linken Seite erzielte er all die Jahre immer seine sieben, acht Tore pro Spiel.

In Horkheim, und zwar beim berühmten Handballer-Fasching, funkte es zwischen ihm und seiner jetzigen Frau Sabine, die früher auch aktive Handballerin beim TSB war. "Ich habe mich dann entschieden, in Deutschland zu bleiben", sagt Cartos, der sich in Horkheim über den Handball bestens integriert hat und Vater der fünfjährigen Lena-Marie ist.

In Horkheim hat er einige Jahre als Profi gespielt, doch längst verdient er das meiste Geld bei Intersport als Lagerarbeiter. Dass er den TSB, der fast seine zweite Heimat wurde, jetzt verlässt, haben viele nicht verstanden. "Ich habe im November vom Verein viel Kritik bekommen, da waren wir Vierter", sagt Cartos. Es lief für ihn nach einer Verletzung zwar nicht so gut, für den Club aber schon. Er fühlte sich unter Druck gesetzt. Auch die Freude, die er immer am Handball hatte, ist etwas verloren gegangen.

"Ich will Spaß haben", sagt er deshalb, "und der TV Flein ist ein Verein, wo ich helfen kann." Dorthin hat er auch schon seit langer Zeit Kontakte und weiß deshalb, was ihn dort erwartet. Keine übermäßige Kritik jedenfalls, wenn er mal nicht so viel Tore macht wie erhofft. Cartos macht gerade seine Trainer-C-Lizenz und wird dort die B-Jugend betreuen.

Die Horkheimer lassen ihn ungern ziehen, das wurde aus den Abschiedsworten von Herwig Jarosch, dem Vorsitzenden der TSB-Handballer, vor dem Spiel gegen Forchheim deutlich. Cartos werde hoffentlich erkennen, "dass es der falsche Weg war." Und er fügte an: "Wir hoffen, dass du zu uns zurückkehrst." Als Erinnerung an den Club bleibt ihm ein Trikot mit Unterschriften, das er von der Mannschaft bekam. Und nach dem Spiel an diesem Samstag in Oppenweiler ist das Kapitel Horkheim aus Handballersicht dann beendet.

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