Die Saat geht auf für Waffenschmidt
Wenn die Handballerinnen der HSG Kochertürn/Stein an diesem Samstag in Neuenstadt ihr vorentscheidendes Spiel um die Meisterschaft gegen die SG Nebringen/Reusten absolvieren, dann hat auch Trainer Volker Waffenschmidt daran seinen Anteil

Handball - Wenn die Handballerinnen der HSG Kochertürn/Stein an diesem Samstag in Neuenstadt ihr vorentscheidendes Spiel um die Meisterschaft gegen die SG Nebringen/Reusten absolvieren (18.30 Uhr, Helmbundhalle), dann hat auch Trainer Volker Waffenschmidt daran seinen Anteil.
Er war nach einer Anfrage im Sommer 2004 dort eingestiegen, allerdings unter der Prämisse, langfristig arbeiten zu können. „Es war viel Aufbauarbeit notwendig“, sagt der 29-Jährige, der in Flein aufgewachsen ist und jetzt in Untereisesheim lebt. Sein Hauptansatzpunkt war eine Veränderung des Spielsystems. „Wir haben von 6:0 auf eine offensive Abwehr umgestellt“, so Waffenschmidt. Kochertürn fehlt es nämlich an großgewachsenen Spielerinnen. Jetzt nützt man die Beweglichkeit und Schnelligkeit, um ein Tempospiel aufzuziehen.
Allerdings hatte Kochertürn, das seine 14. Saison in der Württembergliga absolviert, zwei schwierige Jahre zu überstehen. Umstellung plus eine Verletztensträhne waren die Hauptursachen dafür, dass man mit Macht um den Klassenerhalt kämpfen musste.
Doch in dieser Saison ging die Saat auf. Dazu hat auch eine in der vergangenen Saison eingeführte dritte Trainingseinheit beigetragen. Jetzt kommt nämlich jede auf mindestens zwei Übungstermine pro Woche. „Und jetzt ist die Mannschaft fitter, wir gewinnen immer wieder Spiele in der Schlussphase.“ So war es auch zuletzt, als man im Spiel bei der HG Steinheim/Kleinbottwar aus einem 19:19 ein 24:21 machte.
Waffenschmidt hat aber auch abseits seiner fachlichen Kenntnisse auf die Truppe eingewirkt. Es gab eine Grüppchenbildung von Spielerinnen, die zuvor in Neckargartach, Öhringen oder Flein gespielt hatten. „Das ist jetzt weg.“ Waffenschmidt hat für mehr Gemeinschaft gesorgt, indem er gemeinsame Aktivitäten angeregt hat. Nach den Spielen geht man oft noch gemeinsam etwas essen. Und dann stehen Spinning, Aerobic, Klettern und andere Geschichten, die nichts mit dem Handball zu tun haben, auf dem Programm. Es gab und gibt aber auch mal Einzelgespräche, wenn es Egoismen einzudämmen gilt. „Da muss ich klar machen, dass es um Mannschaftssport geht.“
Die meisten Probleme haben die Gegner der HSG mit dem Umstand, dass sie nicht wissen, wer denn am jeweiligen Tag zuschlagen wird. „Wir haben keine einzige Topspielerin“, sagt Waffenschmidt, und das sei ein Vorteil. Den Spielaufbau machen Elena Seiz und Franziska Frisch. Seiz hilft auf der rechten Seite aus, wenn Andrea Trunk eine Pause braucht. Links spielen die erfahrene Pamela Fritz und die junge Annette Keppler. Am Kreis und im Abwehrzentrum teilen sich Yvonne Hoffmann und Carolin Reber den Job. Erstere fehlt allerdings gegen Nebringen verletzungsbedingt. Und dann ist Marie-Kathrin Zentler im Tor gefragt, denn Karolin Bubeck hält sich berufsbedingt in Neuseeland auf.
Vor dem Spiel am Sonntag gegen die SG Nebringen/Reusten, das wahrscheinlich über die Meisterschaft der Württembergliga Nord entscheiden wird, ist Waffenschmidt nicht bange. „Wir wollten einen Platz von zwei bis vier, haben unser Saisonziel also bereits erreicht. Jetzt wollen wir es vollends packen, und die Mannschaft hat es drauf.“ Im Hinspiel jedenfalls rettete man nach einem fast aussichtslosen 4:15-Halbzeitstand noch ein Unentschieden. Auch damit könnte man diesmal leben.
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