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Eine EM-Medaille mit langem Anlauf

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Kanu - Die 18-Jährige Aline Kunej aus der Neckarsulmer Kanu-Abteilung feierte am Wochenende mit dem Gewinn der Bronzemedaille bei der U-18-EM in Polen den bislang größten Erfolg ihrer Karriere.

Von unserem Redakteur Florian Huber

Aline Kunej von der Neckarsulmer Sport-Union erpaddelte bei der Junioren-EM in Polen gemeinsam mit Caroline Arft Bronze im K2.Foto: privat
Aline Kunej von der Neckarsulmer Sport-Union erpaddelte bei der Junioren-EM in Polen gemeinsam mit Caroline Arft Bronze im K2.Foto: privat

Kanu - Die Geschichte der EM-Bronzemedaille von Aline Kunej beginnt vor zehn Jahren. Ihr Bruder Yannik suchte einen Sport, den er trotz seiner Hüftprobleme ausüben konnte. Der Onkel schlug Kanu vor, was Folgen für Aline Kunej hatte. "Als kleine Schwester will man dann auch das ausprobieren, was der große Bruder da macht", sagt Aline Kunej, die am Wochenende mit dem Gewinn der Bronzemedaille bei der U-18-EM in Polen den bislang größten Erfolg ihrer Karriere feierte.

Also setzte sich Aline Kunej vor zehn Jahren erstmals ins Boot − und paddelte dem Bruder Yannik hinterher. Sie hat ihn längst überholt. "Er spielt noch ein bisschen Kanu-Polo", sagt sie.

Klar, man kann Talente gezielt suchen. Sehr viel Zeit, Aufwand oder Geld dafür investieren. "Das Finden von Talenten ist manchmal auch ein bisschen Zufall", sagt Ilona Müller, die Jugendleiterin der Neckarsulmer Kanu-Abteilung. Talent allein reicht nicht im Sport, das ist auch im Kanurennsport so. Man muss auch den Ehrgeiz haben, "die Willensstärke wie Aline", sagt Müller über die von der Sporthilfe Unterland geförderte Athletin. Kunejs größtes Plus: "Sie ist ein absoluter Wettkampftyp", sagt Ilona Müller.

Überraschung

Das bewies die 18-Jährige an der Seite von Caroline Arft (Rhedt) vor allem am Wochenende auf dem Malta-See in Posen. Hinter Ungarn und Polen kam das deutsche Duo nach Platz vier über 1000 Meter auf der nur halb so langen Strecke zu Platz drei. "Damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet", sagt Kunej: "Wir haben ja vor der EM nicht viel zusammen trainiert." Mit der Bronzemedaille im Gepäck ging es dann am Sonntag auf die achtstündige Autofahrt in die Heimat. "Die Medaille bekommt einen Ehrenplatz in meinem Zimmer", sagt die Schülerin der Andreas-Schneider-Schule in Heilbronn-Böckingen, die nächstes Jahr ihr Abitur macht. Auch weil die Medaille das einzige EM-Souvenir ist: "Die Nationaltrikots waren nur geliehen, die mussten wir wieder zurückgeben", erzählt Kunej. Nun steht der Sprung in die U-23-Klasse an. Ein großer Schritt, gerade leistungsmäßig. An Olympia 2016 denkt Kunej deshalb noch nicht. "Das ist zu weit weg", sagt sie. Nah dran am Kanurennsport ist NSU-Vorstand Rolf Härdtner. Nicht nur aus persönlicher Verbundenheit zur Sportart. "Solche tollen Erfolge zeigen, dass diese Abteilung lebt", sagt Härdtner.

Geehrt

Gestern Abend wurde Aline Kunej im Neckarsulmer Bootshaus für ihre Erfolge geehrt. Im Vorjahr wurde hier bereits das U-18-EM-Gold von Felix Landes im Viererkajak gefeiert. In diesem Jahr verpasste er die europäischen U-23-Titelkämpfe nur ganz knapp.

Landes und Kunej trainieren übrigens ab und an gemeinsam auf dem Neckar. Kleine Wettfahrten inklusive: "Ich bekomme dann Vorsprung und er muss versuchen, mich einzuholen", sagt sie.

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