Waschkau schnellster Unterländer in der grünen Hölle

Motorsport  Motorsport - Mercedes schaffte beim kürzesten 24-Stunden-Rennen aller Zeiten auf dem Nürburgring den historischen ersten Gesamtsieg. Obereisesheimer Team Autoarena verpasst dritten Klassensieg in Folge.

Waschkau schnellster Unterländer in der grünen Hölle
Der Untereisesheimer Audi-Versuchsingenieur Roland Waschkau im eigens aufgebauten Audi TT auf der Nordschleife.Foto: privat

Motorsport - Mercedes schaffte beim kürzesten 24-Stunden-Rennen aller Zeiten auf dem Nürburgring den historischen ersten Gesamtsieg. Im Mercedes SLS AMG GT3 des Black Falcon Teams donnerte DTM-Rekordchampion Bernd Schneider zusammen mit Jeroen Bleekmolen, Sean Edwards und Nicki Thiim nach nur 88 Runden auf der 25,378 Kilometer langen Kombination aus GP-Kurs und Nürburgring-Nordschleife über die Ziellinie. In der Nacht hatte die Rennleitung aufgrund heftiger Regenfälle und starker Nebelbänke den 24-Stunden-Marathon für neuneunhalb Stunden unterbrechen müssen.

Schrecksekunden

"Der Rennabbruch hat uns den dritten Klassensieg in Folge gekostet", erklärte der Öhringer Hannes Pfledderer vom Team Autoarena. Denn das Safetycar kam zwischen dem Mercedes und dem zu dieser Zeit in der Klassenwertung führenden BMW 325 von Stein Tveten/Guido Strohe/Carsten Knechtges/ Niko Nurminen auf die Strecke, so dass aus den knapp zwanzig Sekunden Abstand laut Reglement beim Re-Start am Montagmorgen eine ganze Runde wurde. Das war trotz aller Anstrengungen von Marc Marbach, Patrick Assenheimer und Hannes Pfledderer nicht mehr aufzuholen. Im Ziel hatte die Mercedes Truppe mit ihrem C 230 V6 in der Klasse dann 5,16 Minuten Rückstand auf den siegreichen BMW von Stein Tveten. "Klassenplatz zwei sowie Gesamtrang 51 sind trotzdem ein hervorragendes Ergebnis, auch wenn wir gerne das Triple gefeiert hätten", resümierte Marbach aus Heilbronn-Biberach.

Dessen Team hatte zuvor mehrere Schrecksekunden zu überstehen. Ein Auffahrrempler mit Beschädigung von Motorhaube, Frontblech und Scheinwerfer in der hektischen Anfangsphase sowie ein Reifenschaden kosteten Zeit, die aber aufgeholt werden konnte.

Strömender Regen

Von 173 gestarteten Fahrzeugen sahen lediglich 135 die Zielflagge. Schnellster Unterländer Pilot war dabei der Untereisesheimer Roland Waschkau. Der Audi Versuchsingenieur, der zusammen mit Rudi Speich (Rossbach) und Jörg Kirsten (Weissenhorn) einen eigens aufgebauten Audi TT lenkte, erreichte den hervorragenden 38. Gesamtrang. In der Klasse SP 3T (Spezialtourenwagen bis 2000ccm mit Turbolader) konnte Waschkau mit dem 340 PS starken Fronttriebler bis auf Podestplatz drei vorfahren. "Für uns Amateure ist das ein Traumergebnis, zumal die Klasse mit 14 Konkurrenten stark besetzt war", sagte Waschkau. Dessen Truppe hatte in den 77 Rennrunden nur zweimal Probleme. In der selben Klasse steuerte ein noch unerfahrenes 24-Stunden-Fahrerquartett den VW Scirocco 24GT vom Beilsteiner Götz-Motorsportteam auf Klassenplatz fünf. Gesamtrang 64 war ein gutes Endergebnis. Gesamtrang 43 sowie Klassenplatz zwei gelangen dem Bretzfelder Andreas Herwerth. Der Teamchef von "Extreme Racing" lenkte zusammen mit Josef Stengel (Ellwangen), Uwe Nittel (Adelmannsfelden) und Joachim Günther (Augsburg) ein 340 PS starkes BMW Z4 M Coupe in der seriennahen Klasse V6 (über 3000ccm). Das Schwesterfahrzeug aus dem Extreme-Rennstall von Herwerth, ein BMW Z4 3,0 mit 265 PS kam auf den dritten Klassenplatz in der seriennahen Klasse V5. Zweiter wurde hier ein weiterer BMW Z4 vom Adrenalin-Motorsportteam, bei dem der auch der Öhringer Timo Schupp hinter dem Volant sass. wr