Verteidiger Krull muss in der Not ins Falken-Tor

Eishockey - Beide Heilbronner Goalies verletzen sich beim 2:4 gestern Abend in Kaufbeuren − Krull ohne Gegentreffer

Von unserem Redakteur Andreas Öhlschläger

Verteidiger Krull muss in der Not ins Falken-Tor
Ersatzmann Domenic Bartels kam in der 9. Minute ins Tor, weil sich die Nummer eins der Heilbronner Falken, Kevin Nastiuk, verletzt hatte. Doch in der 44. Minute war auch für Bartels Schluss. Es hatte ihn schwer erwischt. Foto: Archiv/Andreas Veigel

Eishockey - Fabian Krull ist vielseitig einsetzbar. Verteidiger kann der 26-Jährige ebenso spielen wie Stürmer. Gestern Abend beim Zweitligaspiel der Heilbronner Falken in Kaufbeuren saß Krull 44 Minuten lang als Ersatz-Abwehrmann auf der Bank. Dann schickte ihn Trainer Rico Rossi aufs Eis − in fremder Torwartmontur. Krull musste in der Not als Goalie ran. Erst hatte sich Kevin Nastiuk verletzt (9. Minute), dann auch Domenic Bartels, die Nummer zwei. Er wurde auf der Trage in die Kabine gebracht.

Krull kassierte kein Tor.

Die Falken verloren mit 2:4.

Es gibt im Eishockey keine Eigentore. Das 3:1 des ESV Kaufbeuren, das die Partie vorentschieden hat, ist Kevin Saurette gutgeschrieben worden. Hans Detsch hatte vier Sekunden vor dem Ende des Mitteldrittels vors Heilbronner Tor gepasst, der Puck ging an den Schlittschuh von Falken-Angreifer Chris Billich − drin, ganz dumm gelaufen.

"Wir haben zuletzt sehr unglückliche Tore kassiert", sagt Rico Rossi. Beim 1:3 gegen Hannover, beim 4:3 n.V. gegen Rosenheim und auch nun in Kaufbeuren hat der Heilbronner Trainer Treffer gesehen, die nicht darauf schließen lassen, dass der Eishockeygott seine ganze Güte auf die Falken lenkt. So richtig ins Hadern mit dem Schicksal kamen die ins Allgäu gereisten Heilbronner aber erst, als die Torwartseuche ihren Höhepunkt erreichte.

Als Michel Léveillé die Falken in der 28. Minute mit 1:0 in Führung geschossen hatte, sah es noch so aus, als laufe alles nach Plan für den Tabellenzweiten. Kaufbeuren hatte zuletzt vier Spiele in Folge verloren.

Doch Léveillés Treffer weckte den ESVK auf. Die Partie kippte. Markku Tähtinen schoss den Ausgleich (30.), Markus Eisenschmid sorgte für die 2:1-Führung der Heimmannschaft, dann fiel auch noch der dritte Treffer.

Fabio Carciola brachte die Falken spät heran. 37 Sekunden vor Schluss, in Unterzahl. Daniel Menge traf acht Sekunden vor Schluss ins leere Heilbronner Tor. 2:4, das war’s. Eine Spieldauerstrafe kassierte Richard Gelke, weil er gleich zwei Zehnminuten-Disziplinarstrafen zusammenkommen ließ. Eine wegen eines unfairen Checks (11.), eine wegen Motzens (44.).

Kaufbeuren - Falken 4:2 (0:0,3:1,1:1)

Tor: Nastiuk/Bartels/Krull. Abwehr: Danner, Fendt - Baum, Fischer - Mapes, Müller. Angriff: Hackert, Calce, Walsh - Fabio Carciola, Léveillé, Walton - Chris Billich, Capraro, Adriano Carciola - Gelke, Ackermann, Kurth

Tore: 0:1 (28.) Léveillé, 1:1 (30.) Tähtinen, 2:1 (37.) Eisenschmid, 3:1 (40.) Saurette, 3:2 (60.) Fabio Carciola, 4:2 (60.) Menge. Zuschauer: 1173