Kalte Sport-Jahreszeit hat begonnen

Eishockey - 600 Fans waren Freitagabend beim Stadionfest der Heilbronner Falken in der Kolbenschmidt-Arena dabei. Trotz der enttäuschenden vergangenen Spielzeit mit dem erneut frühen Playoff-Aus scheinen die Anhänger heiß auf den kalten Kufensport.

Von unserem Redakteur Stephan Sonntag
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Noch strahlt die Spätsommersonne abends über Heilbronn. Eher Badesee- als Eishockey-Wetter. Trotzdem waren am Freitag rund 600 Fans der Heilbronner Falken zur Kolbenschmidt-Arena gekommen, um die Saison 2013/2014 mit einem Stadionfest einzuläuten. Trotz der enttäuschenden vergangenen Spielzeit mit dem erneut frühen Playoff-Aus scheinen die Anhänger heiß auf den kalten Kufensport – dabei allerdings nicht grenzenlos optimistisch. „Ich hoffe, dass der neue Trainer Ken Latta ein körperbetonteres Eishockey spielen lässt“, sagt Stefan Abele. Der Lauffener setzt darauf, dass die bekannteste Neuverpflichtung der Heilbronner, Robert Hock, die nötige Erfahrung mitbringt, um das Team zu führen.

Bei der von Lena Lochmann (besser bekannt als das „Falkengirl“) moderierten Spielerpräsentation auf der Bühne vor der Halle war der 40-jährige DEL-Rekordspieler eher wortkarg. Immerhin presste er den erwarteten Standardsatz heraus: „Ich bin nach Heilbronn gekommen, um um die Meisterschaft zu spielen.“

Weniger Spieler

Überhaupt wollen sich die Eishockey-Cracks offensichtlich in erster Linie um den Sport kümmern. Große Ankündigungen oder gar Versprechungen wie in den Vorjahren waren nicht im Repertoire. Immerhin Fabian Krull hatte nach drei Trainingseinheiten schon bemerkt, dass im Vergleich zum Vorjahr „weniger Spieler da sind“. Tatsächlich stehen nach wie vor erst 18 Spieler unter Vertrag. Kein Wunder, dass mancher Fan noch auf die eine oder andere Neuverpfichtung hofft. Am Freitag wurden in Goalie Maximilian Dürr und den Stürmern Alexander Karachun sowie Stefano Rupp hoffnungsvolle Nachwuchskräfte aus dem B-Team präsentiert. Sie werden im Saisonverlauf mit den DEL-2-Profis trainieren und sollen an die erste Mannschaft herangeführt werden. 

Hohe Erwartungen richten sich wie in jedem Jahr an die ausländischen Kontingentspieler. Der neue Verteidiger Mitch Versteeg machte schon mal deutlich, dass er ein ähnlich körperbetontes Spiel bevorzugt wie Publikumsliebling Pat Baum: „I like to play the body and to hit people.“ Frei übersetzt: Ich gehe gerne auf den Körper und haue die Leute um. Diese Worte wurden von den Fans mit Beifall goutiert. 

„Es wird Zeit, dass jetzt die Testspiele beginnen, damit man mal sehen kann, was die Mannschaft drauf hat“, sagt Dennis Lange. Der Heilbronner glaubt, dass die Verantwortlichen ein gutes Team geformt haben, dass die Meisterschaft holen kann. Davon sind nicht alle Falken-Anhänger überzeugt. „Mein Favorit ist Landshut“, sagt Tobias Kurz. Der Lauffener findet es gut, dass die Falken mit Sinisa Martinovic mal einen deutschen Goalie haben. Den neuen Spielmodus mit einer Zwischenrunde nach Ende der Hauptrunde hält er hingegen für „Quatsch“.

Nach der Mannschaftspräsentation ging es am Freitag aufs Eis. Bei einem Showtraining und einem Schnelligkeits- und Penaltyschusswettbewerb zeigten die Profis schon einmal ihr Können. Die Sonne war inzwischen untergegangen, die kalte Sport-Jahreszeit hat begonnen.
 


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