Heilbronner Falken: 5:4-Sieg nach großem Kampf

Eishockey  Eishockey - Zweiter Sieg im zweiten Spiel der Viertelfinal-Playoffs: Die Heilbronner Falken haben am Freitagabend die Towerstars Ravensburg in einem packenden Duell mit 5:4 geschlagen. Das Siegtor fiel sechs Sekunden vor Schluss.

Von unserem Redakteur Stephan Sonntag
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Falken-Sieg
Nach dem Auftaktsieg am Mittwoch (Foto: Archiv/Veigel) schlugen die Heilbronner Falken am Freitagabend die Towerstars Ravensburg in einem packenden Spiel mit 5:4.
Eishockey - Eines ist nach Spiel zwei klar: die Ravensburg Towerstars sind in den Viertelfinal-Playoffs der zweiten Eishockey-Bundesliga angekommen. Trotzdem steht die Mannschaft von Trainer Uli Liebsch nach der zweiten Niederlage im zweiten Spiel schon mit dem Rücken zur Wand. Weil das Team der Heilbronner Falken über eine fast unglaubliche Moral verfügt.

Am Freitagabend schlugen die Falken die Towerstars in einem packenden Spiel mit 5:4 (2:2, 1:2, 2:0). Das Siegtor erzielte Michel Léveillé sechs Sekunden vor der Schlusssirene.

Aggressiver Beginn

„Es wird ein Krieg auf dem Eis“, hatte Falken-Trainer Rico Rossi vorab martialisch prophezeit. Entsprechend aggressiv gingen beide Teams in die Partie. Schon nach fünf Spielminuten hatte Referee Carsten Lenhart 16 Strafminuten verteilt.

Nach diesen Anfangs-Scharmützeln konzentrierten sich die Akteure dann aber aufs Wesentliche – Tore schießen. Und das geht bekanntlich in Überzahl am leichtesten, wie Chris Capraro in der 13. Minute bewies. Ravensburgs Sebastian Schwarz saß auf der Strafbank, als Capraro mit einem platzierten Schuss die Gästeführung erzielte. Nur eine Minute später legte Thomas Gödtel das 2:0 nach. Towerstars-Goalie Christian Rohde hatte einen Schuss von Cory Urquhart abprallen lassen, Gödtel war zur Stelle und netzte ein.

Lange freuen durften sich die Falken über diese Führung nicht – Strafzeiten gegen Alexander Serikow und Pat Baum wurden der Rossi-Truppe zum Verhängnis. Postwendend nach Gödtels Tor verkürzte Andreas Gawlik zum 1:2. Vier Minuten später war es nach gelungenem Zusammenspiel mit Bob Wren schließlich Tom-Patric Kimmel, der den 2:2-Ausgleich erzielte.

Schuss geblockt

Noch schwerer als die Gegentreffer traf die Falken aber die Verletzung von Luigi Calce. Der Kapitän hatte bereits in der dritten Minute einen Schuss geblockt und war anschließend humpelnd vom Eis gefahren. Der 38-Jährige probierte es zwar noch einmal, doch zum zweiten Drittel kam er schon im Trainingsanzug aus der Kabine.

Wie schon ins erste Drittel starteten die Falken mit einem Pfostentreffer in den Mittelabschnitt. War es in der neunten Minute Francis Lemieux gewesen, so traf in der 21. Minute Léveillé nur die Torstange. Tore fielen auch weiterhin durch die Special Teams, im Spiel Fünf gegen Fünf ergaben sich auf beiden Seiten kaum Chancen.

Zunächst nutzten die Towerstars erneut eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Serikow. Nach einem misslungenen Befreiungsschlag tauchten Ben Thomson und Marko Friedrich vor dem Falken-Tor auf, letzterer schloss zum 3:2 ab. Nur drei Minuten später wären eigentlich die Falken wieder an der Reihe gewesen, schließlich saß Ravensburgs Raphael Kapzan in der Sünder-Box. Doch stattdessen traf Tobias Bräuner in Unterzahl zum 4:2 für die Towerstars.

Unterzahl-Tor

Dass auch Heilbronns Penalty-Killer torgefährlich sind, bewiesen sie eine Minute vor Drittelende. Capraro eroberte sich die Scheibe, fuhr an den Towerstars-Verteidigern wie an Slalomstangen vorbei und verkürzte auf 3:4. Bei diesem Spielstand wurden die Seiten gewechselt.

Das Schlussdrittel war ein offener Schlagabtausch – Chancen hüben wie drüben, harte Checks, hitzige Atmosphäre. Bis drei Minuten vor Schluss schienen die Falken kein Mittel zu finden, um doch noch auszugleichen. Eine Energieleistung von Capraro, der sich wieder die Scheibe eroberte, war der Ausgangspunkt. Cory Urquhart traf dann zum 4:4. Als alle Zeichen auf Verlängerung standen, gelang Léveillé doch noch der Siegtreffer für die Falken.

An diesem Sonntag (18 Uhr) steht in der Heilbronner Kolbenschmidt-Arena Spiel drei auf dem Programm.

 

Ravensburg - Heilbronn 4:5 (2:2, 2:1, 0:2)

Tor: Bartels, Deske; Abwehr: Kozhevnikov, Krull, Gödtel, Danner, Baum, Mapes, Fendt; Angriff: F. Carciola, Léveillé, A. Carciola, Lemieux, Capraro, Calce, S. Billich, Marshall, Serikow, Urquhart.

Tore: 0:1 (13.) Capraro, 0:2 (14.) Gödtel, 1:2 (14.) Gawlik, 2:2 (18.) Kimmel, 3:2 (32.) Friedrich, 4:2 (35.) Bräuner, 4:3 (39.) Capraro, 4:4 (57.) Urquhart, 4:5 (60.) Léveillé.

Strafen: 26/27.

Schiedsrichter: Carsten Lenhart.

Zuschauer: 2800.
 


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