Falken brechen die Stürmer weg

Eishockey - Im zweiten Testspiel gegen die Löwen Frankfurt innerhalb von drei Tagen kassierten die Falken mit 1:3 (1:1, 0:0, 0:2) die zweite Niederlage. Doch das Ergebnis war nebensächlich. Im Mittelpunkt standen Personalfragen: Denis Shvidki hat keine Arbeitserlaubnis erhalten und muss die Falken verlassen.

Von unserem Redakteur Stephan Sonntag

Falken brechen die Stürmer weg

Da sah es noch gut aus. Marco Habermann (links) freut sich über das 1:0 der Heilbronner Falken. Adriano Carciola gratuliert. Am Ende geht das Testspiel gegen die Löwen Frankfurt aber mit 1:3 verloren.

 

Nummer 7: New Player. Nummer 17: New Player. Das war am Freitagabend auf dem Spielberichtsbogen der Heilbronner Falken zu lesen. Dafür stand ein anderer Name gar nicht mehr im Kader: Nummer 14, Denis Shvidki, war verschwunden.

Ach ja, Eishockey wurde in der Kolbenschmidt-Arena auch gespielt. Im zweiten Testspiel gegen die Löwen Frankfurt innerhalb von drei Tagen kassierten die Falken mit 1:3 (1:1, 0:0, 0:2) die zweite Niederlage.

Doch das war nebensächlich. Im Mittelpunkt standen die Personalfragen. Dass Neuzugang Shvidki nicht mehr auf dem Spielbericht zu finden war, hat einen einfachen Grund: Der 32-jährige Russe hat keine Arbeitserlaubnis für Deutschland erhalten. "Laut den Regularien des DOSB erhalten russische Staatsangehörige keine sportliche Qualifikation für die DEL2, weshalb auch keine Arbeitserlaubnis von der Ausländerbehörde erteilt wird", gaben die Falken am Freitag als Begründung bekannt. "Wir wussten das vorher nicht", sagte Falken-Sportdirektor Rico Rossi. "Wir haben in den letzten Tagen alles probiert, um Denis hier zu halten. Leider ohne Erfolg."

Umorientierung

Der Flügelstürmer muss sich nun einen neuen Arbeitgeber im Ausland oder in der DEL suchen. Dort dürfte er nämlich spielen. Bis dahin hält er sich bei den Falken fit. "Das war eine böse Überraschung für mich. Ich empfinde diese Regel als diskriminierend, schließlich gilt diese Beschränkung nicht für US-Amerikaner oder Kanadier", sagte Shvidki am Freitag.

Der Stürmermangel ist durch den Verlust von Shvidki noch akuter geworden. Abgesehen von den Nachwuchskräften Alexander Karachun und Stefano Rupp und der Allzweckwaffe Fabian Krull stehen nur noch acht etatmäßige Stürmer im Kader. Das sind nicht einmal drei Sturmreihen. Daher sind zurzeit zwei Spieler auf Probe im Falken-Training dabei.

Falken brechen die Stürmer weg
Der Ex-Rosenheimer Patrick Asselin − hier im Bild ganz vorne − wird kein Falke.  
Hinter dem "New Player" Nummer 7 verbarg sich am Freitag Patrick Asselin. Der Kandier ist seit Donnerstagabend in Heilbronn. Am Freitag absolvierte der 26-Jährige seine erste Trainingseinheit, am Abend stand er gegen Frankfurt in einer Sturmreihe mit Robert Hock und P.J. Fenton auf dem Eis. Asselin spielte vergangene Saison in Dänemark, wurde dort als Topscorer mit seinem Team Meister. Seine Frau hat nun einen Job in Zürich bekommen, weswegen Asselin zurzeit auf der Suche nach einem Verein im süddeutschen Raum ist. In der Saison 2011/12 absolvierte der Flügelstürmer 32 Partien für die Starbulls Rosenheim und erzielte dabei 24 Tore und 16 Assists.

Nummer 17 im Falken-Trikot war Marco Habermann, der zuletzt für die Düsseldorfer EG in der DEL auf Torejagd gegangen ist und zuvor lange in Kaufbeuren aktiv war. Der 22-Jährige trainiert bereits seit einigen Tagen bei den Falken mit. "Weder Patrick noch Marco haben bisher einen Vertrag erhalten. Darüber werden wir in der nächsten Woche entscheiden", sagte Sportdirektor Rico Rossi völlig entspannt. "Wir brauchen in erster Linie gute Stürmer, nicht viele Stürmer. Wichtig ist, dass die Stürmer zehn, elf, zwölf die Stürmer sieben, acht, neun vernüftig ersetzen können", erklärte der Sportdirektor.

Falken: Tor: Martinovic, Lehr; Abwehr: Card, Krull, Bär, Danner, Baum, Fendt, Versteeg; Angriff: Asselin, F. Carciola, Blank, Hock, Habermann, Bires, A. Carciola, Ackermann, Karachun, Fenton, Hackert, Rupp.

Tore: 1:0 (4.) Habermann, 1:1 (14.) Stanley, 1:2 (53.) Breitkreuz, 1:3 (60.) Gare

Strafminuten: 10/26.

Zuschauer: 700.