3:4 – jetzt wird es eng für die Heilbronner Falken

Eishockey  Eishockey - Die Türe Richtung Halbfinale war weit offen für die Heilbronner Falken, doch sie scheinen beim Durchschreiten zu stolpern. Am Freitagabend verloren sie gegen die Ravensburg Towerstars mit 3:4. Am Sonntag können die Towerstars auf eigenem Eis ausgleichen.

Von unserem Redakteur Andreas Öhlschläger
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Eishockey - Die Türe Richtung Halbfinale war weit offen für die Heilbronner Falken, doch sie scheinen beim Durchschreiten zu stolpern. Am Freitagabend verloren sie gegen die Ravensburg Towerstars mit 3:4 (1:1,1:2,1:1). In der Viertelfinalserie der Zweitliga-Playoffs führen die Falken zwar noch mit 3:2 Siegen, doch das komfortable 3:0-Polster ist verspielt. Am Sonntag können die Towerstars auf eigenem Eis ausgleichen. Wer vier Siege schafft, steht im Halbfinale.

Im ersten Drittel waren die Towerstars schnell in Führung gegangen. Nach nur 84 Sekunden traf Scott Champagne. Die Falken hatten nach einem Angriff nicht schnell genug auf Defensive umgeschaltet, Thomas Gödtel hatte vor dem Ravensburger Tor beim Schuss den Schläger verloren und musste ihn erst wieder aufklauben. Schon war es passiert. Das 0:2 war möglich. Als Tobias Bräuner in der 5. Minute in perfekter Position zum Schuss kam, wurde Domenic Bartels zum Retter.

 

 

Dann aber traf Chris Capraro in Überzahl zum 1:1. Das war in der 12. Minute. Danach lag mehrfach die Falken-Führung in der Luft. Doch Glück hatten die Heilbronner nicht. Allein Francis Lemieux vergab drei große Tormöglichkeiten.

Mittelabschnitt

Im Mittelabschnitt schien alles für die Falken zu laufen, als im Nachstochern das 2:1 fiel. Chris Billich war der Torschütze. Rohde hatte die Scheibe nicht sicher gehabt. Aber dann erzielte Ravensburg nur 29 Sekunden später bei angezeigter Strafe für die Falken den Ausglich. Scott Champagne traf zum 2:2. Trainer Rico Rossi fletschte die Zähne. Dieser psychologisch so bittere Treffer hatte ihn richtig sauer gemacht.

Rossis Mannschaft geriet in der 32. Minute gar in Rückstand. Kiel McLeod war im Powerplay der Towerstars erfolgreich. Die Falken hatten sich zwar die Ermahnung ihres Trainers zu Herzen genommen, der nach der 2:5-Auswärtsniederlage am Dienstag die vielen dummen Strafen beklagte. Es gab gestern deutlich weniger Strafbankaufenthalte. Allerdings nutzten die Towerstars diese eine Überzahlmöglichkeit.

Chris Capraro scheiterte dann in der 34. Minute am Pfosten. Nichts war es mit dem 3:3. Die Falken hatten Chancen, aber sie ließen zu viele ungenutzt.

 

 

Ein  wichtiger Faktor in diesem Playoff-Duell ist der Ravensburger Torwart Rohde. Während der Zweitliga-Hauptrunde hatte er oft schlechte Krituiken bekommen, doch nun ist er in famoser Form. „Er hält sensationell. Wenn er gebraucht wird, ist er da“, sagte Towerstars-Manager Alexander Jäger der „Schwäbischen Zeitung“. „Rohde kann die entscheidenden Dinger halten.“

Beim 3:3 (50.) in Überzahl war Rohde machtlos. Thomas Gödtel traf im Nachschuss. Sein erster Gewaltschuss war geblockt worden. Verlängerung? Nein. Jeffrey Szwez fälschte in der 55. Minute entscheidend ab, als Matt Kinch von der blauen Linie abgezogen hatte. Aber war der Puck nicht schon jenseits der Linie gewesen, das Tor somit nicht regelgerecht?

Wie auch immer. Die Towerstars haben nun eindeutig das Momentum auf ihrer Seite. Sie gehen mit viel Rückenwind ins sechste Spiel. Die Falken sind mental angeknackst. Nun ist Wille gefragt. Die Meisterschaft ist das Ziel der Heilbronner Mannschaft. Ein Scheitern im Viertelfinale, zumal nach einer 3:0-Führung, wäre eine Riesenenttäuschung. Beim Gang in die Kabine trat Corey Mapes mit viel Wut im Bauch einen Mülleimer kaputt.

Falken – Ravensburg 3:4 (1:1,1:2,1:1)

Tor: Bartels (Nachtmann). Abwehr: Fendt, Baum; Kozhevnikov, Mapes; Gödtel, Danner. Angriff: Fabio Carciola, Léveillé, Lemieux; Chris Billich, Capraro, Adriano Carciola; Serikow, Marshall, Urquhart; Steven Billich, Krull

Tore: 0:1 (2.) Champagne, 1:1 (12.) Capraro, 2:1 (26.) C. Billich, 2:2 (27.) Champagne, 2:3 (32.) McLeod, 3:3 (50.) Gödtel, 3:4 (55.) Szwez

Zuschauer: 2214. Strafminuten: 10 / 14 plus 10

 

Hintergrund: Calce leidet an der Bande

Vier, fünf, sechs Mal klatscht Luigi Calce mit der flachen Hand gegen die Glasscheibe. Tor für die Falken. Der verletzte Mannschaftskapitän kann nicht mitspielen, muss hinter der Bande zuschauen. Calce fiebert mit. Die Qual, nicht auf dem Eis eingreifen zu können, ist groß. „Das geht garnicht hier draußen“, sagt er.

Neben ihm steht Ryan MacDonald, der noch nicht ganz fitte Torwart. Er schaut dem Spiel mit stoischer Ruhe zu. „Er ist ein ganz anderer Typ als ich“, sagt Luigi Calce. „Ich bin halt ein verrückter Italiener.“ Und mit dem ganzen Herzen dabei. Calce ist der dienstälteste Spieler im Heilbronner Kader. Aber im zweiten Spiel der Serie gegen Ravensburg hat er sich den Knöchel gebrochen. Jetzt muss er an der Bande leiden.  öha


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