Fidelio.

Oper von Ludwig van Beethoven. Gastspiel des Theaters Ulm. Einführung um 19.10 im Oberen Foyer. Karten unter Tel. 07131 563001 oder www.theater-heilbronn.de

Nur eine einzige Oper schrieb Ludwig van Beethoven. Aber was für eine! Sein »Fidelio« ist eine gigantische Ode an die Freiheit, ein Bekenntnis gegen jede Art von Terror und Tyrannei, eine Parabel über den Missbrauch politischer Ideen. Im fulminanten Finale mit Pauken und Trompeten hören wir schon Anklänge an den jubelnden Schlusschor aus Beethovens neunter Sinfonie, die »Ode an die Freude«. Diese Oper ist ein Meilenstein in der Musikgeschichte und fordert uns bis heute heraus, über das Politische im Privaten nachzudenken. Denn es sind ganz private Motive, die Leonore zu einer Befreierin der Unterdrückten werden lassen. Ihr Mann Florestan sitzt unschuldig im Staatsgefängnis von Sevilla. Don Pizarro, der Gefängnisgouverneur, fürchtet ihn, denn Florestan weiß um dessen skandalöse Machenschaften. Pizarro will ihn langsam verhungern lassen. Leonore verkleidet sich als Mann, nennt sich Fidelio und bekommt Arbeit beim Gefängniswärter Rocco. Dessen Tochter Marzelline verliebt sich in den neuen Angestellten ihres Vaters. Und Leonore, alias Fidelio, muss das Täuschungsmanöver aufrechterhalten, um als zukünftiger »Bräutigam« von Marzelline das Vertrauen ihres Vaters zu gewinnen. Schließlich nimmt Rocco seinen Gehilfen mit an jenen Ort, wo die politischen Gefangenen sitzen und wo sie auch ihren Mann vermutet. Als sie ihn das erste Mal sieht, erkennt sie die ausgehungerte Gestalt nicht. Aber sie verspricht: »Wer du auch seist, ich will dich retten, bei Gott, du sollst kein Opfer sein!« Unterdessen hat Don Pizarro Nachricht erhalten, dass sich der Minister, der von misshandelten Opfern politischer Willkür erfahren haben will, zu einem Gefängnisbesuch angekündigt hat. Jetzt muss alles ganz schnell gehen. Pizarro muss sich dieses Gefangenen entledigen, befiehlt ihn ermorden zu lassen und lässt schon sein Grab schaufeln. Als Pizarro letztlich selbst Florestan töten will, weil es kein anderer für ihn tut, wirft sich Fidelio dazwischen: »Töte ihn nicht – erst musst du sein Weib töten! « Der Kontrast zwischen dem düsteren Kerker, den Qualen der Unterdrückung und dem Licht der Freiheit ist auch in der Musik eindrucksvoll zu hören. Die Stärke dieser ethisch-moralischen Idee in Verbindung mit der musikalischen Kraft und Schönheit von Beethovens Partitur machen »Fidelio« so einzigartig unter den großen Werken der Opernliteratur. Auch wenn Beethoven bekennen musste: »Dieses mein geistiges Kind hat mir vor allen anderen die größten Geburtsschmerzen, aber auch den größten Ärger gemacht.« Neun Jahre lang hat er sich nach der Uraufführung 1805 in Wien, die beim Publikum durchfiel, immer wieder daran abgearbeitet. Vier Ouvertüren hat er geschrieben, bevor das Werk am 23. Mai 1814 in Wien zum ersten Mal in seiner endgültigen, dann aber frenetisch gefeierten Version erklang.

Veranstaltungsort

Stadttheater Berliner Platz 174072 Heilbronn

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