Heilbronn
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Alle Jahre wieder: "Der Räuber Hotzenplotz" im Theater Heilbronn

In guten Jahren ist das Weihnachtsmärchen die Haupteinnahmequelle des Heilbronner Theaters in den Wintermonaten. Derzeit darf nur bei einer Platzausnutzung von 50 Prozent gespielt werden. "Der Räuber Hotzenplotz" erfreut dennoch die kleinen Zuschauer. Warum sind Märchen für uns alle wichtig?

Claudia Ihlefeld
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Weihnachtsmärchen am Heilbronner Theater: "Der Räuber Hotzenplotz".  Foto: Foto: Jochen Klenk

Ob Märchenklassiker oder modernes Kinderstück: Das Weihnachtsmärchen als eigene Kategorie von Theater hat Tradition an deutschsprachigen Bühnen. Eine Aufführung speziell für ein Kinderpublikum folgt eigenen Gesetzen – und wird doch mit der Tiefe und Ernsthaftigkeit gespielt wie jede Produktion am Theater.

Als das Weihnachtsmärchen schlechthin gilt „A Christmas Carol“ von Charles Dickens. „Ronja Räubertochter“, „Peterchens Mondfahrt“, „Die Schneekönigin“, „Der kleine Prinz“, „Peter Pan“, „Pippi Langstrumpf“ und „Der Zauberer von Oz“ sind die vielgespielten Stücke im deutschsprachigen Raum. Und immer wieder „Der Räuber Hotzenplotz“ von Otfried Preußler, der in diesem Jahr am Heilbronner Theater auf dem Spielplan steht. 

Deutlich weniger Anmeldungen

In guten Jahren ist das Weihnachtsmärchen die Haupteinnahmequelle der Theater in den Monaten November bis Februar. Die Cash Cow Weihnachtsstück beschert den Bühnen volles Haus und wird an manchen Tagen gleich zwei Mal gespielt. Nach „Pinocchio“, „Das Dschungelbuch“ und „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ – den Publikumserfolgen im Heilbronner Großen Haus der vergangenen Jahre – hat es der „Hotzenplotz“ in pandemischen Zeiten ungleich schwerer. Deutlich weniger Anmeldungen als in den Vorjahren gab es bisher aufgrund der unsicheren Lage. Und jetzt sagen vermehrt ganze Schulklassen ab. Weitere Absagen werden befürchtet.

Sahen in der Spielzeit 2019/20 noch 65 Klassen in 48 Vorstellungen die „Drei Haselnüsse“, muss sich das Theater jetzt mit einer Platzausnutzung von maximal 50 Prozent begnügen. Lehrer und Eltern sowie Großeltern aus den Familienvorstellungen eingerechnet, zählte das Theater vor zwei Jahren insgesamt 32.000 Besucher und freute sich über Einnahmen von 162.000 Euro. Läuft der Betrieb nun mit Einschränkungen wie bisher weiter, rechnet das Haus für den „Hotzenplotz“ mit mageren Einnahmen von rund 57.000 Euro bis Februar. Und mit 11.000 Besuchern.

Die Kraft der Fantasie

Für unser Wochenthema rund um das Phänomen Weihnachtsmärchen haben wir nichtsdestotrotz und gerade deshalb mit einem Fachmann für Kinder- und Jugendtheater über die Kraft der Fantasie gesprochen, den Schauspieler Oliver Jaksch unmittelbar nach der Vormittagsvorstellung getroffen. Er spielt den Hotzenplotz und weiß, warum Kinder im Theater anders ticken.

Wir haben eine Schulklasse bei der Vorbereitung für den Theaterbesuch begleitet, uns mit der Darstellerin Sarah Palarczyk unterhalten, die von der Rolle der Großmutter in die der Fee switcht und zwischendurch ins Kostüm der stinkigen Unke schlüpft.

Schließlich hat das Team von Stimme.tv den dreistündigen Umbau des Bühnenbilds begleitet und daraus im Zeitraffer einen Ein-Minuten-Clip gezaubert – um in der Sprache aller Weihnachtsmärchen zu bleiben, die in diesen Wochen bezaubern. Ob live auf der Bühne, als Hörspiel oder im Fernsehen.

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