Neuenstein
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Bürgermeister Nicklas zu schnellem Netz und einer großen Neuansiedlung

Der Neuensteiner Bürgermeister Karl Michael Nicklas spricht im Stimme-Interview über die am schnellsten vergangenen fünf Jahre seines Lebens, von Wünschen und Realitäten.

Yvonne Tscherwitschke
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Fünf Jahre ist Bürgermeister Karl Michael Nicklas nun Bürgermeister von Neuenstein. Das Ende der ersten Amtszeit ist näher als der Wechsel an der Rathausspitze von Sabine Eckert-Viereckel zu Karl Michael Nicklas. Ein Blick vor und zurück.

 

Neuensteins Bürgermeiser Karl Michael Nicklas zu schnellem Netz und einer großen Neuansiedlung
Bürgermeister Karl Michael Nicklas im Gespräch. Foto: YVonne Tscherwitschke

Herr Nicklas, wie haben Sie die vergangenen fünf Jahre wahrgenommen? Waren es die am schnellsten verflogenen?

Karl Michael Nicklas: Auf jeden Fall. Als Bürgermeister hat sich alles ziemlich verändert im Vergleich zu vorher. Und dann war da nicht nur die Wahl, sondern wir haben auch geheiratet, eine Tochter bekommen, sind zweimal in Neuenstein umgezogen, erst zwei Monate nach der Wahl überhaupt nach Neuenstein und dann vor jetzt auch schon wieder drei Jahren nach Untereppach.

 

Sind Sie jetzt Neuensteiner?

Nicklas: Ich bin seit fünf Jahren Neuensteiner.

 

Welche Erwartungen, die Sie an die Neuensteiner hatten, haben sich erfüllt?

Nicklas: Dass sie offen für die Entwicklungen sind. Das hat sich bewahrheitet. Sie sind extrem bereit, den Weg mitzugehen. Zum Beispiel in Sachen Breitbandausbau. Hier hat gerade auch Corona gezeigt, wie wichtig in Zukunft Telemedizin und damit überall gutes Netz ist.

 

Das geht nicht von heute auf morgen.

Nicklas: Der Gemeinderat ging da schnell mit. Und ich höre auch von Menschen, die jetzt nicht zwingend zur Generation Internet gehören, wie wichtig es ist, Infrastruktur zu schaffen. Ich war bei einem Senior in einem der schlecht mit Internet versorgten Wohnplätze. Er hatte sich gefreut, dass sein Enkel bald bei ihm wohnt. Doch ob das ohne gutes Netz von Dauer ist?

 

Wie ist hier Stand der Dinge?

Nicklas: Breitbandausbau und die Ortsdurchfahrt Kirchensall sind unsere großen Themen. Allein die Tatsache, dass die Stadt bei der Ortsdurchfahrt dreiviertel der Kosten trägt, das Land nur ein Viertel, das zeigt, wie viel wir da mit Kanal, Wasser, Bushaltestelle und mehr zu tun haben. In Sachen schnelles Internet haben wir mit dem Wirtschaftslückenmodell ausgeschrieben und fordern die Teilnehmer gerade auf, ihre Angebote abzugeben.

 

Dinge, die man nicht sieht. Anders bei der Mensa.

Nicklas: Ja, langsam sieht man sie wachsen. Ganz wichtig: Das ist nicht nur eine Mensa, sondern eine Schulerweiterung um zwei Räume für die Ganztagesbetreuung. Da bin ich froh, dass wir auf einen Streich sehr viele Gewerke vergeben haben. Denn wenn 60 Prozent der Arbeiten vergeben sind, dann kann es nur noch bei 40 Prozent unerwartete Kostensteigerungen geben. Durch den Bau wird der Schulstandort gut gestärkt. Wir geben dafür viel Geld aus, bekommen dafür aber auch viel Leistung.

 

Die Parkanlage steht auch auf der Liste.

Nicklas: Das Fürstenhaus hat seinen privaten Hochwasserschutz dort gemacht. Wir wollten dann mit der Umgestaltung und einem Spielplatz die Walk weiter aufwerten. Doch bei der Haushaltsplanung im letzten Jahr haben wir gemerkt, dass das Geld zu knapp ist für einen Magneten an Spielgerät, wie wir dort haben wollen. Wir wollen ja, dass der Spielplatz so attraktiv wird, dass die Menschen einen Grund haben, ins Städtle zu kommen. Wir sehen gerade, wie wir das hinbekommen. Denn wegen Corona werden auch unsere Unternehmen vor Ort und unsere Einwohner Einbußen haben und das wirkt sich wie in anderen Städten und Gemeinden auch auf unsere Finanzlage aus. In der nächsten Gemeinderatssitzung wollen wir möglichst schon einen ÜBerblick über die Einnahmenseite geben können.

 

Neuensteins Bürgermeiser Karl Michael Nicklas zu schnellem Netz und einer großen Neuansiedlung
Diese wunderschöne Landschaftsaufnahme mit dem prächtigen Baum stammt von Heimatreporter Heinrich Brehm. Foto: privat

Wenn Sie drei Wünsche für Neuenstein hätten?

Nicklas: Dann würde ich mir wünschen, dass der Zusammenhalt wie ich ihn gerade erlebe, auch in die Zukunft übertragen lässt. Dass man weiß, wo man herkommt, obwohl alles globaler wird. Dann, dass wir moderat wachsen. Dazu beitragen könnte ein großes Projekt mit einem Investor, der einen Standort entlang der A6 für ein Logistikstandort sucht. Erst war mit 15 Hektar Fläche geplant worden. Dafür aber gab es keine geeignete Möglichkeit. Jetzt sind wir mit zehn Hektar in der Diskussion. Das wären etwas über 400 Arbeitsplätze für Neuenstein. Das wäre wichtig für uns.

 

Und als drittes?

Nicklas: Leichtes Bevölkerungswachstum, um unsere Infrastruktur halten und sogar verbessern zu können, das ist mir wichtig. Wir dürfen nicht in eine Abwärtsspirale kommen.

 

Ihr Lieblingsplatz in Neuenstein?

Nicklas: Sehr gerne bin ich in Eschelbach oberhalb der Weinberge unterwegs, weil es dort so ruhig ist, es ist einfach schön dort. Man sieht manchmal Rehe, viele Vögel. Die Ruhe dort macht zufrieden und glücklich.

 

Und mit ihrer Tochter?

Nicklas: Da natürlich der Spielplatz in Untereppach, aber auch jeder andere. Zwischenzeitlich ist sie ja schon im Kindergarten und war vorher in der Krippe. Ich weiß also aus direkter Erfahrung, wie gut unsere Kindertageseinrichtungen sind.

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