Schozach- und Bottwartal
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Im Schozach- und Bottwartal gibt es noch viel Potenzial in Sachen Tourismus

Das Schozach- und Bottwartal ist eine Destination zum Erleben und Genießen mit Geschichte, Kultur und viel Natur. Golf- oder Wohnmobiltourismus könnte erschlossen werden.

Sabine Friedrich
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Lesezeit 3 Min
Im Schozach- und Bottwatal gibt es noch viel Potenzial in Sachen Tourismus
Für Ausflügler und Kurzurlauber eine besondere Attraktion: die Burgfalknerei in Beilstein.  Foto: Kuhnle, Werner

Die Obere Burg, die Stettenfels, Hohenbeilstein mit der Burgfalknerei, die Schozachaue: Die Bürgermeister aus Talheim, Untergruppenbach, Beilstein und Ilsfeld sowie die Stadtchefin aus Beilstein, die zum Gespräch mit der Heilbronner Stimme gekommen sind, müssen nicht lange überlegen, was die Sehenswürdigkeit oder Besonderheit ihres Ortes ist. Also Geschichte, Kultur und Natur. Und davon gibt es reichlich im Schozach- und Bottwartal mit seiner lieblich-hügeligen Weinlandschaft, auf der Burgen und Schlösser thronen, mit ausgedehnten Wäldern und Feldern. Eine Destination zum Erleben und Genießen. Doch wie ist es um den Tourismus bestellt?

In Randlagen im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald

Im Schozach- und Bottwatal gibt es noch viel Potenzial in Sachen Tourismus
Viele Kilometer Rad- und Wanderwege mit Einkehrmöglichkeiten durchziehen das Schozach- und Bottwartal.  Foto: privat

Die vier oben genannten Kommunen sowie Flein und Abstatt, die zu dieser Region gehören lassen sich von der Tourismusgemeinschaft Heilbronner Land vermarkten. "Wir fühlen uns sehr gut vertreten", sagt Talheims Bürgermeister und Sprengel-Vorsitzender Rainer Gräßle. Beilstein, Abstatt, Untergruppenbach und Oberstenfeld haben ein zusätzliches Plus mit Randlagen, die zum Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald gehören. Das beschert der Bevölkerung und Tagestouristen regelmäßige Angebote von zwei Naturparkführern.

Landschaft vermarktet sich selbst

Im Schozach- und Bottwatal gibt es noch viel Potenzial in Sachen Tourismus
Ob alleine oder geführt: Die Weinberge, wie hier auf Abstatter Gemarkung, sind ein ideales Wanderterrain.  Foto: Friedrich

Auf Rad-, Wander- und Weintourismus liegt der Schwerpunkt. "Manches vermarktet sich von selbst wie die Landschaft", sagt Nadine Kern von der Tourismusgemeinschaft Marbach-Bottwartal, der Beilstein und Oberstenfeld angehörigen. Einen lokalen, touristischen Zusammenschluss, der auch im Weinsberger Tal sehr erfolgreich Ausflügler und Kurzurlauber anzieht, gibt es im Schozachtal nicht. Jürgen Winkler, Sprengel-Bürgermeister aus Neckarwestheim, das seinerseits Mitglied im Neckar-Zaber-Tourismus ist, weiß von den Vorteilen. "Wir kennen die Akteure vor Ort, kennen die Feinheiten und Besonderheiten", sagt er und preist auch die Vernetzung an. Aber: Man brauche eine überregionale Tourismus-Organisation, um allein schon bei großen Messen präsent zu sein.

Bemühungen um Tourismuswerbung und -angebote im Kleineren habe es schon gegeben, berichtet Rainer Gräßle. "Aber je kleiner die Einheit, desto schwieriger wird es." Etwa Pakete zu schnüren oder eine Tourist-Info zu betreiben. Zumindest ein gemeinsamer Imagefilm ist gedreht.

In Krisenzeiten liegen die Prioritäten anders

"Es gibt definitiv Potenzial, das es in der Raumschaft zu erschließen gilt", ist nicht nur Ilsfelds neuem Gemeindechef Bernd Bordon klar. Golf- und Wohnmobiltourismus wären denkbare Felder. Aber in den heutigen Krisenzeiten lägen die Prioritäten der Kommunen nicht auf dem Tourismus.

Tourismus ein Wirtschaftsfaktor

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Der Golfplatz Talheimer Hof besticht durch seine idyllische Lage. Jedermann kann hier Entspannung bei der Neun-Loch-Runde finden.  Foto: Veigel, Andreas

Dabei kann dieser ein bedeutender Wirtschaftsfaktor sein. 62 Millionen Euro Wirtschaftsleistung hat zum Beispiel der Tourismus im Weinsberger Tal im Jahr 2018 eingebracht. Wenn eine von weiter her angereiste Gruppe zum Beispiel die Fleiner Weinerlebnisführerin Anke Schäffer bucht, dann wird nach der Tour in der örtliche Gastronomie eingekehrt, Wein beim Winzer gekauft und in der Gegend übernachtet. Weingutbesitzer Martin Albrecht aus Flein sieht viele ungenutzte Möglichkeiten für einen sanften Weintourismus, für den es Fördermittel gebe. Er glaubt, dass man diesen Bereich im Schozachtal verschlafen habe.

Renommierte Veranstaltungen mit Strahlkraft

"Für die Größe des Ortes finde ich das gastronomische Angebot hervorragend", sagt Stadtchefin Barbara Schoenfeld über Beilstein. Auch die anderen Bürgermeister äußern diesbezüglich keine Klagen. Beilstein etwa könne mit sehr aktiven Weingütern punkten, die nicht nur solo zu Events einladen, sondern gemeinsam das Weinbergfest mitbestücken oder jährlich "Wein, Wandern & Genuss" in der Weinleselandschaft Bottwartal, das überregionale Strahlkraft hat. Die macht Untergruppenbachs Bürgermeister Andreas Vierling auch bei den vielen renommierten Veranstaltungen in der Raumschaft aus: von Haigern live über Burgfestspiele und Bürgerparkfest hin zum Fleiner Weinfest und dem Ilsfelder Holzmarkt.

Touren mit dem Rad und zu Fuß

"Parklandschaften mal anders" oder "Wein-Lese-Weg" sind zwei der sieben Rundwanderwege, die die Tourismusgemeinschaft Heilbronner Land für das Schozach- und Bottwartal als Tipp hat. Hinzu kommt die 53 Kilometer lange Mehrtagestour Schozachtaler Burgen-Wein-Wanderung. "Wein am Wegesrand und Wein im Glas" verspricht der Württembergische Weinwanderweg, der durch diese Gegend führt.

Für Radler sind fünf Rundwege ausgewiesen. Im Zuge der Vier-Sterne-Klassifizierung des Württemberger Weinradweg werde laut TG das Schozach- und Bottwartal stärker eingebunden. Als einzige Bett+Bike-Gastgeber ist Häußermanns Ochsen in Ilsfeld bei der TG gelistet, unter der Rubrik Urlaub auf dem Winzerhof nur "Wo der Hahn kräht" in Flein. Die Bettenzahl für Übernachtungen gibt die TG von Flein bis Beilstein mit 768 an. Zum Vergleich: Im Weinsberger Tal sind es 1392.

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