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Landschaft in Poesie verfasst: Auf dem Mörike-Pfad in Cleversulzbach

Heimatreporter-Ausflugstipp: Der 2,6 Kilometer lange Mörike-Pfad in Cleversulzbach zeigt, wo und wie Eduard Mörike einige Jahre seines Lebens verbracht hat. Er gibt schöne Einblicke und kann Inspiration für weitere Recherche zu Mörike sein.

Von unserer Heimatreporterin Heide Böllinger
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Lesezeit 3 Min
Landschaft in Poesie verfasst: Auf dem Mörike-Pfad in Cleversulzbach
Blick vom Mörike-Pfad auf das idyllisch gelegene Cleversulzbach. Foto: Heide Böllinger  Foto: Heide Böllinger

Cleversulzbach ist ein kleiner Ort, der zu Neuenstadt gehört - umgeben von einer lieblichen Landschaft. Direkt vor dem Mörike-Museum finde ich einen Parkplatz - hier startet auch der Mörike-Pfad. Der Flyer dazu kann vorab auf der Homepage des Mörike-Museums runtergeladen werden. Auf Informationstafeln, die mit einem Turmhahn versehen sind, stehen Auszüge aus Mörikes Gedichten und Infos über sein Leben hier in Cleversulzbach.

Lieblingsbank

Der Pfad führt an der Kirche vorbei zum Friedhof. Hier ist Mörikes neben Schillers Mutter begraben. Mörikes Lieblingsplatz war auf einem Hügel über Cleversulzbach. Hier steht auch heute noch eine Bank. Gerne saß er hier und schaute hinunter auf seine Gemeinde. Wort für Wort - Satz an Satz reihten sich hier oben aneinander - viele Gedichte über die Menschen, die Landschaft und die Natur entstanden hier oben unter freiem Himmel. Es finden sich noch weitere Informationen auf dem Pfad - aber eigentlich wusste ich am Ende des Wegs von Eduard Mörike nur sehr wenig und auch der Turmhahn, der den Pfad markiert - welche Bewandtnis hatte er? Da gäb es meiner Meinung nach noch einiges hinzuzufügen, wie meine eigene Recherche ergeben hat. Meine Neugierde war geweckt - ich wollte wissen, wer dieser Eduard Mörike war und welche Rolle spielte ein Turmhahn in seinem Leben?

Meine Recherche in Kurzusammenfassung: Eduard Mörike war ein deutscher Lyriker, Erzähler, Übersetzer und evangelischer Pfarrer. Er studierte dem Wunsch seiner Familie entsprechend Theologie und sollte Pfarrer werden. Er tat sich schwer mit dem Studium und seine Leistungen waren sehr schwach, so dass er viele Jahre kein Pfarramt bekam. In Cleversulzbach wurde er endlich Pfarrer. Seine Mutter und seine Schwester Klara nahm er mit. Sie versorgten ihm den Haushalt und unterstützten ihn. Schon während seines Studiums hatte Eduard Mörike große Freude am Dichten und Schreiben. Über die Jahre hinweg wurde ihm bewusst, dass seine große Leidenschaft das Schreiben von Gedichten war. Die Arbeit als Pfarrer erfüllte ihn nicht.

Turmhahn abgekauft

Landschaft in Poesie verfasst: Auf dem Mörike-Pfad in Cleversulzbach
Die Grabstätte der Mütter von Mörike und Schiller ist ein Teil des Mörike-Pfads. Foto: Heide Böllinger  Foto: Heide Böllinger

Zum Turmhahn-Symbol: Eines Tages wurde der alte verwitterte Turmhahn vom Cleversulzbacher Kirchturm entfernt und ein neuer glänzender Turmhahn aufgestellt. Den alten Turmhahn bekam der Dorfschmied für ein paar Groschen. Als Mörike an der Schmiede vorbeikam und seinen Kirchturmhahn so schäbig auf dem Boden liegen sah, überkam ihn Wehmut und er kaufte dem Schmied den Turmhahn wieder ab und stellte ihn bei sich auf den Ofen. Mörike hatte dann die wundervolle Eingebung, ein Gedicht über den alten Turmhahn zu schreiben. Es war ein ganz besonderes, ja außergewöhnliches Gedicht. Er ließ den alten Turmhahn über sein Dasein auf dem Kirchturm erzählen.

Der alte Turmhahn ist eines der bedeutendsten Gedichte, die Mörike geschaffen hat. Darin verarbeitet er in literarischer Form seinen Aufenthalt in Cleversulzbach. Mit nur 39 Jahren beantragt er aus gesundheitlichen Gründen seine Versetzung in den Ruhestand. Er starb im Alter von 70 Jahren, seine Grabstätte ist auf dem Pragfriedhof in Stuttgart.

Ich kann die literarische Zeitreise auf dem Mörike-Pfad in Cleversulzbach dennoch als Inspiration empfehlen. Länge: 6,5 Kilometer, circa zwei Stunden. Die Wege sind gut begehbar. Das Mörike-Museum wird zurzeit umgebaut, deshalb unbedingt auf der Homepage nachschauen, ob es beim Besuch in Cleversulzbach wieder offen ist: www.moerike-museum.de.

Beitrag auf meine.stimme.de


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