Neuenstein
Lesezeichen setzen Merken

Warum eine Wasserleitung die Sanierung des letzten Abschnitts der L 1051 in Gang bringt

Die Landesregierung kündigt auf Nachfrage unserer Redaktion an: Die wichtige Verbindungsachse zwischen B19 und A6 soll zwischen Kirchensall und Neufels 2024/25 einen neuen Belag bekommen. Stadt und Land wollen parallel arbeiten und Synergien nutzen.

Christian Nick
  |    | 
Lesezeit 2 Min
Warum eine Wasserleitung die Sanierung des letzten Abschnitts der L 1051 in Gang bringt
Südlich des Neuensteiner Teilorts Kirchensall ist der neue Straßenbelag in wenigen Wochen fertig. Nordöstlich wird es noch mindestens zwei Jahre dauern. Foto: Christian Nick  Foto: Nick, Christian

Es ist der letzte verbleibende Rest auf dem Weg in Richtung zukunftsfähiger Straße: die Sanierung der L 1051 zwischen Kirchensall und Neufels. Denn nachdem der Bereich nordöstlich - zwischen Neufels und Kemmeten - bereits vor fünf Jahren gerichtet worden war und derzeit die Bauarbeiten zwischen Neuenstein und Kirchensall auf die Zielgeraden einschwenken, fehlt nurmehr besagter Abschnitt der wichtigen Verbindungsstrecke zwischen B 19 und A 6. Besonders wenn es auf den "großen" Straßen mal wieder nur stockend vorangeht, wird die dortige Route rege frequentiert.

"Das Land hatte den Abschnitt bislang weder technisch noch wirtschaftlich auf dem Schirm", sagt Bürgermeister Karl Michael Nicklas. Schon vor zehn Jahren hatte die Gemeindeverwaltung dies beklagt und rasche Taten der Landesregierung eingefordert. Allein: Bislang ohne Erfolg. Denn, wie es Wenke Böhm, Sprecherin des Landes-Verkehrsministeriums, auf HZ-Nachfrage formuliert: "Der Streckenabschnitt der L 1051 zwischen der L 1046 und Neufels beinhaltet keinen Erhaltungsabschnitt aus dem Erhaltungsmanagement Landesstraßen 2022 bis 2025."

Mehr zum Thema

Kleine Lösung ist angestrebt

Wird es also in den kommenden vier Jahren wieder nichts mit der dringend nötigen Sanierung? Doch - aber es ist die kleine Lösung angestrebt: Weil die Straße auch laut Expertise des zuständigen Baureferates im Regierungspräsidium Stuttgart "augenscheinlich sanierungsbedürftig" ist, soll "vorbehaltlich der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel die Umsetzung einer Erhaltungsmaßnahme für 2024/2025" angegangen werden. Dies meine eine "einfache Belags-Erneuerung" auf jenem Streckenabschnitt. Eine Verbreiterung ist nicht vorgesehen.

Dass dort dringend Handlungsbedarf besteht, wissen wenige Menschen besser als Klaus Würtemberger: Der Kirchensaller, der sich schon seit Jahren für die Sanierung der L 1051 engagiert, sagt: "Es ist sehr wünschenswert, dass hier endlich gehandelt wird." Die Fahrbahndecke sei massivst ramponiert und erinnere an ein "Rüttelbrett".

Mehr zum Thema

2020_06_04_Regen_Rosen_Wein_025
Quiz
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Wie gut kennen Sie die Hohenloher Ebene?

In unserem Quiz geht es um historische Schätze, ein imposantes Bauwerk sowie um den Weinbau. Wie gut kennen Sie die Hohenloher Ebene? Testen Sie Ihr Wissen!

Dass die Belags-Erneuerung nun wohl doch auf der Agenda des Landes erscheint, hat indes einen weiteren Grund: Die Stadt Neuenstein will in den kommenden Jahren ihre einst eigentlich stillgelegte Eigenwasserversorgung nördlich der Autobahn wieder reaktivieren, um Klimawandel, Trockenheit und Preisanstiegen beim Fremdwasser trotzen zu können (wir berichteten).

Wasserleitung als "Zuckerle"

Im Zuge dieses Riesenprojekts plant die Verwaltung eine Neustrukturierung der Wasserversorgung für die Teilörtchen Neufels und Neureut: Statt der Sanierung der aktuell bestehenden zwei Hochbehälter soll - das ist nun klar - ein einzelner neuer unweit des örtlichen Aussiedlerhofs gebaut werden.

Um von diesem Standort auch Neufels mit Trinkwasser zu versorgen, muss eine Leitung unter der Landesstraße 1051 verlegt werden. "Das ist das Zuckerle fürs Land, da mitzumachen", annonciert der Rathauschef das Lockmittel für eine Parallelität der Arbeiten, die voraussichtlich in rund zwei Jahren beginnen könnten. Denn: Die Straße muss dann nicht zweimal aufgerissen werden - was Synergien schafft. Der Ablauf: Erst wenn der Hochbehälter steht, wird die Straße aufgebaggert. In jenem Reservoir soll dann das Eigenwasser der Kommune mit dem Nass des Versorgers NOW gemischt und dann über die neue Leitung und das existente Ortsnetz zu den Haushalten transportiert werden. Die Stadtverwaltung rechnet für die Neustrukturierung des örtlichen Trinkwasser-Systems mit Kosten von 3,5 Millionen Euro und erhofft sich eine Förderung von rund 70 bis 80 Prozent.

"Auf der Arbeitsebene" liefen bezüglich des Joint-Ventures in Sachen Straßen- und Leitungsbau bereits auch schon rege Gespräche mit dem Regierungspräsidium. Die Signale von dort seien sehr positiv, so der Bürgermeister. Er ist zuversichtlich, dass es mit der konzertierten Aktion zwischen Kirchensall und Neufels klappen wird.

Bezüglich der Kostenverteilung müsse man sich indes noch einig werden - aber auch hier gibt es Anreize für die koordinierte Zusammenarbeit: "Wenn das Land die Straßen-Erneuerung alleine machen muss, zahlt es 100 Prozent. Wenn wir es gemeinsam machen, spart es dann aber um die zwölf Prozent ein."

 
Kommentar hinzufügen
Kommentar hinzufügen
Kommentare werden geladen
  Nach oben