Wolfram Angerbauer gestorben

Der frühere Kreisarchivar Dr. Wolfram Angerbauer ist tot. Im Alter von 73 Jahren starb der gebürtige Karlsruher, der in Tübingen lebte, bei einer Reise in Bukhara/Usbekistan am 10. September, nach noch unbestätigter Information wohl an Herzversagen.

Mehr als 30 Jahre, von 1972 bis 2004, leitete und prägte er das Kreisarchiv im Heilbronner Landratsamt. In seiner Verantwortung wurden zahlreiche Gemeindearchive im Landkreis erschlossen; insgesamt entstanden mehr als 70 Findbücher, teils von ihm selbst, teils unter seiner Anleitung entstanden. Er hat die in den Gemeindearchiven verwahrten Quellen auch ausgewertet und zum "Sprechen gebracht".

So wirkte er bei zahlreichen Ortschroniken und Heimatbüchern mit; zuletzt am Widderner Heimatbuch, das am Samstag vorgestellt wird. Angerbauer erkannte die Bedeutung der Adelsarchive für die regionale Geschichtsforschung und bemühte sich, diese besser zugänglich zu machen. Bis zuletzt wirkte er im Neipperg"schen Archiv in Schwaigern. Er hat die Schriftenreihe des Landkreises Heilbronn begründet, von der fünf Bände erschienen sind.

Angerbauer war für die Konzeption der Ausstellung im Museum zur Geschichte der Juden in Kreis und Stadt Heilbronn verantwortlich, das 1989 in der ehemaligen Synagoge in Affaltrach eingerichtet wurde. Er verfasste zahlreiche Aufsätze in verschiedenen historischen Zeitschriften. Das Mitglied der Rotarier Heilbronn-Unterland war von 1978 bis 2004 zweiter Vorsitzender des Historischen Vereins Heilbronn. kal