Gewerkschaft gegen Tagesmütter

Der Heilbronner Kreisvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat "mit Verwunderung zur Kenntnis genommen", dass die Stadt Heilbronn Engpässe in der Ganztagesbetreuung und den Ausbau der Betreuung für unter Dreijährige zumindest teilweise durch den Einsatz von Tagesmüttern organisieren will.

Mit Blick auf das Primat frühkindlicher Bildung, die im Orientierungsplan festgeschrieben ist, sei es wichtig, in den Einrichtungen qualifiziertes Personal einzusetzen. Eine Erzieherin habe die Ausbildung dafür. "Der Einsatz von Tagespflegepersonen in Kindertageseinrichtungen ist aus unserer Sicht völlig verfehlt", so Karlheinz Trumpf vom GEW-Vorstand. Die Kindertagespflege sei kein Ausbildungsberuf, Tagespflegepersonen müssten lediglich eine bestimmte Anzahl von Aus- und Fortbildungsstunden absolvieren.

Der Ansatz, frühkindliche Bildung von "bloßem Spiel oder bloßer Betreuung" zu trennen, liefere der Stadtverwaltung die Legitimation, Sparmaßnahmen auf Kosten der Kinder zu organisieren, mutmaßt die Gewerkschaft. Das Konzept der Stadt laufe darauf hinaus, die Beschäftigten in den Tageseinrichtungen aufzuspalten: in einen Kernbereich von ausgebildeten und fest angestellten Erzieherinnen, die für Bildung zuständig sind und entsprechend bezahlt werden, und einen Randbereich, der für "bloße Betreuung und Spiel" zuständig ist.

Dafür würden letztlich gering qualifizierte Leiharbeitskräfte eingesetzt, die die Stadt flexibel und auf Stundenbasis bezahlt abrufen kann. "Hier halten prekäre Beschäftigungsverhältnisse Einzug in die Kindertagesstätte." Dies lehne die GEW ab.