1,9 Millionen für misshandelte Heimkinder

Die katholische Kirche in Württemberg wird voraussichtlich 1,9 Millionen Euro als Entschädigung an misshandelte Heimkinder zahlen. Der Diözesanrat hat am Wochenende in Schöntal eine entsprechende Rückstellung im Haushalt beschlossen. Dies sei ein „weiteres Signal der Bereitschaft, Verantwortung für das in katholischen Heimen in Württemberg geschehene Unrecht“ zu übernehmen, teilte der Diözesanrat mit. Der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, hatte vor einigen Wochen um Vergebung für die massiven Züchtigungen gebeten, die Kinder auch in katholischen Heimen in den 1950er und 1960er Jahren erlitten hatten.

Der sogenannte Runde Tisch Heimkinder hat sich auf Bundesebene darauf verständigt, einen Entschädigungsfonds in Höhe von 120 Millionen Euro zu bilden - das wären 2000 bis 4000 Euro pro Opfer. Vielen Betroffenen ist das viel zu wenig, Opfervereinigungen fordern weit höhere Entschädigungssummen.

Auch wenn noch keine endgültige Entscheidung über den Entschädigungsfonds gefallen sei, wolle die Diözese ein Zeichen setzen, hieß es. Die 1,9 Millionen Euro seien keine endgültige, aber eine mögliche Summe, betonte eine Sprecherin des Diözesanrats am Montag. Dabei sei man davon ausgegangen, dass die katholische Kirche insgesamt 20 Millionen Euro in den Fonds einzahlen werde. Wenn diese Summe anhand der Finanzkraft auf die 27 Bistümer aufgeteilt werde, müsste die vergleichsweise große Diözese Rottenburg-Stuttgart 1,8 bis 1,9 Millionen Euro zahlen. Wann eine endgültige Entscheidung über den Entschädigungsfonds fällt, ist bislang unklar.