Krautheim
Lesezeichen setzen Merken

Krautheimer Spedition Rüdinger lässt Corona hinter sich

Das Familienunternehmen aus Krautheim erzielte 2021 ein starkes Umsatzwachstum. Unter anderem wurde viel mehr Ware an Privatkunden geliefert.

Heiko Fritze
  |    | 
Lesezeit 1 Min
Spedition Rüdinger lässt Corona hinter sich
Sammelgut-Transporte machen mehr als ein Viertel des Umsatzes der Spedition Rüdinger aus. Diesen Laster hat Geschäftsführer Roland Rüdinger vor dem Anbau, dem "Jagstforum", parken lassen. Foto: Heiko Fritze  Foto: Alternativer Fotograf

Hinter der Spedition Rüdinger liegt ein starkes Jahr: Sowohl bei der Geschäftsentwicklung als auch bei der Belegschaftszahl gab es ein deutliches Plus. Geschäftsführer Roland Rüdinger spricht auch von einem "Sendungs-Tsunami": 2021 war geprägt von einem massiven Anstieg der Sammelgut-Transporte. Das Besondere dabei: Der Anteil der Privatkunden stieg hier von fünf auf 15 Prozent.

Liefern lassen statt mit dem Anhänger abholen

Alles Mögliche war drunter, was großformatig ist und vor Corona von den Käufern mit einem Anhänger abgeholt wurde: E-Bikes und Zäune, Gartenhäuschen und Pools, Holzschnitzel und Betonplatten. Für die Krautheimer Spedition bedeutete dies, dass sie die Zustellung umorganisieren musste: Im Gegensatz zu Firmen sind Privatleute eher abends und samstags anzutreffen, um die Ware entgegenzunehmen.

 

80 zusätzliche Mitarbeiter

Insgesamt hat das Familienunternehmen die durch Corona verursachte Scharte mehr als ausgewetzt. Der Umsatz stieg um satte 28 Prozent auf 62 Millionen Euro, der Ertrag entwickelt sich parallel, wie Roland Rüdinger berichtete. Die Zahl der Mitarbeiter stieg um 80 auf 580 an, davon 50 Auszubildende. Mittlerweile betreibt das Unternehmen 200 Lkw, 20 mehr als vor einem Jahr. Davon sind bereits 80 Lang-Lkw.

Bauprojekte verzögern sich

Bei den Investitionen haben sich allerdings einige Verschiebungen ergeben: Wegen Teilemangels konnten Lkw-Hersteller zeitweise nicht liefern, bei zwei Bauprojekten gab es ebenfalls Verzögerungen. Betroffen waren Neubauten in Weikersheim - die Halle ging im Januar in Betrieb - und in Waldenburg; als zusätzliches Vorhaben ist ein weiterer Neubau in Boxberg in Vorbereitung. Das neue "Jagstforum" als Bildungs- und Aufenthaltszentrum am Stammsitz ist unterdessen fast fertig, einige Außenarbeiten stehen noch aus. Der Anbau kostete etwa 1,6 Millionen Euro; insgesamt investierte Rüdinger vergangenes Jahr 8,4 Millionen Euro in Gebäude und Fahrzeuge und plant dieses Jahr mit 10,6 Millionen Euro.

 

Elektrolaster im Test

Mittlerweile hat das Unternehmen auch schon Elektro-Laster ausprobiert, den Anfang machte ein 16-Tonner. "Der fährt problemlos und ersetzt einen Zwölftonner", berichtet der Geschäftsführer. Allerdings sieht er noch viele ungelöste Fragen, etwa was die Lade-Infrastruktur, Wartung oder Übernahme von Mehrkosten angeht. Dennoch ist er sich sicher, dass 2024 der Umstieg auf Elektro-Laster beginnt. "Wir sind gerade in der Untersuchung, wie es funktionieren könnte", erzählt er. "Ich glaube nicht, dass es am Angebot der Hersteller scheitern würde, eher am Ausbau der Infrastruktur durch den Staat."

Kommentar hinzufügen
Kommentar hinzufügen
Kommentare werden geladen
  Nach oben