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Sport Scheck ist pleite: Intersport kommt wohl glimpflich davon

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Die Sporthandelskette Sport Scheck hat im Zuge der Insolvenz der Signa-Gruppe nun ebenfalls Insolvenzantrag gestellt. Was dieser Schritt für das Unternehmen mit 34 Filialen, unter anderem in Stuttgart, bedeutet und welche Auswirkungen die Insolvenz auf die Verbundgruppe Intersport hat.

von dpa und Heiko Fritze
SportScheck-Filiale in der Münchener Fußgängerzone.
SportScheck-Filiale in der Münchener Fußgängerzone.  Foto: Lino Mirgeler/dpa

Mit Sport Scheck ist eines der größten Mitglieder der Sporthandelsgenossenschaft Intersport in Schwierigkeiten. Auf den Heilbronner Verbund hat die Insolvenz aber derzeit keine Auswirkungen, erläuterte Vorstandsvorsitzender Alexander von Preen: Die Geschäfte seien abgesichert über Insolvenzsicherung und Warenvorbehalt. "Auf die würden wir im Zweifel zugreifen", kündigte er an. "Wir sehen keine Risiken für unser Geschäft." Intersport hoffe, dass Sport Scheck am Markt bleibt und nach der Sanierung auch seine Mitgliedschaft in der Genossenschaft aufrechterhält. Das Unternehmen mit 34 Filialen, unter anderem in Stuttgart, kam zuletzt auf etwa 350 Millionen Euro Umsatz.

"Das kommt schon einem kleinen Erdbeben gleich."

"Die Schwierigkeiten bei Sport Scheck bedauern wir sehr", sagte von Preen, der auch Präsident des Handelsverbands Deutschland ist. "Das ist verbunden mit der gesamten Signa-Katastrophe. Ein Unternehmen mit gutem Ruf ist damit in die Insolvenz gegangen. Das ist schlecht für den Sportfachhandel." Insgesamt mache die Branche gerade massive Veränderungen durch. "Das kommt schon einem kleinen Erdbeben gleich." Das habe auch große Auswirkungen auf die Innenstädte. "Wir müssen sicherstellen, dass diejenigen, die übrigbleiben, erstarken." Intersport hat erst vor wenigen Wochen ein Förderprogramm für Gründer im Sportfachhandel gestartet.

Betrieb läuft ganz normal weiter

Die im Herbst angekündigte Übernahme von Sport Scheck durch den britischen Modehändler Frasers Group werde jetzt "erst einmal nicht vollzogen werden; Frasers hält jedoch weiter an seinen Übernahmeplänen fest", teilte das Unternehmen mit. Weitere potenzielle Investoren hätten Interesse an der Übernahme von Sport Scheck bekundet, der Prozess sei wieder offen. Alle Filialen, der Kundenservice und der Online-Shop arbeiteten ganz normal weiter. Geschäftsführer Matthias Rucker sagte, die Insolvenz sei bitter, aber auch eine Chance, das Unternehmen mit seinen Partnern und Gläubigern nachhaltig zu stärken. Der Sanierungs- und Investorenprozess solle im März abgeschlossen sein. 

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