Heilbronn
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Ohne Weiterbildung geht es nicht

Bei einer Veranstaltung des Bündnisses für Transformation auf dem Bildungscampus Heilbronn ging es um Fähigkeiten der Zukunft und wie man sie erwirbt. Experten fordern mehr Wertschätzung für Weiterbildung.

Jürgen Paul
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Lesezeit 1 Min
Ohne Weiterbildung geht es nicht
Qualifizierung ist der Schlüssel, um Beschäftigte fit für die Zukunft zu machen. Die Arbeitsagenturen haben umfangreiche Maßnahmen im Programm. Foto: dpa  Foto: Christin Klose

Welche Fähigkeiten brauchen wir, um auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft bestehen zu können? Und wie eignen wir uns diese Fähigkeiten an? Diesen Fragen widmete sich eine hybride Veranstaltung des regionalen Bündnisses für Transformation am Donnerstagnachmittag auf dem Bildungscampus Heilbronn.

Eine Studie zeigt die benötigten Fähigkeiten auf

Mittlerweile dürfte es Konsens sein, dass Weiterbildung und Qualifizierung die Schlüssel sind, um Mitarbeiter fit für die beruflichen Herausforderungen von morgen zu machen. Doch bei der Umsetzung hapert es mitunter noch. "Im Moment ist Weiterbildung für viele Unternehmen nur ein Kostenfaktor", sagt Stefan Baron, Geschäftsführer der Agentur Q, der gemeinsamen Bildungseinrichtung von Südwestmetall und IG Metall. Baron fordert eine Weiterbildungsstrategie für Deutschland, um dem Thema die Bedeutung zu geben, die es verdient.

Die Agentur Q hat im vergangenen Jahr in der Studie "Future Skills - Kompetenzen für den Standort Baden-Württemberg" herausgearbeitet, welche Fähigkeiten im Jahr 2026 im Südwesten besonders gefragt sein werden. Unter den 33 Future Skills sind technologische Fähigkeiten wie Data Management und Softwareentwicklung, Industriefähigkeiten wie alternative Antriebstechnologien oder Biotechnologie, digitale Schlüsselqualifikationen wie agiles Arbeiten oder Programmieren und überfachliche Fähigkeiten wie Flexibilität, Problemlösungsfähigkeit oder Resilienz.

Qualifizierung ist auch bei Unilever in Heilbronn ein Thema

Vieles davon ist nicht neu, muss aber mitunter neu gedacht und umgesetzt werden, wie in der Diskussion mit Praktikern und Wissenschaftlern deutlich wurde. Für Angela Bomberg, Personalchefin im Heilbronner Unilever-Werk, ist die Qualifizierung der Mitarbeiter ein zentrales Thema bei der Umsetzung der neuen Vision und Strategie für den traditionsreichen Knorr-Standort. Von der Zentrale angebotene Kurse auf digitalen Lernplattformen reichten dazu nicht aus. "Damit haben wir eher schlechte Erfahrungen gemacht", sagt Bomberg. Die Mitarbeiter bräuchten gezielte Weiterbildungsangebote, die auf ihre Bedarfe und auf jene des Konzerns abgestimmt seien.

Kritik an "Buffet-Mentalität"

Auch Johanna Bath, Professorin an der ESB Business School, hält nichts von der "Buffet-Mentalität", bei der Arbeitgeber eine riesige Auswahl an Kursen anbieten, aus der sich Mitarbeiter dann bedienen können. Wichtiger sei es, gezielte Gruppen so zu qualifizieren, dass sie das erlernte Wissen unmittelbar im Arbeitsalltag anwenden können, sagt Bath.

Für die Wissenschaftlerin ist Weiterbildung eine wichtige Führungsaufgabe. "Wenn der Chef, auch wenn er es lustig meint, sagt: "Ach, für zwei Tage Weiterbildung hast du Zeit", kommt die Botschaft beim Mitarbeiter an", sagt sie. Qualifizierung müsse Wertschätzung erfahren, damit sie den angemessenen Stellenwert im Unternehmen erhält.

 

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