Heidelberg
Lesezeichen setzen Merken

Ladesäulen und Druckmaschinen: Heideldruck sieht sich im Aufschwung

Der Druckmaschinenhersteller aus Heidelberg hat momentan keine Kurzarbeit angemeldet. Das Geschäft mit Ladestationen für Elektroautos soll europaweit ausgebaut werden.

Julian Ruf
  |    | 
Lesezeit 1 Min
Ladesäulen und Druckmaschinen: Heideldruck sieht sich im Aufschwung
Eine der Wallboxen des Druckmaschinenherstellers. Im deutschsprachigen Raum ist das Unternehmen einer der Marktführer in Sachen Ladelösungen. Foto: Heidelberg  Foto: Alternativer Fotograf

Die Zeichen stehen wieder auf Wachstum in der Universitätsstadt. Am Donnerstag stellte die Geschäftsführung der Heidelberger Druckmaschinen AG die Bilanz für das abgeschlossene Geschäftsjahr 2021/2022 (1. April 2021 bis 31. März 2022) vor.

Kerngeschäft legt zu

Beim Umsatz konnte Heidelberg Druck einen Zuwachs verzeichnen. Dieser liegt mit 2,183 Milliarden Euro ganze 14 Prozent über dem Vorjahr und entspricht somit der eigenen Zielsetzung, denn im Geschäftsjahr 2020/2021, das besonders stark von den Auswirkungen der Covid-Pandemie beeinträchtig war, bezifferte sich der Umsatz noch auf 1,9 Milliarden Euro.

Im Kerngeschäft Werbe- und Verpackungsdruck konnte man mit rund 900 Millionen Euro den höchsten Auftragsbestand innerhalb von zehn Jahren verzeichnen. Im Vorjahr fiel dieser mit 636 Millionen Euro vergleichsweise niedrig aus, also ein Anstieg von 42 Prozent. Der steuerbereinigte Gewinn kletterte von minus 43 Millionen Euro auf plus 33 Millionen Euro. Dies sei unter anderem durch eine verbesserte Kosteneffizienz erreicht worden.

Entsprechend positiv fällt auch die Prognose für das laufende Geschäftsjahr aus. Hier erwartet man eine weitere Umsatzsteigerung auf 2,3 Milliarden Euro, der Gewinn unterm Strich soll weiter wachsen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Heidelberg beschäftigt weltweit mehr als 10.000 Mitarbeiter und agiert in 170 Ländern. In Deutschland sind rund 6500 Menschen angestellt, allein 4200 davon am Standort nahe Heidelberg. "Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine stellen uns, wie die meisten anderen Unternehmen, aktuell vor Herausforderungen.

Mehr zum Thema

Es gilt, mit der konjunkturellen Unsicherheit und den gestiegenen Rohmaterial- und Energiepreisen umzugehen", sagt Ludwin Monz, der zum 1. April 2022 den Vorstandsvorsitz bei Heidelberg Druck übernommen hat. Engpässe bei der Verfügbarkeit von Halbleiterbauteilen könne man durch gute Kontakte zu Zwischenhändlern abfangen, nur bei der Herstellung von Produkten aus dem Bereich der E-Mobilität gäbe es vereinzelt Verfügbarkeitsprobleme. Kurzarbeit hat das Unternehmen derzeit nicht angemeldet. "Wir sind gegebenenfalls aber darauf vorbereitet", betont Monz.

Elektromobilität boomt

Mittlerweile hat man bei Heideldruck die Geschäftsfelder ausgebaut und bietet auch Ladestationen für Elektroautos an. Aufgrund der hohen Nachfrage bei privaten Ladestationen konnte dieser Unternehmenszweig seinen Umsatz von 22 Millionen Euro auf 50 Millionen Euro steigern. Das Produktportfolio soll nun europaweit um Ladelösungen für Mehrfamilienhäuser und Kommunen erweitert werden. "Wir möchten künftig zweigleisig fahren", sagt Monz.

Kommentar hinzufügen
Kommentar hinzufügen
Kommentare werden geladen
  Nach oben