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Intersport-Chef: Handel ist bereit für Maskenpflicht

Alexander von Preen, designierter neuer Präsident des Handelsverbands HDE, hat konkrete Vorstellungen, wie ein weiterer Corona-Winter durch den Handel bewältigt werden kann.

Heiko Fritze
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Lesezeit 3 Min
Intersport-Chef: Handel ist bereits für Maskenpflicht
Intersport-Vorstandsvorsitzende Alexander von Preen Foto: TERZO ALGERI  Foto: TERZO ALGERI

Der Intersport-Vorstandsvorsitzende Alexander von Preen soll Präsident des Handelsverbands Deutschland werden. Im Interview spricht er darüber, was ihn antreibt, wie er die Aufgabe bewältigen will - und wie der Handel auf den Herbst schaut.

 

Herr von Preen, warum sind Sie bereit zu einer Kandidatur?

Alexander von Preen: Es gilt, dem Handel eine starke Stimme und verlässliche Vertretung in Gesellschaft und Politik zu verleihen. Ich glaube, da könnten wir noch eine Menge machen und uns über alle Handelssegmente und -formate, sowohl als Non-Food-Händler als auch als Food-Händler, stationär wie auch Online, Drogerie wie auch Baumarkt, entsprechend engagieren. Das ist einer der Gründe, dass ich sage: Wenn mir die Ehre der Wahl zuteil wird und mein Aufsichtsrat, meine Gremien, dieses Engagement mittragen, dann gehe ich diesen Weg.

Wie kam es dazu?

Von Preen: Die Findungskommission hat seit letztem Jahr getagt und ich bin Anfang des Jahres angesprochen worden.

 

 

Wo rührt Ihr Engagement her?

Von Preen: Ich glaube, dass wir gerade in diesen Zeiten mit Krisen-Erlebnissen als Unternehmer mehr Engagement zeigen müssen im sozialen und gesellschaftlichen Umfeld, und diesem komme ich nach. Der Handel ist geprägt durch viele Entrepreneure. Man tut gut daran, sich zu engagieren und für die gesamte Branche etwas zu tun. Ich habe in den vergangenen Jahren mit Unterstützung des Aufsichtsrats bereits Funktionen wahrgenommen - im CDU-Wirtschaftsrat als Bundesfachvorsitzender der Kommission Nonfood, Retail und FMCG und außerdem beim ZGV Mittelstandsverbund. Diese Erfahrungen bringe ich sehr gerne ein, wenn die Delegiertenkonferenz es so möchte, im Rahmen des HDE als ehrenamtlicher Präsident.

 

Wir durchsetzungsfähig ist man in diesem Amt?

Von Preen: Das hängt natürlich von der jeweiligen Leistungsfähigkeit des Präsidenten ab. Herr Sanktjohanser hat die Lebensmittelindustrie und den gesamten HDE vorangebracht. Ich gedenke, auch alles zu geben, um die Stimme des Handels in Gesellschaft und Politik hörbarer zu machen.

 

Wie waren da Ihre bisherigen Erfahrungen in solchen Ämtern?

Von Preen: Immer auf Sachebene und fachlicher Ebene sehr gut - man hat Gehör gefunden. Was dann in die Umsetzung gegangen ist - ich glaube, da besteht noch Verbesserungspotenzial. Das heißt aber auch, dass ich in der Weiterentwicklung des Zusammenspiels zwischen Politik und Unternehmen echte Chancen sehe, so dass die Politik zum Beispiel mehr Möglichkeiten erhält, die Geschäftsmodelle des Handels besser zu verstehen.

 

Mehr zum Thema

Sie waren Mit-Sprecher einer Corona-Initiative des Handels. Was ist aus dessen Verfassungs-Klage geworden?

Von Preen: Sie wurde abgelehnt; es wurde keine Notwendigkeit gesehen, sich mit dem Thema näher zu beschäftigen. Das muss man registrieren und entsprechend weitermachen. Wir kämpfen als Intersport Deutschland für das Thema, dass Sport und Gesundheit systemrelevant sind und man entsprechend Gehör finden muss. Da werden wir auch nicht müde werden, uns dafür einzusetzen.

Was sind Ihre Hoffnungen und Erwartungen für diesen Herbst?

Von Preen: Meine Erwartung ist, dass man sich sehr früh professionell mit dem Thema Corona auseinandersetzt. Aber auch ganz klar, dass es keinen Lockdown mehr gibt. Da gibt es genügend Signale aus der Politik, dass dies nicht mehr passieren soll. Wir hoffen, dass wir frühzeitig mit eingebunden werden, damit wir als Handel Konzepte entwickeln können, um die Sicherheit der Bevölkerung sicherzustellen.

 

Und was wäre da für Sie vorstellbar?

Von Preen: Die Maskenpflicht wäre wieder ein Thema, womit man sich zum Schutz aller engagieren könnte. Wir würden uns auch wieder an einer deutschlandweiten Impfkampagne beteiligen. Es gibt eine Menge Einzelthemen, die wir im Auge hätten.

 

Dazu befinden Sie sich aber noch nicht in Gesprächen?

Von Preen: Nein, noch nicht. Durch die Bundestagswahl und den Ukraine-Krieg waren jetzt andere Themen im Fokus. Da muss man warten, bis die Politik wieder Gehör dafür findet.

 

Inwiefern kollidiert das Amt mit Ihrer Vorstandsvorsitzenden-Position?

Von Preen: Ich werde mich auf den HDE fokussieren. Meine Kollegen werden Ämter, die ich jetzt innehabe, übernehmen, damit wir das von der Aufwandsaufteilung so machen können, dass es für Intersport insgesamt optimal hilfreich ist. Übergreifendes Ziel ist der größtmögliche Nutzen für Intersport, den Handel wie die Gesellschaft. Das ist auch unsere Verantwortung als Unternehmer.


Zur Person

Alexander von Preen steht seit 2018 an der Spitze der Intersport Deutschland eG. Der 57-Jährige war zuvor mehr als 20 Jahre lang als Geschäftsführer und Partner für die Beratung Kienbaum tätig. Vor einem Jahr hatte er sich in einer Initiative des Handels für eine Wiedereröffnung der Geschäfte während der harten Corona-Maßnahmen stark gemacht. Damals hatte er angekündigt, sich stärker für den Handel bei der Politik einsetzen zu wollen. Der HDE umfasst Unternehmen mit rund 100.000 Betriebsstätten.

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