Smart City Revolution: Wie Baden-Württemberg die Zukunft der Städte gestalten will
Eine MHP-Veranstaltung nennt innovative Lösungen für städtische Herausforderungen. Ein Heilbronner Unternehmen ist mit einer technischer Neuheit als Paradebeispiel für die Zukunft der Städte dabei.

Der technologische und digitale Ausbau von Städten soll in naher Zukunft immer mehr Gestalt annehmen. Ziel ist es, die städtische Infrastruktur besser erkennen und effizienter gestalten zu können. Auf einer Veranstaltung des Ludwigsburger IT-Beratungsunternehmens MHP wurden verschiedene Zukunftsmodelle für eine „Smart City“ vorgestellt. An der Veranstaltung nahmen 25 Kommunen aus Baden-Württemberg teil.
Viele Kommunen setzen sich Ziele, um ihr Stadtleben zu verbessern, sei es in der Verkehrsführung, bei ÖPNV-Angeboten oder im Lärmschutz. Das Problem ist allerdings, dass die wenigsten diese Vorgaben auch erfolgreich umsetzen können. Deshalb hat die Porschetochter MHP nach drei Jahren intensiver Arbeit ein Programm entwickelt, das engagierten Städten bei der Bewältigung dieser Herausforderungen helfen kann, meint MHP-Partner Marcus Willand. „Bisher gab es noch kein Programm, das erfolgreich zur Entwicklung einer Smart City beitragen konnte“, sagt Willand. Ein solches Programm müsse die Aspekte Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Geschwindigkeit und Wirtschaftlichkeit vereinen.
Smart City: Neues Programm soll helfen
Für Willand und Thomas Schäfer, Mobilitätsexperte bei MHP, steht eines fest: Ihr entworfenes Programm Intelligent City Performance (ICP) erfüllt diese Anforderungen. „Für uns war es wichtig, die Einstiegsbarrieren für die Städte so niedrig wie möglich zu gestalten“, erklärt Willand. Daher verzeichnen sie schon erste Zahlungsbereitschaft von Firmen und Kommunen. Die Stadt Aachen und der Kreis Heinsberg nutzen das Programm bereits seit einiger Zeit.
Ein wesentlicher Vorteil der Plattform, so Willand, besteht darin, dass die Städte ihre Daten behalten können. Ein digitales Übersichtsmodul visualisiert alle Fortschritte und Ziele der Stadt auf ihrem Weg zur „Smart City“. Im Gegensatz zu vielen anderen ambitionierten Smart-City-Unternehmen streben die Verantwortlichen nicht die Einführung einer weiteren App auf dem Markt an. Stattdessen möchten sie existierende Apps mit Services und Inhalten beliefern, erklärt Schäfer. Zudem soll ein Unterstützungsangebot für hilfsbedürftige Kommunen im Bereich der Digitalisierung bereitgestellt werden.
Pilotprojekt: Multifunktionslampe soll in Heilbronn getestet werden
Eine neuartige Technik wurde vom in Heilbronn ansässigen Unternehmen Energiedata 4.0 vorgestellt. Vertreten durch Geschäftsführer Heiko Hummel zielt das Unternehmen darauf ab, Straßenbeleuchtungen effizienter zu gestalten. Die innovativen Leuchten sollen nicht nur abends für gute Sicht sorgen, sondern auch als Luftmessgeräte, Verkehrszähler, potenzielle Überwachungskameras und 5G-Verstärker dienen. Zudem könnten durch die Verwendung dieser effizienten Licht-Technologie, die sich selbstständig dimmt und abschaltet, deutschlandweit 1,2 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden, so Hummel. Ein Pilotprojekt für die Hightech-Lampe soll demnächst in Heilbronn starten. „Wir sind mit der Stadt in gutem Austausch“, berichtet Hummel. Besonders die Standorte Marktplatz und Karlsruher Straße wären für ihn sehr interessant.
Die Integrationsplattform MobiDataBW präsentierte ebenfalls ihr Konzept, das den Zugang zu offenen Mobilitätsdaten ermöglicht. Ob ÖPNV, Carsharing oder E-Scooter – Ziel ist die Förderung klimafreundlicher Mobilität. Diese Datensätze stehen Smart City-Apps zur freien Nutzung zur Verfügung. Gefördert wird das Programm vom Verkehrsministerium Baden-Württemberg.
Vorzeigemodelle: Ludwigsburg und Wien zeigen wie es gehen könnte
Die Städte Ludwigsburg und Wien sind mit ihrer datenbasierten Mobilitätssteuerung sowie einem intelligenten Parkraummanagement gute Beispiele für die Anwendung von Intelligent City Performance (ICP). Die Herausforderungen wie Lärm, hohes Verkehrsaufkommen und schlechte Parkmöglichkeiten wurden vergangenes Jahr aufgegriffen und ausgewertet. Basierend auf einer Datenanalyse wird nun versucht, die Fuß- und Fahrradmobilität zu verbessern sowie Car-Sharing und den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) deutlich attraktiver zu gestalten.
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