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Hofmann Fördertechnik hat weiter viel zu tun

Der Intralogistik-Dienstleister aus Obereisesheim registriert anhaltend hohe Nachfrage. Inzwischen wurde eine weitere Halle erworben. Denn die Trends der Branche dürften für noch mehr Arbeit sorgen.

Heiko Fritze
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Lesezeit 2 Min
Hofmann Fördertechnik hat weiter viel zu tun
In der Werkstatt bei Hofmann Fördertechnik werden die Stapler der Kunden nach ihren Wünschen konfiguriert und gewartet.  Foto: Fritze, Heiko

Endlich wieder Stapler-Cup. Anfang Juli trafen sich 70 Fahrer, um ihr Können zu testen. "Es hat allen gut getan, dass das wieder möglich war", sagt Britta Hofmann. Gemeinsam mit ihren Brüdern Axel und Ulrich Hofmann leitet sie in dritter Generation den Stapler-Händler und Intralogistik-Dienstleister Hofmann Fördertechnik mit Sitz in Obereisesheim. Und das Unternehmen hat derzeit gut zu tun - von einer nahenden Rezession ist derzeit nichts zu spüren, berichtet Ulrich Hofmann.

Umsatzplus - nicht nur wegen der Inflation

Entsprechend sieht die Umsatzprognose aus. "Wir gehen von 80 Millionen Euro zum Jahresende aus", sagt der Geschäftsführer. 2021 wurden 72 Millionen Euro erreicht. Ein Teil des Wachstums sei zwar der Inflation geschuldet. Aber auch die Nachfrage ist anhaltend hoch. Das Unternehmen ist einer von 24 deutschen Vertriebspartnern des Staplerherstellers Linde, und etwa 95 Prozent des Umsatzes entfallen auf diesen Bereich. Ergänzt wird das Portfolio um Regalsysteme und Förderbänder sowie Reinigungsmaschinen - auch hier arbeitet das Unternehmen mit festen Partnern wie Kärcher oder Gebhardt Fördertechnik zusammen.

Vom Händler zum Rundum-Dienstleister

Von einem reinen Staplerhändler mit angeschlossener Werkstatt hat sich das Unternehmen längst zu einem Dienstleister entwickelt. "Der Kunde baut eine Lagerhalle und wir füllen sie ihm", beschreibt Ulrich Hofmann das Prinzip. Dabei gehe es oft auch um spezifische Wünsche - sei es eine Lackierung der Geräte in Firmenfarben, seien es besondere Anbauten wie Scheinwerfer, Sensoren oder Bügel.

Fester Bezirk innerhalb des Linde-Netzes

Dafür hat Hofmann einen eigenen Sonderbau. Seit kurzem ist dieser auch in den Räumen des Werkzeugbauers Ranger ansässig - jenes Unternehmen stellte Ende März den Betrieb ein. Hofmann hat das 5500 Quadratmeter große Gelände erworben, mit nahezu allen Maschinen. Auch ein Teil der Ranger-Belegschaft wurde übernommen. Zuvor war als jüngstes Bauprojekt eine Halle zwischen Ranger und einem Schuhhandelsgeschäft errichtet worden - in diesem Gebäude sind Gebrauchtstapler und -teile untergebracht. Insgesamt beschäftigen die Obereisesheimer inzwischen 340 Mitarbeiter, davon etwa die Hälfte im Außendienst für Vertrieb und Service. Alleine dieses Jahr werden zwölf Auszubildende eingestellt. Der Bezirk innerhalb des Linde-Netzes reicht von Wörth am Oberrhein über Nagold und Ditzingen bis Aalen, Crailsheim und Buchen.

Lithium-Akkus und Brennstoffzellen

Mehrere Zukunftsthemen macht Ulrich Hofmann derzeit in der Staplerbranche aus. Zum Beispiel werde die Brennstoffzelle im nächsten Jahr in den ersten Modellen eingebaut. Eine Entwicklung, die er als generell zukunftsweisend sieht: "Wir sind der Autobranche immer eine gewisse Zeit voraus. Das war auch bei der E-Mobilität schon so." Mittlerweile werden 15 Prozent der Stapler mit Lithium-Ionen-Akkus angetrieben, und Hofmann erwartet, dass ihr Anteil bis 2025 auf 50 Prozent steigt. Übrigens: Fünf Prozent der Stapler sind noch mit einem Verbrennungsmotor unterwegs, insbesondere dort, wo besonders große Gewichte zu stemmen sind.

Immer mehr Firmen nutzen autonome Fahrzeuge

Zweites zentrales Thema ist derzeit das autonome Fahren. Erste Systeme sind bereits im Einsatz. Unter anderem hat Hofmann ein Werk eines Heilbronner Lebensmittelherstellers mit solchen Fahrzeugen ausgestattet. "Wir brauchen das", sagt der Geschäftsführer. "Anders werden wir den Fachkräftemangel nicht bewältigen können." Denn auch Staplerfahren sei eine Kunst. "Es mag sich trivial anhören, aber auf Leistung fahren oder in zehn Meter Höhe etwas einlagern kann nicht jeder." Auch darauf hat die Firma längst reagiert - und bietet Staplerkurse inklusive Sicherheitstraining in der eigenen Akademie an. Und vor allem mit jenen Fahrzeugen, die die Teilnehmer dann auch im Betrieb nutzen.

 

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