Obersulm
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Start-up aus Obersulm will Unternehmen beim Sparen helfen

Drei Gründer aus Obersulm wollen mit ihrem Startup WRS bei Firmen Druckluftleckagen aufspüren. Die Jungunternehmer wollen mit ihrer Druckluft-Datenanalyse Unternehmen dabei helfen, mehrere tausend Euro einzusparen.

Maike Skerstins
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Drei Gründer aus Obersulm wollen mit ihrem Startup WRS bei Firmen Druckluftleckagen aufspüren
Die Unternehmer Dominik Wahl (von links), Laurin Roller und Lennard Schwidurski stehen mit ihrer Druckluftbox im Labor der Hochschule Esslingen Foto: Björn Brenner  Foto: WRS

Bei Lennard Schwidurski (25), Laurin Roller (27) und Dominik Wahl (26) ist seit der Gründung der WRS Energie und Druckluft GmbH Anfang des Jahres viel passiert. Die drei Wirtschaftsingenieure aus Obersulm, Freudenstadt und Oberstenfeld kennen sich seit ihrem Bachelor-Studium in Künzelsau. Während ihrer Masterarbeit 2020 an der Hochschule Esslingen, haben sie sich verstärkt auf den Energieträger Druckluft konzentriert.

Druckluft als Kostenfaktor wird oft vernachlässigt

Druckluft ist Luft, die unter hohem Druck verdichtet wird. Genutzt wird sie unter anderem zum Antrieb von Maschinen in den unterschiedlichsten Bereichen wie in der Pharma-, Lebensmittel-, Chemie- und Automobilindustrie. Die Herstellung der komprimierten Luft ist sehr kostenintensiv. "Wärme ist oft ein Thema in Firmen, aber Druckluft wird vernachlässigt. Wenn sie entweicht, dann hört man ein Zischen, aber man denkt nicht daran, dass das Geld ist", betont Schwidurski. Dabei mache sie bei mittelständischen Unternehmen oft zehn bis 15 Prozent des gesamten Energiebedarfs aus.

Die Idee der Gründer hilft Unternehmen mehrere tausend Euro einzusparen

Die Idee der drei Gesellschafter ist es, bei Firmen mittels Datenerhebung mögliche Leckagen im Druckluftsystem aufzuspüren. "Bei einem Unternehmen konnten wir die Kompressorenansteuerung effizienter gestalten und somit 80.000 Euro im Jahr einsparen", erzählt Lennard Schwidurski.

Die Analyse erfolgt durch Sensoren, die in das bestehende Druckluftsystem einer Firma integriert werden. Sollte schon eine verbaute Sensorik vorhanden sein, wird eine sogenannte "Druckluftbox" installiert, die die Daten sammelt. Danach werden die Messungen mit einer selbst entwickelten Software ausgewertet und in einem Bericht zusammengefasst, den der Kunde abrufen kann.

"Wir wollen als Partner den Firmen herstellerunabhängige Lösungen aufzeigen und sie bei der Umsetzung begleiten", sagt Schwidurski. Die Zielgruppe von WRS sind große bis mittelständische Firmen. "Einer unserer Kunden ist die Industriebuchbinderei Binden Perfekt in Stuttgart. Wir sind auch gerade dabei mit einem großen Automobilzulieferer in der Region zu verhandeln", erzählt Schwidurski.

WRS erhielt sechsstellige Fördersumme

Die drei Gründer konnten die Jury des Startup BW Pre-Seed Programms - ein Finanzierungsinstrument der L-Bank und des Landes Baden-Württemberg - überzeugen. Für ihre Idee erhielten sie vor rund vier Wochen eine sechsstellige Summe in Form eines Wandeldarlehens. Diese Art der Finanzierung habe für Anleger den Vorteil, dass sie mit geringem Risiko in eine neue Firma investieren könnten. Zudem konnten die Gründer vom Kundenstamm ihres Investors profitieren.

Das Startup WRS aus Obersulm sucht nach weiteren Mitarbeitern

Das Fördergeld soll größtenteils in den Aufbau von Personal fließen. "Wir möchten einen Vertrieb gründen und die Software weiterentwickeln", sagt Schwidurski. Derzeit beschäftigt WRS sechs Studenten. "Wir hoffen, dass mehr Studenten einsteigen, die motiviert mitarbeiten."

In der Zukunft wollen die Inhaber ihre Software auf einer Plattform integrieren, auf der die Kunden ihre Daten selbst ablesen und Einsparungsvorschläge umsetzen können.

Das Förderprogramm

Das Startup BW Pre-Seed Förderprogramm der L-Bank und des Landes Baden-Württemberg richtet sich an Gründer, die in der frühen Phase Unterstützung suchen. Seit 2018 stellt das Land und das Startup BW Pre-Seed Programm jährlich sieben Millionen Euro zur Verfügung. Neben der finanziellen Unterstützung werden die Gründer auch bei der Arbeit an ihren Geschäftsmodellen betreut. Die Unternehmer werden auch bei der Suche nachInvestoren unterstützt. In den Jahren 2018 und 2019 wurden somit 60 Startups unterstützt.

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