Ingolstadt/Neckarsulm
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Audi: Versöhnlicher Jahresabschluss

Der Absatz des Autobauers erreicht 2021 trotz Corona- und Halbleiterkrise nahezu das Niveau des Vorjahres. In Neckarsulm (inklusive Böllinger Höfe) wurden etwas weniger Fahrzeuge produziert als im Jahr davor. Große Bauprojekte prägen das neue Jahr am Standort.

Alexander Schnell
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Audi A8
Im vergangenen Jahr startete in Neckarsulm unter anderem der Anlauf des überarbeiteten Audi A8. Foto: Audi

Trotz der verschärften Halbleiterkrise hat der Autobauer Audi 2021 einen Absatz annähernd auf dem Vorjahreswert erreicht. Weltweit hat der Autobauer rund 1,68 Millionen Fahrzeuge verkauft (2020: 1,69 Millionen). Im ersten Halbjahr hatte das Unternehmen noch einen Rekordabsatz mit fast einer Million Einheiten gefeiert. Fehlende Halbleiter und damit zahlreiche Produktionsausfälle sorgten für einen Rückgang von fast 35 Prozent im vierten Quartal 2021 und verhinderten ein besseres Ergebnis. Die Finanzzahlen gibt Audi erst im März bekannt. In den ersten sechs Monaten hatte das Unternehmen 2021 rund 3,11 Milliarden Euro verdient.

Starker Beitrag aus Neckarsulm

"Die Modelle aus Neckarsulm haben auch 2021 maßgeblich zum Erfolg unseres Unternehmens beigetragen. Insbesondere die gestiegene Nachfrage nach dem A7 und dem A8 sowie die erfolgreiche Markteinführung des E-Tron GT waren Highlights unseres Vertriebs", sagte Hildegard Wortmann, Vorständin für Vertrieb und Marketing, im Gespräch mit der Heilbronner Stimme. "Mein Dank gilt dem gesamten Team am Standort."

In Neckarsulm (inklusive Böllinger Höfe) wurden im vergangenen Jahr rund 145.000 Fahrzeuge produziert, knapp 12.000 weniger als im Jahr zuvor. "2021 war für uns alle ein herausforderndes Jahr. Wir freuen uns, dass es uns trotzdem gelungen ist, mit der Batterieentwicklung, zentralen Baumaßnahmen und der Entscheidung für ein künftiges Volumenmodell wichtige Weichen für die Zukunft unseres Standorts zu stellen", sagt Werkleiter Fred Schulze. "Wir haben den Anlauf des A8 und die Markteinführung des E-Tron GT gemeistert." In der Manufaktur von Audi Sport in den Böllinger Höfen hat das Unternehmen einen Rekord verzeichnet: Dort wurden 2021 erstmals mehr als 10.000 Fahrzeuge gefertigt.

Neue Lackiererei für 300.000 Fahrzeuge

2022 steht für den Standort Neckarsulm im Zeichen großer Bauprojekte. Bis Herbst soll das Gebäude C22 fertiggestellt werden. Dort wird unter anderem die Batterieentwicklung für Elektroautos untergebracht. Darüber hinaus erhält das Werk in der Region eine neue Lackiererei mit einer Kapazität von 300.000 Fahrzeugen. Die ersten Vorarbeiten dafür laufen bereits. Mit geschätzten 100 bis 150 Millionen Euro ist die Lackiererei die größte Investition. Zusammen mit der dritten Ausbaustufe der Montage wird der Standort auf die Produktion künftiger E-Modelle vorbereitet.

Ein Neubau der Montage ist laut Werkleiter Schulze bereits auf eine Mischfertigung von Verbrenner- und Elektromodellen vorbereitet. Nach Informationen der Heilbronner Stimme soll in den nächsten zwei bis drei Monaten endgültig die Entscheidung fallen, die elektrischen Modelle A4 E-Tron Coupé und A4 E-Tron Cabrio ab etwa 2026 in Neckarsulm zu bauen. Derzeit werden dem Vernehmen nach noch die letzten Fragen zur Finanzierbarkeit geklärt.

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Der Schwerpunkt liegt auf der Elektromobilität

Der Fokus im Gesamtunternehmen liegt im laufenden Jahr auf dem Ausbau der Elektromobilität. In der zweiten Hälfte des Jahres kommt der Q6 E-Tron auf den Markt. Das Elektro-SUV, das in Ingolstadt gefertigt wird, basiert auf der neuen Plattform PPE (Premium Platform Electric), die Audi mit Porsche entwickelt. Für die nächsten Monate erwartet Audi bei der Halbleiterversorgung eine weiterhin angespannte Situation. Fürs Gesamtjahr bleibe man aber optimistisch. 

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