Eppingen
Lesezeichen setzen Merken

Eppinger Maschinenbauer Ehehalt profitiert vom Recycling-Boom

Der Maschinenbauer Ehehalt und die Schwesterfirma THM aus Eppingen-Mühlbach haben sich weltweit einen Namen in der Recyclingbranche gemacht.

Heiko Fritze
  |    | 
Lesezeit 2 Min
Der Turbocrusher-Spezialist
Die Recyclingmaschinen der Firmen Ehehalt und THM haben große Dimensionen. Diese Maschine ist nur ein Teil einer Anlage, die nach Südkorea geht. Foto: Heiko Fritze  Foto: Fritze, Heiko

Eigentlich hatte Wolfgang Ehehalt vor 40 Jahren mit einem kleinen Reparaturbetrieb begonnen: In seiner Garage beschäftigte er sich mit der Wartung und Instandsetzung von Maschinen. Immer wieder hatte er es dabei mit Geräten zu tun, die zum Zerkleinern von Recyclingmaterial eingesetzt werden. Und so kannte er bald alle typischen Schwachstellen - und beschloss, selbst Recyclingmaschinen zu konstruieren. Solche, die eben nicht diese Schwachstellen haben.

Heute ist der Familienbetrieb, mittlerweile in der zweiten Generation geführt, ein stetig wachsendes Maschinenbauunternehmen. Im Eppinger Teilort Mühlbach erstreckt sich das Werksgelände auf zwei Grundstücke mit mehreren großen Hallen. Erst im vergangenen Jahr wurde das neue Bürogebäude in Betrieb genommen. "Wir platzten vorher aus allen Nähten", sagt Yvonne Ehehalt-Hüber, die das Unternehmen heute zusammen mit ihrem Mann Timo Hüber führt.

 

Mehr zum Thema

Extra-Firma für den Vertrieb

Streng genommen handelt es sich inzwischen um zwei Unternehmen: Seit 2013 besteht auch die Firma THM. Sie ist für den weltweiten Vertrieb der Maschinen zuständig - der Exportanteil liegt derzeit bei etwa 70 Prozent, berichtet Vertriebsleiter Andreas Senkbeil. Recyclingmaschinen aus Mühlbach stehen in Südkorea, den USA, Brasilien und fast ganz Europa, aber auch bei Recyclingbetrieben in Deutschland. In der Stammfirma Maschinenbau Ehehalt sind unterdessen Produktion und Entwicklung zusammengefasst.

Alle gängigen Zerkleinerungs-Techniken

"Wir konzentrieren uns auf das Zerkleinern. Da kennen wir uns aus", sagt Timo Hüber. Alle gängigen Techniken sind im Portfolio: Brechen, Schneiden, Schreddern und Crushen. "Die verwendete Technik hängt immer davon ab, was der Kunde verarbeiten will", erläutert Senkbeil. Zurzeit ist vor allem die Nachfrage nach Zerkleinerungsanlagen für sogenannten Ersatzbrennstoff groß - hinter diesem Begriff verbirgt sich nichts anderes als Haus- und Restmüll, der als Alternative für Öl, Gas und Kohle für die Verbrennung in Zementwerken oder Müllverbrennungsanlagen aufbereitet werden muss.

 

Mehr zum Thema

Wie die Abfallmenge den Pandemieverlauf widerspiegelt
PREMIUM
Region
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Wie die Abfallmenge den Pandemieverlauf widerspiegelt

Die Müll- und Wertstoffmengen haben sich im vergangenen Jahr auf einem relativ hohen Niveau eingependelt. Ein Streifzug durchs Unterland.

Aber auch für ganz spezielle Stoffe wie Ölfilter oder Katalysatoren haben die Mühlbacher Anlagen im Programm. Die Katalysatoren werden zum Beispiel von Turbocrushern zerkleinert, rasch drehenden Zylindern, in denen Ketten oder Hämmer das Material zerschlagen und dabei die miteinander verbundenen Rohstoffe voneinander trennen - eine Konstruktionsweise, bei der das Unternehmen mittlerweile weltweit zu den führenden Herstellern gehört. Teilweise sind die Recyclingmaschinen doppelt mannhoch und bringen an die 50 Tonnen auf die Waage.

Auftragsbestand bis in das nächste Jahr

Die Corona-Jahre hat das Unternehmen gut überstanden. Der Belegschaftsstand blieb mit 50 Beschäftigten bei Ehehalt und zehn bei THM stabil, mit leicht steigender Tendenz. Und weitere Fachkräfte werden gesucht, denn die Auslastung ist nach wie vor gut: "Der Auftragsbestand reicht schon bis ins nächste Jahr", berichtet Yvonne Ehehalt-Hüber. Die Ukraine-Krise und die Debatte um die Rohstoffversorgung sorgt dabei für zusätzlichen Auftrieb: Recycling von Wertstoffen wird dadurch noch wichtiger.

Kommentar hinzufügen
Kommentar hinzufügen
Kommentare werden geladen
  Nach oben