Neckarsulm
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Der Audi RS6 wird 20 Jahre alt

Das sportliche Modell aus dem Audi-Werk Neckarsulm feiert runden Geburtstag. Mittlerweile ist die vierte Generation auf dem Markt. Die Zukunft des rasanten Kombis ist elektrisch.

Alexander Schnell
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Lesezeit 3 Min
Der Audi RS6 wird 20 Jahre alt
Audi Sport-Geschäftsführer Sebastian Grams mit allen Generationen des RS 6, der seit seinem Start vor 20 Jahren am Standort Neckarsulm produziert wird.  Foto: Audi

Für die besonders dynamischen Modelle mit den vier Ringen ist Audi Sport zuständig. 1983 wurde die Tochterfirma mit Sitz in Neckarsulm als quattro GmbH gegründet, zwischenzeitlich wurde sie umfirmiert zur Audi Sport GmbH. Mit der Nähe zum Rennsport und ihrer Exklusivität geht von den RS-Modellen seit jeher eine besondere Faszination aus. "Jedes RS-Modell bringt die große Leidenschaft zum Ausdruck, mit der wir unsere High-Performance-Autos entwickeln", sagt Sebastian Grams, Geschäftsführer der Audi Sport GmbH.

Der RS6 war der nächste logische Schritt

Das RS-Programm von Audi begann ursprünglich in der Mittelklasse. Die damalige quattro GmbH war 1999 gerade mit dem Audi RS4 Avant (Baureihe B5) in den Markt gestartet, als die Frage aufkam: Wie kann das weitere Portfolio aussehen? "Der RS6 im C-Segment, also der Oberklasse, war demnach der nächste logische Schritt", sagt Stephan Reil, der heute Leiter der Technischen Entwicklung am Standort Neckarsulm ist und zuvor Entwicklungschef der RS-Modelle. "Somit haben wir uns nach der Entwicklung des RS4 voll auf das Projekt RS6 konzentriert."

 

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In den USA zunächst nur als Limousine

Der Audi RS6 wird 20 Jahre alt
 Foto: Audi

2002 kam der erste RS6 auf den Markt. Zum 20. Geburtstag des sportlichen Kombis, den es in den USA zunächst nur als Limousine gab, ist mittlerweile Generation vier auf dem Markt. Obwohl er nur gut zwei Jahre bis Ende 2004 gebaut wurde, hat Audi vom ersten RS6 mehr als 8000 Exemplare verkauft. Das hat die Marke mit den vier Ringen auf den Geschmack gebracht und 2008 zu noch mehr Dynamik motiviert. Fünf Liter Hubraum machten den eigens mit einer Trockensumpfschmierung für die Rennstrecke ertüchtigten V10 zum größten RS-Motor aller Zeiten und seine 580 PS sind damals unerreicht. Selbst der R8 GT muss mit 20 PS weniger auskommen.

 

Werkleiter Fred Schulze ist stolz

Eines eint alle Generationen des RS6: Sie laufen am Standort Neckarsulm vom Band. "Wir sind stolz, dass wir im Werk Neckarsulm auch das Topmodell der A6-Baureihe produzieren. Bei der Produktion des Audi RS6 trifft unsere Großserienkompetenz auf eine Ikone der RS-Historie", sagt der Neckarsulmer Werkleiter Fred Schulze. Von der aktuellen, vierten Generation des RS6 hat Audi im vergangenen Jahr weltweit 6334 Exemplare verkauft. Mit RS6 Nummer vier sind wir zu Testfahrten gestartet.

Dynamische Optik und 600 PS

Der Audi RS6 wird 20 Jahre alt
 Foto: Audi

Auch der aktuelle RS 6 Avant ist ein Kombi wie kein anderer. Lufteinlässe mit dreidimensionalen, schwarzen Waben, weit ausgestellte Radhäuser, in denen 22-Zöller montiert sind, maximal betonte, schwarze Endrohre am Heck. Optional sind Keramikbremsen erhältlich. Ein Auftritt, der sitzt wie ein Maßanzug. Innen sichtbares Karbon und Sitze, die sowohl heizen als auch kühlen. Eines der technischen Highlights sitzt aber wie immer unter der Fronthaube. Dort verrichtet ein vier Liter großer Achtzylindermotor mit 600 PS und maximal 800 Newtonmeter Drehmoment seine Arbeit. Das sind 40 PS und 100 Newtonmeter mehr als beim Vorgänger. Ganze 3,6 Sekunden vergehen bis Tempo 100. Nach zwölf Sekunden ist der dynamische Kombi bereits 200 km/h schnell. Spitze läuft er 250 Sachen, optional auch 280 oder gar 305 Kilometer pro Stunde. Das hat seinen Preis: Die gut betuchte Kundschaft muss in Deutschland mindestens 128 000 Euro in den sportlichen Kombi investieren.

 

Zweistelliger Verbrauch

Den Verbrauch beziffert Audi mit 12,9 Litern, das entspricht einem CO2-Ausstoß von 293 Gramm pro Kilometer. Um die Effizienz zu steigern, schalten sich im Teillastbetrieb vier der acht Zylinder ab. Zudem ist ein Mildhybrid-System an Bord. Damit kann der Fahrer zwischen 55 und 160 km/h bis zu 40 Sekunden mit ausgeschaltetem Motor segeln, wenn er vom Gas geht. Das spart bis zu 0,8 Liter pro 100 Kilometer. Künftig startet auch der RS 6 ins Elektro-Zeitalter.

 


Zukünftige Modelle

Bei Audi Sport wird in Zukunft die Elektrifizierung stark zunehmen. Die geplanten RS-Modelle ab 2024 werden als Plug-in-Hybride oder als reine Elektromodelle verkauft. So wird es nach Informationen der Heilbronner Stimme einen rein elektrischen RS 6 E-Tron geben, der auf dem A6 E-Tron basiert (Start 2024). Darüber hinaus wird es einen Plug-in-Hybriden geben, bei dem Audi einen Sechszylinder-Benziner mit zwei E-Motoren kombiniert.

 

 
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