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Commerzbank mit starkem Halbjahr

Institut fährt überraschend deutlichen Gewinn ein. Auch im Geschäftsgebiet Heilbronn ist die Entwicklung erfreulich. Die Kunden interessieren sixch verstärkt für nachhaltige Baufinanzierung.

von Jürgen Paul und dpa
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Commerzbank mit starkem Halbjahr
Die Commerzbank hat die Krise hinter sich gelassen und im ersten Halbjahr einen hohen Gewinn eingefahren. Doch es lauern viele Risiken am Horizont.  Foto: Sebastian Gollnow

Die Commerzbank sieht sich nach einem unerwartet guten ersten Halbjahr auf Kurs zum geplanten Milliardengewinn. "Die starke Ergebnisentwicklung zeigt, dass unsere Strategie 2024 auch in einer Phase niedrigen Wirtschaftswachstums greift", sagte Vorstandschef Manfred Knof gestern. Damit der Gewinn die Marke von einer Milliarde Euro überspringt, dürfe sich jedoch die Konjunktur nicht deutlicher verschlechtern, sagte Finanzchefin Bettina Orlopp: "Ein großer Unsicherheitsfaktor bleibt in diesem Zusammenhang die Versorgung der deutschen Wirtschaft mit Gas."

Gutes Ergebnis im zweiten Quartal

Im zweiten Quartal verdiente das Institut unter dem Strich 470 Millionen Euro und damit 100 Millionen mehr als von Analysten erwartet. Ein Jahr zuvor hatten hohe Kosten für Stellenabbau und Filialschließungen das Institut mit 527 Millionen Euro tief in die roten Zahlen gerissen. Dass es diesmal so gut lief, verdankte die Bank einem kräftigen Anstieg der Einnahmen: Dank deutlicher Zinssteigerungen legten die Erträge im Jahresvergleich um 30 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro zu.

Trotz der wirtschaftlichen Verwerfungen durch den Ukraine-Krieg verdiente die Commerzbank in den ersten sechs Monaten 768 Millionen Euro. Das entspricht drei Vierteln des angepeilten Jahresgewinns. Neben dem Krieg und der Wirtschaftsentwicklung muss die Bank im zweiten Halbjahr allerdings noch speziellere Belastungen fürchten. Dazu zählt nicht nur die Risikovorsorge für gefährdete Kredite, die in diesem Jahr insgesamt bei rund 700 Millionen Euro liegen soll.

Baufinanzierungen sind weiterhin gefragt

Auch in Heilbronn hat sich die Commerzbank im ersten Halbjahr 2022 gut entwickelt. Das Geschäftsvolumen im Privat- und Unternehmerkundengeschäft blieb mit 3,4 Milliarden Euro stabil. Gefragt waren weiterhin Baufinanzierungen. Hier stieg das Bestandsvolumen im ersten Halbjahr um 11,4 Prozent auf 990 Millionen Euro. "Wir beraten derzeit viele Kunden, die sich die aktuellen Zinsen sichern wollen, zu passenden Anschlussfinanzierungen oder Bausparverträgen", berichtet Niederlassungsleiter Johannes Kube. Das Thema Nachhaltigkeit gewinne bei der Baufinanzierung immer mehr an Bedeutung.

Kredite im Firmenkundengeschäft gefragt

Im Firmenkundengeschäft prägten die Lieferengpässe und die hohen Energiepreise das Halbjahr. Bestehende Kreditlinien seien stärker in Anspruch genommen worden, sagt Rudi Maurer, verantwortlich für das Firmenkundengeschäft in Heilbronn. Insgesamt hat sich das Kreditvolumen im Firmenkundensegment in der Region Heilbronn im ersten Halbjahr um 3,9 Prozent auf 727 Millionen Euro erhöht.

Insgesamt werden in der Niederlassung Heilbronn 93 640 Privat- und Unternehmerkunden sowie 730 Firmenkunden ab 15 Millionen Euro Umsatz betreut. dpa/jüp

 
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