BW-Bank Heilbronn bleibt stabil
Heilbronn - Das Mutterhaus ist in Schieflage, doch die Baden-Württembergische Bank (BW-Bank) Heilbronn hat sich ein Stück weit von der Entwicklung der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) abkoppeln können. Das Geldinstitut ist im vergangenen Jahr in der Region trotz Wirtschafts- und Finanzkrise gewachsen.

Heilbronn - Das Mutterhaus ist in Schieflage, doch die Baden-Württembergische Bank (BW-Bank) Heilbronn hat sich ein Stück weit von der Entwicklung der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) abkoppeln können. Das Geldinstitut ist im vergangenen Jahr in der Region trotz Wirtschafts- und Finanzkrise gewachsen. "Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung", sagt Horst Plitt, Firmenkundenchef in Heilbronn. Auch der Start ins laufende Geschäftsjahr 2010 ist laut Management geglückt.
Im Plus
Das Kreditvolumen im Unternehmenskundengeschäft lag in der Marktregion Nordost, die von Heilbronn-Franken bis in die Ostalb reicht, zum Stichtag 2009 bei 2,9 Milliarden Euro. Nach Angaben der BW-Bank entspricht das einem Zuwachs "im einstelligen Prozentbereich" im Vergleich zum Vorjahr.
Verantwortlich für das Plus macht das Geldhaus unter anderem den Rückzug ausländischer Banken vom deutschen Markt. Aktuell betreut die BW-Bank allein in Heilbronn-Franken gut 1000 Unternehmen − die meisten davon im Mittelstand. Das Haus verortet diesen bei einem Jahresumsatz von fünf bis 150 Millionen Euro. Bei den Einlagen im Privatkundenbereich verzeichnete die BW-Bank in der Region Heilbronn für 2009 unterdessen ein Plus von neun Prozent. In diesem Geschäftssegment hat die Bank knapp 35 000 Kunden.
Zwar nennt das Institut keine genauen Zahlen, aber Hans-Joachim Gerber, Privatkundenleiter der BW-Bank in Heilbronn, hat für 2009 "doppelt so viele Neukunden wie geplant" registriert. Für ihn ist das ein klarer Hinweis für die starke Verwurzelung des Hauses in der Unterlandmetropole. "Natürlich waren einige unserer Kunden verunsichert, als sie in den letzten Monaten die Negativschlagzeilen über die LBBW gelesen haben", räumt Gerber ein. "Aber wir haben schon viele Krisen gemeinsam durchgestanden."
Kein Personalabbau
Vom strammen Restrukturierungsprogramm, das die Europäische Union der Mutter LBBW jetzt auferlegt hat, fürchten Gerber und Plitt derweil keine negativen Auswirkungen für die Region. Anders als im Gesamtkonzern sei in Heilbronn Personalabbau momentan kein Thema, heißt es. 40 Beschäftigte arbeiten für das Geldinstitut zurzeit im Firmenkundenbereich, 80 sind es im Privatkundengeschäft. Ob die Umwandlung des Mutterhauses in eine Aktiengesellschaft Folgen für Heilbronn haben wird, könne man freilich nicht beantworten.
Stimme.de
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