Heilbronn
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Der Ausbau des Stromnetzes trübt die Bilanz der Zeag

Der regionale Energieversorger meldet mehr Umsatz, aber deutlich weniger Gewinn. Das hat mehrere Ursachen.

Heiko Fritze
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Lesezeit 2 Min
Ausbau des Stromnetzes trübt Bilanz der Zeag
Am Seehaus bei Widdern, neben den Windrädern im Harthäuser Wald, baute die Zeag vergangenes Jahr eine Großflächen-Photovoltaikanlage. Foto: Archiv/Gajer  Foto: Gajer

Was den Umsatz angeht, blickt der regionale Energieversorger Zeag auf ein gutes Geschäftsjahr zurück: Die Einnahmen aus dem Absatz von Strom und Gas und mit weiteren Dienstleistungen stiegen um 11,7 Prozent auf 235,9 Millionen Euro. Das ist ein neuer Spitzenwert für das Unternehmen, das zur weit überwiegenden Mehrheit dem Energiekonzern EnBW gehört und nicht mehr an der Börse notiert ist.

Hohe Ausgaben und kein Sondereffekt mehr

Ganz anders sieht es hingegen beim Gewinn aus: Er ist deutlich zurückgegangen von 13,2 auf nur noch 1,3 Millionen Euro. Einer der Gründe ist die Netzgesellschaft Heilbronn-Franken, kurz NHF: Die Zeag-Tochter musste mehr als im Vorjahr in die Instandhaltung und Verbesserung der Leitungssysteme investieren und schloss mit einem Verlust von 10,2 Millionen Euro ab, der von der Zeag übernommen wurde - im Vorjahr war es noch ein Minus von 4,8 Millionen Euro.

 

Das konnte von der Gasversorgung Unterland diesmal auch nicht mehr aufgefangen werden: Der regionale Gasversorger erzielte trotz höherer Absatzmengen nur noch einen minimalen Gewinn von etwa 34.000 Euro, nachdem es im Vorjahr noch knapp 2,1 Millionen Euro waren. Hauptgrund waren hier die stark gestiegenen Einkaufspreise für Gas vor allem im letzten Quartal, wobei auf der anderen Seite wegen bestehender Abnahmeverträge noch keine höheren Entgelte verlangt werden konnten.

Hinzu kam im Vorjahr ein Sondereffekt, als die Zeag nach dem Verkauf ihres Strombezugsrechts aus dem GKN einen Kredit günstig ablösen konnte. Immerhin spülten die Beteiligungen an diversen Windparks an Land und in der Ostsee etwa eine Million Euro mehr in die Kasse als im Vorjahr.

Vier Windräder im Bau

Im Kerngeschäft Stromerzeugung und -absatz meldet das Unternehmen ein deutliches Umsatzwachstum von 200,5 auf 225,1 Millionen Euro. Die Zeag betreibt aktuell 36 Windräder mit einer installierten Leistung von 108 Megawatt sowie Photovoltaikanlagen mit zusammen 16 Megawatt installierter Leistung. Im vergangenen Jahr kam hier die große Fläche im Harthäuser Wald hinzu. Vier weitere Windräder sollen in diesem Sommer ans Netz gehen. Während mehr Strom an Gewerbe- und Privatkunden verkauft wurde, erzeugten die Windräder weniger Strom, der in den Handel ging. Hier machte sich das eher windschwache Jahr 2021 bemerkbar.

 

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Für das laufende Jahr erwartet der Vorstand "einen schwierigen Geschäftsverlauf", heißt es im Geschäftsbericht: Hohe, stark schwankende Preise an den Strombörsen sorgten für Unsicherheit; insgesamt werden ein etwas sinkender Stromabsatz und mehr Umsatz erwartet. Das Ergebnis werde sich deutlich verbessern. Allerdings sind in diesen Prognosen die Folgen des Ukraine-Kriegs noch nicht enthalten.

 
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