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Audi mit Rekordergebnis trotz sinkender Verkaufszahlen

Audi hat im ersten Halbjahr mehr als vier Milliarden Euro verdient. Aufs Gesamtjahr rechnet der Autobauer mit einem deutlichen Anstieg. Softwareprobleme verzögern allerdings den Start von neuen E-Autos.

Alexander Schnell
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Lesezeit 2 Min

Halbleitermangel, Ukraine-Krieg und Lockdowns in China mit geschlossenen Fabriken haben auch bei Audi im ersten Halbjahr Spuren bei den Verkäufen hinterlassen. In den ersten sechs Monaten sank der Absatz um 20 Prozent auf 785.099 Fahrzeuge. Im größten Einzelmarkt China verzeichnete der Autobauer ein Minus von 23,7 Prozent. Einer der wenigen Ausreißer ist Deutschland: Im Heimatmarkt legten die Verkäufe um ein Prozent auf knapp über 105.000 Einheiten zu.

 

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Audi sollte sich nicht zu lange über gute Zahlen freuen

Der Autobauer kommt gut durch die Krise, aber jetzt müssen zügig neue Modelle her, findet unser Autor.

Trotz einem Fünftel weniger Absatz im Vergleich zu 2021 wurde das Betriebsergebnis gegenüber dem Vorjahr um 59 Prozent gesteigert. Mit 4,9 Milliarden Euro habe es einen Bestwert erreicht, sagte Finanzvorstand Jürgen Rittersberger am Freitag in Ingolstadt. Treiber war unter anderem die erstmalige Konsolidierung der Luxusmarke Bentley, die fast 400 Millionen zum operativen Ergebnis beisteuerte. Außerdem half auch die Bilanzierung von Rohstoffsicherungsgeschäften, mit denen sich der Konzern gegen hohe Preisschwankungen wappnet, den Ergebnissen auf die Sprünge. Sie haben immerhin noch 400 Millionen zum Ergebnis beigetragen - das ist aber weit weniger als im ersten Quartal, weil sich die Rohstoffpreise deutlich normalisiert hätten, so Rittersberger. Unterm Strich stand ein Gewinn von 4,4 Milliarden Euro nach Steuern.

Engpässe bei der Halbleiter-Versorgung

Die Herausforderungen und Krisen bleiben aber erhalten: Die Versorgung mit Halbleitern und Kabelbäumen ist weiterhin kritisch. Zudem ist die Ungewissheit angesichts des Ukraine-Kriegs und der anhaltenden Lockdowns in China groß. „Die aktuelle Lage in der Welt macht deutlich, dass Wirtschaft und Gesellschaft noch zügiger von fossilen Brennstoffen wegkommen müssen. Der Ausbau erneuerbarer Energien und der Umstieg auf E-Mobilität sind dafür wichtige Schritte“, sagte Audi-Chef Markus Duesmann. Er verwies auf den Absatz von E-Autos, der bei Audi im ersten Halbjahr um fast 53 Prozent angestiegen ist.

 

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Auf das Gesamtjahr gesehen, bleibt Audi aber dennoch optimistisch. Der Absatz soll zwischen 1,8 und 1,9 Millionen Einheiten liegen. 2021 hat das Unternehmen 1,68 Millionen Fahrzeuge verkauft. Den Umsatz taxiert der Autobauer auf 62 bis 65 Milliarden Euro. Die Umsatzrendite wird fürs Gesamtjahr nach Angaben des Unternehmens zwischen neun und elf Prozent erwartet. Das würde in etwa einen Gewinn von sechs Milliarden Euro fürs Gesamtjahr bedeuten. Bis zum Anfang des nächsten Jahrzehnts hat sich Audi ambitionierte Ziele gesetzt. 2030 will das Unternehmen drei Millionen Fahrzeuge jährlich absetzen. Zudem strebt der Autobauer eine Umsatzrendite von mehr als elf Prozent an.

 

Sorgen bereiten dem gesamten VW-Konzern aber die Probleme bei der Tochter Cariad, die für die Entwicklung der Software künftiger Modelle zuständig ist. So soll sich nach Informationen der Heilbronner Stimme der Marktstart der E-Autos Porsche Macan und Audi Q6 E-Tron noch mehr verzögern als bisher bekannt. Die beiden SUVs teilen sich die neue Plattform PPE (Premium Platform Electric). Der Porsche sollte im zweiten Halbjahr 2023 auf den Markt kommen. Intern ist jetzt die Rede vom ersten Halbjahr 2024. Erst im dritten oder vier Quartal wird der Q6 E-Tron von Audi erwartet.

 

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