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Volle Aufmerksamkeit bei der Kinder-Pressekonferenz

Welches ihrer Bücher mag die bekannte Kinderbuchautorin Ute Krause eigentlich am liebsten? Wie entstehen die Geschichten? Fragen wie diese und noch viele weitere stellen die Nachwuchsreporter bei der 17. Kinder-Pressekonferenz auf der Gartenschau in Eppingen. Jetzt ist auch klar, wie es zu den Muskeltieren kam.

Milva Klöppel
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Lesezeit 3 Min

Einen Zipfel und ihr schwarzes Ideenbuch braucht Kinderbuchautorin Ute Krause, um eine Geschichte zu entspinnen. Im Fall der "Muskeltiere", wie die vier wagemutigen Helden ihrer Bestsellerreihe sich nennen, war der Zipfel ein kleiner Fehler in der Aussprache ihres Sohnes. "Der hat statt von den drei Musketieren von den Muskeltieren gesprochen", verrät die 62-Jährige bei der 17. Kinder-Pressekonferenz der Heilbronner Stimme, Hohenloher Zeitung und Kraichgau Stimme auf der Gartenschau in Eppingen.

Stimme-Kinder-Pressekonferenz mit Autorin Ute Krause | 37 Bilder | Fotograf: Ralf Seidel

"Ich hatte damit dann den Titel für ein Buch, aber keine Ahnung, welche Tiere und welche Geschichten über Freundschaft und Mut es werden würden." Die Idee wanderte in die schwarze Kladde und wuchs über mehrere Jahre hinweg zu einer kompletten Geschichte heran. Die kam 2014 unter dem Titel "Die Muskeltiere: Einer für alle, alle für einen" heraus. Im September dieses Jahres erscheint nun bereits die zwölfte Fortsetzung mit neuen Abenteuern rund um zwei Mäuse, eine Ratte und einen Goldhamster.

Wie echte Journalisten

Wer als Redakteurin bei einer Kinder-Pressekonferenz dabei ist, kann sich entspannt zurücklehnen. Ihren Job machen andere. Bereits seit 2003 übernehmen Kinder im Alter von neun bis 13 Jahren einmal im Jahr die Aufgabe der Journalisten und löchern Prominente wie Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, Sportlerin Carina Bär oder TV-Moderator Ralph Caspers mit Fragen.

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Viele Fragen - tolle Antworten

"Bei unserem Projekt Zeitung in der Grundschule (Zig) werden wir immer wieder gefragt, woher wir eigentlich unsere Nachrichten bekommen", erklärt Moderatorin und Stimme-Redakteurin Stefanie Sapara den Gedanken hinter dieser etwas anderen Veranstaltung. "Die Kinder-Pressekonferenz ist eure Spielwiese, wie ein echter Journalist zu arbeiten", ermuntert sie die rund 50 Mädchen und Jungen, in der nächsten Stunde voller Neugierde Material für eine eigene Nachricht zu erfragen.

Das lassen sich die Nachwuchsreporter nicht zweimal sagen: Welches Ihrer Bücher mögen Sie am meisten? Haben Sie Haustiere und sind Mäuse Ihre Lieblingstiere? Wie lang schreiben Sie an einem Buch? All diese Fragen beantwortet Ute Krause, die extra aus Berlin angereist war, mit großer Empathie. Nur so viel sei an dieser Stelle verraten: Mit ihren Büchern geht es Krause wie einer Mutter mit ihren Kindern - "jedes mag ich auf seine Art und Weise". Mit ihr in Berlin leben eine elf Jahre alte Katze sowie ein Hund. Mäuse zählen nicht zu ihrer Leidenschaft. Und steht einmal die Grundidee für eine Erzählung, ist der Text in sechs bis acht Wochen zu Papier gebracht.

Nicht nur Autorin - auch Illustratorin

Deutlich länger dauert das Illustrieren der Kinderbücher. "In zweieinhalb bis drei Monaten entstehen erst Skizzen mit dem Bleistift, die ich anschließend mit Aquarellfarben ausarbeite", sagt Ute Krause. Seit 1985 hat die Berlinerin 16 Bilderbücher veröffentlicht, bislang vier Kinderromane geschrieben und mehr als 400 Bilder- und Kinderbücher illustriert. Da ist es sozusagen eine Selbstverständlichkeit, dass sie auch auf der Sparkassenbühne der Gartenschau zum Stift greift und mit wenigen Strichen die Maus Picandou C. Saint Albray sowie die Kneipenmaus Pomme de Terre alias Ernie von den Muskeltieren zeichnet.

Richtig erkannt - der Name von Picandou erinnert verdächtig an eine Käsesorte. Kein Wunder, der Mäuserich lebt auch im Hamburger Feinkostgeschäft von Frau Fröhlich. Und auch wenn Mäuse nicht unbedingt zu den favorisierten Tiere von Ute Krause gehören, so teilen sie doch eine Begeisterung: Käse. Bei einer kleinen Verkostung mit Stefanie Sapara stellt Ute Krause ihren Kennerblick, oder besser gesagt Kennergeschmack, dann auch unter Beweis.

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Erlebnisse als Kind in Indien

Wie sie denn ihre Lust am Schreiben und dem Erfinden von Geschichten entdeckt habe, will ein Mädchen von Ute Krause wissen. Diese antwortet sehr persönlich und berichtet von ihrer Kindheit, die durch die Arbeit ihrer Eltern als Entwicklungshelfer dadurch gekennzeichnet gewesen sei, dass sie in vielen fernen Ländern gelebt habe. "Im Alter von zehn, elf Jahren wohnte ich mit meiner Schwester in einem Mädcheninternat in Indien. Nachts gab es damals häufig Fliegeralarm, die Sirenen heulten und das Licht wurde gelöscht. Um dann trotzdem einschlafen zu können, habe ich mir Geschichten ausgedacht", erinnert sich Ute Krause. Diese seien sogar so spannend gewesen, dass sie manchmal auch am Tag ihre Augen schloss und gedanklich in die Welt der Fantasie abwanderte.

"Das nennt man visuelles Gedächtnis", verrät Ute Krause den Kindern, die über 90 Minuten lang sehr aufmerksam zuhören. Bis heute ist Krause anzumerken, wie wichtig diese Vorstellungskraft für sie als Kind war. Kein Wunder also, dass sie den Nachwuchsreportern den Tipp gibt, ihr Fantasie zu trainieren und sich selbst Geschichten auszudenken.

Bahnfahrten als Inspiration

Heute nutzt Krause, die auch schon für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert war, vor allem die Fahrten mit der Bahn zur Inspiration. "Ich sitze dann im Speisewagen und schaue aus dem Fenster", sagt Krause. "Dabei kommen mir die besten Ideen. Auch jetzt nach Heilbronn - die werden aber noch nicht verraten."

 
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